Baja & Unsere Arbeit im Nationalpark

Hey zusammen!

In der letzten Woche durften wir wieder einmal viel Neues entdecken und lernen. Wir haben unter anderem Daten für unsere Studie gesammelt und die Stadt Baja besucht.

Unser Hauptbestandteil unserer Arbeit in der letzten Woche im Nationalpark war das Sammeln von Zeitmessungen. Wie ihr vielleicht schon wisst, ist unsere Hauptaufgabe als Freiwillige den Nationalpark von invasiven Pflanzenarten zu befreien. Invasive Pflanzen kommen ursprünglich aus anderen Kontinenten und Ländern. Durch die Globalisierung haben sie sich über den See- und Landweg aus ihrem natürlichen Lebensraum auch in neue Lebensräum verbreitet. Das Problem ist, dass sie im neuen Lebensraum keine natürlichen Feinde mehr haben und deshalb den natürlichen Individuen den Lebensraum wegnehmen.

Ein westlicher Zürgelbaum – entfernt von Stella

Zur Entfernung dieser invasiven Arten nutzen wir nicht nur Zangen, sondern auch sogenannte Hebelarme, mit welchen wir auch deutlich größere Pflanzen entfernen können.

Der Stamm wird in das „Maul“ des Hebelarms eingeklemmt und so kann die Pflanze mit Wurzel entfernt werden

Um mehr Informationen über die Dauer des Entfernens der Pflanzen zu sammeln, haben wir mehrere Daten in einer Excel-Tabelle gesammelt. Dabei haben wir immer bestimmte Eigenschaften, z. B. die Größe der Pflanze,  festgehalten. Insgesamt haben wir letzte Woche so über 300 Zeitmessungen gemacht.

Ein Auszug aus unserer Tabelle

Am Wochenende waren wir dann in Baja und haben Hannah, eine Kulturweit-Freiwillige in einem ungarisch-deutschen Kindergarten, besucht.

Der Dreifaltigkeitsplatz von Baja

Nach 2 1/2 Stunden Fahrt sind wir am Samstagmittag angekommen und haben direkt eine kleine Stadtrundfahrt mit ungarischer Sprachbegleitung gemacht. Ob wir etwas verstanden haben? Nicht wirklich…

Unser Gefährt für die Stadtrundfahrt

Am Abend haben wir dann gemeinsam gekocht und sind mit Steffi, einer deutschen Praktikantin auf dem ungarisch-deutschen Campus, in eine der wenigen Bars in Baja gegangen. Baja hat eigentlich nur ca. 38 000 Einwohner, allerdings lebt die Stadt unter anderem vom Tourismus. Den Sonntag haben wir dann mit einem kleinen Spaziergang begonnen und mit unserer Rückfahrt inklusive unseres wöchentlichen Einkaufs abgeschlossen.

Eine Sternbergia colchiciflora, in Ungarn steht sie unter Naturschutz

Unsere neue Arbeitswoche haben wir mit der Zählung dieser einzigartigen Pflanzenart begonnen. In Deutschland findet man sie nicht und eigentlich kann man sie auch in Ungarn nicht direkt sehen, da sie meistens unter der Oberfläche blüht. Wir hatten aber das Glück und haben in einem bestimmten Waldgebiet insgesamt 48 Individuen entdeckt. Informationen wie diese werden in der Datenbank des Nationalparks gespeichert, um Vergleiche zu vorherigen und darauffolgenden Jahren herstellen zu können.

Ein bisschen wie an Ostern – alle Pflanzen und Früchte wurden gesammelt

Am Dienstag war dann der lokale Kindergarten bei uns. Unglaublich wie begeistert die Kleinen von der einen Pflanze zur Nächsten gelaufen sind. Leider konnten wir uns noch nicht so gut verständigen, allerdings lernen wir seit einiger Zeit Ungarisch und haben zweimal in der Woche Online-Unterricht.

Auf der Suche nach Eicheln…

Gestern und heute haben wir mitgeholfen, Eicheln zu sammeln. Diese werden teilweise bereits in den nächsten Tage gepflanzt. In unserem Teil des Nationalparks gibt es sehr viele Eichen, darunter mehrere hundert Jahre alte. Wir als Freiwillige nehmen daher offiziell auch am Oakeylife Project teil.

In den nächsten Tagen geht es für uns wahrscheinlich wieder nach Budapest und Kesckémet. Was wir dort erleben werden, erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Also seid gespannt!

Eure Stella und Helene

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