Beitrag Nummer 2

[Hier Anrede einfügen] Mitmenschen,

Nachtrag zum 1. Blogpost:
Ich habe das Gefühl, dass ich eventuell was klarstellen muss. Teilweise habe ich falsche Zeitformen benutzt, habe mich wiederholt oder habe Rechtschreibfehler eingestreut. Das mache ich nicht mit Absicht, aber das entsteht einfach dadurch, dass ich den Post, wie die meisten, über mehrere Tage geschrieben habe und Ereignisse, von denen ich erst dachte, dass sie passieren werden, doch schon vor Veröffentlichung das Posts, geschahen und ich sie deshalb einbauen musste. Des weiteren habe und werde ich, außer mir springt etwas ins Auge, die Beiträge nicht Korrekturlesen. Mit dem Prinzip habe ich bereits meine Schulzeit und auch mein Deutschabitur bestanden, weshalb ich daran festhalten werde und ich bin meist auch zu faul dafür. Mir wurde auch gesagt, dass ich teilweise umständlich formuliere und viele Neben- und Schachtelsätze einbaue. Das tut mir leid. Es ist nun mal so.

Was mich noch gestört hat, sind einige Spam-Kommentare von irgendwelchen russischen E-Mail-Adressen (ja, ich meine dich PlyaseckiiTrofim1999@mail.ru). Ich weiß nicht, ob auch andere Leute auch Probleme damit hatten, aber ich habe ca. 10 davon bekommen. Der Kommentar war auch zumeist inhaltslos. Es wurden irgendwelche englischen Fachwörter aufgelistet, die oft was mit Biologie zu tun hatten, womit ich sowieso nichts anfangen konnte. Ich habe Bio ja nicht ohne Grund abgewählt .

Jetzt beginne ich aber mal mit dem richtigen Eintrag.
Was ich vergessen habe im letzten Post zu erwähnen ist, dass wir von der deutschen Botschaft am Tag der deutschen Einheit ins Hotel Hilton und am Tag darauf in ein Cafe zu einem Kulturmittlertreffen eingeladen wurden. Und da vom letzten Eintrag bis zum Einheitstag nicht wirklich viel passiert ist, beginne ich auch damit direkt.

Wir bekamen also eine persönliche Einladung von 18 bis 20 Uhr zu der Veranstaltung. Da der Botschafter da war und insgesamt bestimmt wichtige Leute neben unseren direkten Ansprechpartnern, war es angebracht sich schick anzuziehen. Ich hatte zum Glück ein weißes Hemd eingepackt, aber Finn, aka der Finnfluencer, musste sich extra Schuhe und Hemd kaufen. Es hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht, weil wirklich alle sehr schick gekleidet waren. Leider waren wir Freiwilligen die einzigen, die zur „jüngeren“ Generation gezählt haben. Der Großteil war 45 bis 65 Jahre alt. Deutsch sprachen gefühlt nicht mal die Hälfte der Leute, was mich auch ziemlich überrascht hat. Gefallen hat mir die Blaskapelle die im Verlauf auch die deutsche und bulgarische Nationalhymne gespielt hat.
Das wichtigste aber war: Trinken und Essen waren kostenlos. Es galt also in den zwei Stunden so viel wie möglich wegzupumpen und die „typisch deutschen“ (es gab KEINE Thüringer Klöße) Gerichte zu testen. Am besten haben mir das Hähnchen und die Brezeln mit Obatzda/Obatzter/Obazda geschmeckt. Außerdem gab es einen Schokobrunnen, der auch ganz gut war. Vieles war allerdings ziemlich trocken. Nach der Veranstaltung sind wir noch in eine Bar und am nächsten Morgen ging es auch schon wieder weiter.
In einem gemütlichen, netten Cafe trafen wir uns mit ca. 30-40 Leuten um über Kultur und solche Sachen in Bulgarien zu reden. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich mit Kultur ungefähr so viel zu tun habe, wie mit Weinverkostungen. Sie haben sich also einen absoluten Experten eingeladen.
Oft ging es aber nicht um Kultur, sondern einfach um Projekte, die die verschiedenen Stiftungen und Organisationen in Bulgarien durchführen. Es war interessant Einblicke darein zu gewinnen, auch wenn ich nicht groß was tun und initiieren kann, außerhalb meiner Schule.

Am Freitag war ich wieder in der Schule und in einer Stunde ziemlich überrascht. Mit einer Lehrkraft bin ich in den Unterricht einer 10. Klasse gegangen. Die Schüler sollten sich über das Thema „Randgruppen“ informieren und der Lehrer gab mir auch einen Zettel zum Thema. Interessanterweise meinte er, dass er jetzt 20,25 Minuten kopieren geht und ich mich mit den Schülern unterhalten soll. Nachdem wir definiert haben was Randgruppen sind und einige aufgezählt haben, sind wir, vielleicht weil es mich selbst interessiert, bei der Randgruppe der Roma, oder in Bulgarien häufiger verbreitet, Zigeuner stehen geblieben. Es wurden typische Vorurteile aufgezählt (wollen nur Geld vom Staat, faul, stehlen,..), aber auch Integrationsmöglichkeiten vorgeschlagen. Als die Lehrkraft wiederkam und sich in das Unterrichtsgespräch einbrachte, wiederholte sie diese negativen Vorurteile als geltende Fakten und pauschalisierte damit außerdem.
Mir ist die Segregation in Sofia, gerade im Zusammenhang mit dem zurückgebliebenen und gefährlichen Roma-Viertel „Fakulteta“, bewusst. Das in der Mitte der Gesellschaft eine ähnlich große Disparität in der Denkweise, wie in der Entwicklung der Stadtviertel Sofias besteht, stimmt mich nachdenklich, weil ich der Meinung bin und sehe, dass viele Menschen einfach nicht die Möglichkeiten besitzen, wie andere. Gleichzeitig aber viele nichts dagegen unternommen wird. Natürlich war das nur ein Beispiel und ist sicherlich oft differenzierter, aber gerade dieses Ereignis hat mein Interesse am Thema „Roma“ weiter verstärkt.

Seit Samstag war ich jetzt halt allerdings ziemlich krank und konnte bis heute (Dienstag) nicht in die Schule, aber ab morgen sollte es wieder gehen. Dadurch hatte ich auch Zeit diesen Blogeintrag zu verfassen. Außerdem hänge ich einfach so mal ein paar Bilder an, auch von der Schule, weil danach gefragt wurde.
Ich hoffe, der Eintrag war einigermaßen interessant und ihr bleibt weiter am Ball.
Tschüss, schönes Wochenende!

Kakerlakencounter (in unserer Wohnung gesichtet): 15

Tag der deutschen Einheit

Kulturmittlertreffen

Haus, in der unsere Wohnung ist

Schulflur

Klassenzimmertür

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