Archiv für den Monat: Dezember 2018

Tatsächlich ein 3. Eintrag, wer hätte es gedacht

(Info: Der Eintrag ist ziemlich lang, also trinkt einen warmen Kakao oder kaltes Bier beim Lesen LG :-))) )

Hallo liebe Leser,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder,.

Jedenfalls war ich kurz nach dem letzten Post mit sieben weiteren Leuten Paintball spielen. Wir sind dazu etwas außerhalb von Sofia in ein waldähnliches Gebiet gefahren. Kleidung und Ausrüstung haben wir vor Ort bekommen und interessanterweise hatten fast alle Uniformen eine Deutschlandfahne auf der Seite.

 

 

So habe ich also meinen 3. Blogeintrag am 01.11. angefangen. Wurde leider nicht mehr und jetzt ist nochmal viel mehr Zeit vergangen und es es sind noch viele Sachen passiert. Hoffentlich schaffe ich es dieses Mal den Post zu Ende zu schreiben. (Tag: 17.12.)

Naja gut. Zunächst einmal möchte ich mich an einige Schüler richten, die meinen Blog ( nicht sonderlich schwer) gefunden haben: Macht eure Deutschhausaufgaben und lasst euch nicht vom Handy im Unterricht ablenken. Dadurch, dass ich nicht blind auf beiden Augen und vielleicht auch nicht blöd bin, bekomme ich das mit. (1 Keks an alle, die die Anspielung verstanden haben.) Des weiteren ist das hier kein besonders toller Blog, sondern einfach nur eine Seite auf der ich meine niederen Gedanken und Erlebnisse, sicherlich auch mit einigen Grammatikfehlern, niederschreibe (also mehr oder weniger).

 

Was kann ich also über meine letzten ca.2 Monate sagen?

Neben Paintball spielen, waren wir (Elli, Finn und ich) ein Wochenende in Serbien in Nis (ausgesprochen Nisch) um uns mit anderen Frewilligen aus Serbien (Anna, Clara, Justus, Johanna) zu treffen uns auszutauschen über den Frewilligendienst (und Secret Hitler zu spielen).

Dazu mussten wir allerdings samstags sehr früh aufstehen um den Bus Nis zu verpassen. Und bereits um diese Uhrzeit kam Finn in den Genuss witziger Wortspiele wie „Das interessiert mich Nis“ oder ich fragte ihn, ob einen Geschäft in einer serbischen Großstadt zu eröffnen eine MarktNise sei. Harte Vorzeichen also für das Wochenende.

Es war allerdings ein sehr schönes Wochenende, welches mir auch einige Dinge aufgezeigt hat. Aber dazu später mehr. Die Stadt Nis ist dadurch schön, dass nicht nur ein Fluss durch sie fließt, sondern auch die Berge in der Nähe sind. Außerdem gibt es noch historische (Burg-)Mauern und die Innenstadt ist ziemlich entspannt.

Sie zeichnet sich auch dadurch aus, dass es eine Bar gibt, die tatsächlich Augustiner Edelstoff im Angebot besitzt. In dieser Bar wurde mir bewusst, dass zum einen Anna Englisch, Französisch, Spanisch (evtl. auch noch Latein, bin mir nicht mehr sicher) auf einem sehr guten Niveau und jetzt auch bereits etwas Serbisch spricht. Trotzdem ist ihr Abi schlechter als meins und ich glücklich, dass ich in Thüringen und nicht in Bayern zur Schule ging.

Außerdem ist der beste Weg einen Schluckauf wegzubekommen (immer noch) die Luft anzuhalten. (danke Johanna) Das WE kann man auf jeden Fall mal wiederholen.

