Gottesdienst

Liebe Leser, viele von euch wissen, dass ich in der katholischen Kirche zuhause bin. Ich besuche regelmäßig den Gottesdienst, war lange Zeit Ministrantin und ich studierte auch Theologie. Das ist das was ich über mich selbst auch weiß. Was ich nicht wusste ist, dass mir der katholische Gottesdienst fehlte. Ich war heute mit den katholischen Schülern in der Meru High School, wo ein Priester in der großen Halle mit vielen Schülern und auch Lehrern die katholische Sonntagsmesse feierte. Als ich diese Halle betrat und das Pult sah, welches ich als Ambo identifiziert habe, den Tisch, der mit einer schönen Tischdecke bedeckt war und als Altar diente, die Kerzen, die auf diesem Tisch standen, das Kreuz das ebenfalls dort stand, das Bild von Jesus, das dahinter an der Wand hing, musste ich weinen. Ja, ich weinte, weil mich das an zuhause erinnerte, wenn wir Gottesdienst im Freien feiern. Ich muss auch jetzt weinen, während ich euch diese Worte schreiben. Ich weiß nicht ob es der wöchentliche Heimwehschub ist, der eben einmal in der Woche anklopft, oder ob es die Freude ist, dass auch hier katholische Messen so gefeiert werden wie ich sie kenn. Natürlich nicht in deutscher Sprache, aber ich bin ja des Englischen so halbwegs mächtig. Und auch die Lieder kenne ich nicht, da Kisuaheli gesungen wird, aber das macht alles nichts. Ich habe einen Ort gefunden, der mir wichtig ist und mir ist der wöchentliche Gottesdienst so wichtig, dass es mich überwältigt hat und ich immer noch weinen muss, wenn ich daran denke.

Der Gottesdienst ist nur insofern anders, dass er zwei Stunden dauert, man für die Kollekte nach vorne geht und die Halle voll ist und es keinen freien Sitzplatz mehr gibt. Ja, das ist das schöne, dass katholische Messfeiern überall auf der Welt gleich sind.

Ich werde jetzt noch den Tag genießen, hoffentlich nicht mehr weinen, weil eigentlich geht es mir gut und dann schreibe ich noch einen Bericht über meinen Spaziergang gestern, der mich nach Meru town führte. Zeitlich gesehen hätte ich den Bericht über den Gottesdienst hinten anstellen müssen, aber es hat mich einfach so überwältigt, bitte verzeiht mir das.

Liebste Grüße, eure Julia.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.