100 Tage Bulgarien & 66 Stunden Rumänien

Es ist schon eine gewisse Zeit her, dass ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe.

Es ist viel passiert, wir haben alle zusammen Weihnachten gefeiert und kurz darauf Silvester in einer viel zu kleinen Wohnung für 10 Leute in Bansko.

Bansko von oben.

Bansko ist DER Skifahrtsort in Bulgarien, es gibt schlechte Fußgängerwege, weil dort niemand läuft sondern mit seinem 50.000 Euro teueren SUV durch die Gegend kurvt. Vom Busbahnhof zu unserer Wohnung in einem Aparthotel, mit SPA dauerte es gut 30 Minuten. Auf dem Weg dahin reihten sich Hotels an Hotels, sogar ein Kempinski mit schönen Ausblick war zu erkennen. Nachdem wir eingecheckt sind und die Wohnung in Augenschein genommen haben, hatten wir direkt den Plan wieder abzureisen weil die Wohnung spärlich eingerichtet war und wirklich sehr klein war. Nach einer Runde im SPA hatten wir unsere Meinung geändert und wollten das beste daraus machen. Das hat auch gut funktioniert, wir waren am nächsten morgen auf dem Wichren Berg, einer der höchsten Berge im Nationalpark Pirin. Wir sind mit der Gondel hoch und standen dann in einem Skikessel ohne Skier. Weiter höher ging es nur mit Skiern.

Manchmal vergisst man die Pandemie in Bulgarien..
Manchmal vergisst man die Pandemie in Bulgarien..

Im Wald haben wir nach einer Tortur durch den Tiefschnee ein paar verlassene Bungalows entdeckt und sind auf eine abenteuerliche Erkundungtour gegangen.

Zurück im Aparthotel gab es zu Silvester eine dicke Feier in der 30 Quadratmeter Wohnung. Und schönes Feuerwerk. Am Neujahrstag ging es dann auch wieder zurück und unser Sprachkurs hat am Montag begonnen. Nach einer Intensiv Woche haben wir jetzt jede Woche zwei Einheiten. Es läuft, aber bulgarisch ohne russische Vorkenntnisse ist gar nicht so einfach.

Am Mittwoch wurden wir (Josi, Pius & Ich) nach einem Zoom Meeting zur deutschen Botschaft eingeladen und haben uns dort über die Karrierechancen informiert und konnten beim Bau der neuen Botschaft zusehen. Die Botschaft hat noch Look der DDR, ich habe da leider keine Fotos machen können, weil wir unsere Handys ausmachen und in einen Schrank legen mussten.

Besuch bei der dt. Botschaft, Hr. Kleeve zeigte uns die Botschaft.

Am Wochenende war eigentlich ein Trip mit einem Mietwagen zum Rila Kloster geplant. Das Auto haben wir auch bekommen und sind dann mit guter Musik über die Straßen Bulgariens gebrettert. Leider wurden wir kurz vor unserem Ziel von einem Polizisten aufgehalten, der uns verständlich machte, dass die Zufahrtsstraße für die nächsten 2 Wochen gesperrt war. Er versuchte uns eine Lawine zu verdeutlichen.

Nachdem der Ausflug nach Rila scheiterte ging es nach Stob.

Als die nächste Woche begann war auch schon mein Geburtstag und ich hatte nach einer halben Ewigkeit mal wieder Sushi gegessen. Der Geburtstag war sehr schön und ich habe viele praktische Geschenke bekommen. Die restliche Woche verging wie im Flug und dann saß ich auch schon im Bus nach Russe.

Ab da begann ein kleines Spontan-Abenteuer. Ich wollte mich mit einer Mitfreiwilligen zum Zwischen-Seminar in der Stadt an der Donau und Rumänischen Grenze treffen, jedoch wurden meine Pläne durch eine Behörde durchkreuzt. Sophia musste einen Schrieb abholen und konnte somit nicht wie geplant am Samstag nach Russe. Um trotzdem mit ihr Zeit zu verbringen habe ich mich kurzerhand mit dem Bus auf den Weg nach Bukarest gemacht und bin dann mit dem Zug weiter nach Brasov gefahren. Die Hauptstadt von Rumänien ist sehr groß und prunktvoll hat sehr viele große Plätze und das Parlament in der Mitte ist sehr schwer zu übersehen.

Das „Zentrum“ von Bukarest wo der Busfahrer mich abgesetzt hat.
Die Züge in Rumänien sind sehr schön, aber ähnlich langsam wie in Bulgarien.

Die Züge sehen im vergleich zu Deutschland, alt, aber sehr cool aus und es ist sehr angenehm mit ihnen durch die Gegend zu reisen. In Brasov angekommen habe ich den Sonntag mit einer Wanderung auf die Zinne genossen und am Montag bin ich ins Zwischenseminar gestartet.

Blick von der Zinne, in Brasov (Kronenstadt).

Um das Zwischenseminar nicht zu verpassen haben wir unsere Rückreise nach Russe in die Nacht verlegt, so sind wir am Abend nach Bukarest und am frühen Morgen um 04.30 mit dem Bus wieder nach Bulgarien. Es war eine sehr schnelle Fahrt und die Grenze war sehr schnell passiert, da der Grenzbeamte  mit frischen Brötchen und Kaffee „bestochen“ wurde.

Unser „Bus“ nach Russe.

In Russe fing es dann auch an richtig zu schneien und wir konnten sogar einen Schneemann bauen. Die Donau war nicht weit weg und in den Pausen des Zwischenseminars hatten wir immer einen schönen Spaziergang zur Donau. An einem Tag konnten wir sogar den Sonnenuntergang genießen.

Donau, mit Block auf Rumänien.
Donau, mit Block auf Rumänien.

Zurück nach Sofia hat man wieder gemerkt wie schlecht der Straßenbelag in Bulgarien ist und wie wenig Bulgaren sich darum kümmern eine Maske auf engstem Raum zu tragen. In der Hauptstadt geht es weiter mit der Arbeit und es wird auch langsam wieder wärmer, zum Wochenende erwarten wir 14 Grad.

Bis bald.

 

 

2 Gedanken zu „100 Tage Bulgarien & 66 Stunden Rumänien“

  1. Ach schön, der Sonnenuntergang sieht auf dem Foto fast so schön aus, wie in echt!
    Das war wohl wirklich ein kleines Abenteuer, in 66h queer durch Rumänien zu reisen… 😛

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