Zurück in Sofia sind natürlich auch einige Sachen passiert. Zum einen war ich eines Freitags bei einer Hausparty, anschließend ging es dann auch in einige Bars. Üblicherweise gibt es auch einige Bars, an denen man anklopfen muss und in so einer Bar sind wir dann auch gelandet. Am Türsteher auch vorbei. Nach ein paar Minuten kam ich also auf die Idee, mir ein Bier zu holen. Nichts unübliches in einer Bar. Ich also zur Theke, wollte ein Bier bestellen und wurde nach meinem Ausweis gefragt. Bereitwillig zeigte ich also meinen Ausweis – und Frau hinter der Theke ging direkt auf 180 und befahl mir in einem sehr lauten Ton die Bar zu verlassen. Wie gesagt, ich wollte ein Bier bestellen. Ich steh also vor der Tür und weiß nicht, warum und was das eigentlich soll. Zwar konnte ich schnell meine Freunde holen, allerdings lag der Grund meines Rauswurfes scheinbar daran, dass mir nicht geglaubt wurde, dass ich volljährig bin. Ich nehme das der Dame grundsätzlich übel, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich wahrscheinlich das gleiche sagen. Allerdings hatte ich mehrere Dokumente dabei, die bestätigten, dass ich 18 bin. Wir sind dann auch gegangen und es gab noch hitzige Diskussionen mit den Besitzern. Das Gute war, dass bereits wieder die regulären Buslinien fuhren und Finn und ich nicht mehr auf den Nachtbus warten mussten.

 

Mitte November war dann auch unser kulturweit-Zwischenseminar zusammen mit den rumänischen Freiwilligen in (trommelwirbel) Sofia. Wenigstens hatten wir keine lange, unbequeme Anreise, im Gegensatz zu einigen rumänische Mitfreiwilligen. Wir waren also von Montag bis Freitag in einem Hotel untergebracht und sollten über unseren bisherigen Freiwilligendienst reflektieren. Unsere Leiterinnen haben sich auf viel Mühe bei der Umsetzung gemacht, allerdings war mir die Diskussionen meist zu oberflächlich, aber man konnte sich seiner Situation zumindest ein wenig mehr bewusst werden. Es war sehr cool die rumänischen Freiwilligen besser kennenzulernen und das Wochenende haben wir auch fast alle komplett in Sofia zusammen verbracht. Unter anderem haben wir einen ziemlich betrunkenen Iren am Samstagabend im Hostel von den Rumänen getroffen, der unbedingt etwas auf seiner Flöte spielen wollte (nichts zweideutiges!) und mit Maxi darüber diskutierte, ob alle Iren nicht eigentlich aus Bayern stammen.

 

Pauls Einkaufstipp des Tages: Varna Waffeln mit Milchcreme und Schoko

Diese köstlichen Waffeln snacke ich gerne mal am Nachmittag oder wenn ich kein richtiges Essen mehr da habe bzw. zu faul bin mir etwas zuzubereiten. (kommt ziemlich oft vor) Die leeren Packungen türmen sich jedenfalls bereits in meinem Zimmer und sind in jedem örtlichen Billa zu erwerben. Mit dem Code „Paul sollte lieber mal was kochen“ bekommt ihr leider keinen Rabatt an der Kasse, weil sie nicht verstehen was du sagst und nur bulgarisch sprechen :/

In der Schule war bzw. ist ziemlich viel los. In dem Moment in dem ich das hier grad schreibe, laufen die DSD-II Prüfungen und da entscheidet sich, ob die Zwölftklässler C1, B2 oder sogar immer noch nur B1 Niveau besitzen. Das Ziel ist natürlich C1 und es sind alle ziemlich angespannt. Ich führe bzw. führte am Montag und Dienstag Aufsicht im Vorbereitungsraum, weil ich am Mittwoch nach Deutschland fliegen werde/Geflogen bin, je nachdem wann ich das veröffentliche.

Weil das ziemlich langweilig ist, versuche ich unter anderem durch das Schreiben dieses Eintrages mir die Zeit zu vertreiben.

Anfang des Monats habe ich ziemlich viel Unterricht in der 10., 11. und ein wenig 12. Klasse gehalten, weil eine Kollegin bei Prüfungen und auf einem Seminar war und tatsächlich hat das auch ziemlich Spaß gemacht. Obwohl es unglaublich schwer ist sich die Namen zu merken.

Naja jedenfalls werden die 10. und 11. Klasse während des Schuljahres an die Lehrer weitergegeben, sodass jede Klasse bei jedem Lehrer Unterricht hatte. Nach Weihnachten steht jetzt also der erste Wechsel an und ich persönlich halte nicht viel von diesem System, weil so gar nicht persönlichere Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler entstehen und man nur schwer auf Schüler individuell eingehen kann. Außerdem ist es für Schüler und Lehrer eine ziemlich große Umstellung, aber was solls, so ist es nun mal.

Grundsätzlich habe ich jetzt einen ziemlich geregelten Wochenablauf. Ich helfe, wo ich kann und bin dabei die meiste Zeit im DSD-Raum der Schule. Ansonsten steht fast immer auch so was an.Mal schauen was das neue Jahr bringt.

 

Nebenbei spielen Finn und ich mit einigen Kollegen von den deutschen Schulen bzw. Deutschen, die in Bulgarien arbeiten jetzt jeden Freitagabend Fußball. Und das selbst noch im Winter draußen bei -4 Grad Celsius. Es macht richtig viel Spaß wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen, auch wenn ich weder sonderlich gut Fußball spielen kann. Noch eine Ausdauer besitze, die es mir erlaubt mehr als 5 Minuten am Stück zu laufen. Aber das wird langsam schon besser. Glücklicherweise ist neben dem Platz auch direkt eine Kneipe/Bar, in der wir nach dem Fußball meistens sitzen und 2-10 Bier verköstigen. Dafür hat es sich dann auch gelohnt bei den Temperaturen rauszugehen.

Im Übrigen gibt es auch einen Deutschen Weihnachtsmarkt in Sofia. Der wirkt unironisch wirklich sehr wie ein Weihnachtsmarkt in Deutschland und man kann dort sogar auf deutsch bestellen bzw. sind auch die deutschen Begriffe an den Ständen angebracht. Trotzdem war ich nicht so oft da, weil er doch etwas weiter weg ist und ich nicht so die Motivation hatte.

Kulinarisch gibt es in unserer Wohnung keine große Abwechslung. Hauptsächlich ernähren wir uns von Spaghetti, Tortellini, Rührei und Döner. Und einen extrem guten Dönerladen haben wir nicht weit von uns entfernt bereits gefunden.

Zunächst ein paar Infos zum Döner in Bulgarien. Im Unterschied zum deutschen Döner gibt es hier nur Dürüm als Döner, d.h. In einem Fladenbrot habe ich noch nicht gesehen. Im Normalfall ist außerdem in jedem Döner Pommes, dafür kein Rotkraut. Soßen sind meist eine Mayo-Senf-, sowie eine Knoblauchsoße, die beide extrem lecker und besser als die Spezial- und Kräutersoßen in Deutschland sind.

Jedenfalls gehen Finn und ich locker 2 mal die Woche zu diesem Dönerladen um uns zu versorgen. Anfänglich schwierig und misstrauisch, lächeln die Mitarbeiter uns bereits jetzt schon an, wenn wir mit unseren fragmentierten Bulgarischkenntnissen versuchen einen (oder zwei) XXL-Döner zu bestellen. Danach kommt zur Sicherheit noch die Nachfrage: „one spicy, one no spicy“, die mit einem einfachen „Дa“ beantwortet wird. Mittlerweile kenne ich eigentlich jeden, der dort arbeitet und wenn mein Bulgarisch etwas besser wird, können vielleicht noch etwas ausführlichere Gespräche entstehen.

 

Soweit sollte es das fürs Erste gewesen sein. Ich habe bestimmt die ein oder andere Sache vergessen zu erwähnen, aber das werde ich dann evtl. nachholen in meinem Eintrag, den ich dann in 3 Monaten hochlade, wo ich die Hälfte davon wieder vergessen habe.

Ich grüße Jonas und Barbara, weil die gegrüßt werden wollen und wünsche eine Frohe Geburt Jesu.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Hadenfeldt

Kakerlakencounter (in unserer Wohnung gesichtet): so ca. 60 (weiß das auch nicht mehr so genau aber einmal waren es 4 auf einmal)