Das ist mein erster Beitrag

Hallo und Guten Tag, Sehr geehrte Mitmenschen,
wie du wahrscheinlich weißt, sonst wärst du nicht auf meinem Blog gelandet, absolviere ich seit dem 13.09. meinen Freiwilligendienst an der 35. Fremdsprachenschule Dobri Voynikov in Sofia. Für die Zeit teile ich mir eine Wohnung mit Finn, der auch mit „kulturweit“ an der 73. Schule ist. Und wie das normalerweise so ist, sind die ersten Tag in einem neuen Land und einer neuen Stadt besonders interessant und berichtenswert – deshalb ist es nur logisch, dass ich mich zweieinhalb Wochen später das erste Mal melde.

Die Ankunft und die Zeit bis jetzt waren sehr angenehm und ich wurde bereits am Flughafen herzlich empfangen und ging am gleichen Abend mit meiner Ansprechpartnerin, die stellvertretende Schulleiterin ist, der Schulleiterin und einer neuen Deutschlehrerin, die aus Deutschland kommt, und ihrem Mann essen. Witzigerweise lebten sie in Deutschland in Mühlhausen.

Die ersten Tage haben wir zum Erkunden der Stadt und Einkaufen genutzt, wobei wir besonders auf einen angemessenen Vorrat an Nudeln in unserer Wohnung geachtet haben. Die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist für uns dabei sehr wichtig und in maximal 20 Minuten erreichen wir Bus, Bahn oder Metro.

Die Schultage sind gerade am Anfang noch ziemlich spannend. Hauptsächlich bin ich in der 8.-12. Klasse im Unterricht, weil von da an Deutsch richtig viel unterrichtet wird. Ich kenne es ja selbst noch, wenn ein Muttersprachler in der Schule vorgestellt wurde: ,Hallo, schön hier zu sein, ich bin der und der und mache das und das. Ihr könnt immer zu mir kommen. Habt ihr noch Fragen?‘ Und wie schon zu meiner Schulzeit wurden die Fragen mit dem Alter der Schüler immer weniger, obwohl sie vielleicht am meisten fragen sollten.. Naja, jedenfalls sind auch da alle sehr nett zu mir und hauptsächlich sitze ich hinten drin und gebe hin und wieder mal einen Kommentar ab. Damit bin ich auch soweit zufrieden.

In meiner Freizeit unternehmen wir (6) „kulturweit“-Freiwillige ziemlich viel zusammen. Nach dem Sprachkurs, in einem der vielen Parks, oder einfach so zum Essen oder Trinken. Und letzten Donnerstag waren wir dann auch noch beim deutschen Stammtisch, wo sich Muttersprachler un deutschsprechende Bulgaren treffen, um sich einfach auszutauschen. Dort ist ein guter Ort um Kontakte zu knüpfen und mit Daniel, der in Sofia arbeitet, sind wir auch am Samstag zum Stadtderby, wo ZSKA gegen Levski Sofia spielt, gegangen.

Außerdem waren wir letztes Wochenende im Rila-Gebirge wandern. Dazu mussten wir bereits kurz vor 6 aufstehen und konnten nach 3 Bus- und einer Liftfahrt endlich um viertel 3 anfangen. Vorbei an den sieben Rilaseen, sind wir immer höher gewandert und erreichten gegen 6 die Berghütte auf der wir übernachten wollten. Allerdings wurde uns gesagt, dass eigentlich keine Plätze mehr frei seien und die Hütte nur für max. 50 Personen Platz hat, heute aber 100 da sind.. Naja, wegschicken konnten sie uns allerdings auch nicht und so durften wir fünf mit zwei Israelis (Absicht?) in einer Art Gebetsraum schlafen, der aber zum Glück sehr warm war. Nach einer relativ kurzen Nacht ging es dann für uns dann schon um dreiviertel 7 weiter mit dem Ziel Kloster in Rila, weil nur um 15 Uhr von da aus ein Bus nach Sofia zurück fährt. Dabei mussten wir ca. 1500 Höhenmeter auf 1100m nach unten steigen und man fühlte sich währenddessen, als würde man durch verschiedenste Länder wandern, weil von nur Gebirge über Steppe zu Laub- und Mischwald alle dabei war. Jedenfalls kamen wir um halb 2 an und wer Lust hatte, da kann ich mich getrost ausschließen, konnte noch das Kloster besichtigen. Gegen 8 waren wir dann auch endlich wieder in unserer Wohnung.

Und weil am Montag frei war, hier werden nämlich im Gegensatz zu Deutschland Feiertage die aufs Wochenende fallen nachgeholt, waren Dienstag und Mittwoch die gesamten „kulturweit“-Freiwilligen auf dem Gelände der deutschen Botschaft. Obwohl zunächst am Dienstag nur die Freiwilligen da waren, deren Schule am Projekt der „Lesefüchse“ teilnehmen. Dort haben wir über die diesjährigen Bücher gesprochen und uns ausgetauscht, wie man diese am besten bearbeitet. Am Mittwoch waren dann alle da (also auch vom Goethe-Institut) und wir mussten beispielsweise unsere Handys draußen lassen vor dem Treffen. Wir tauschten uns über unsere ersten Eindrücke über Bulgarien aus und wurden gestärkt alles in unserem FSJ zu geben. Danach besprachen wir zusammen mit unseren Ansprechpersonen an den Schulen, was die jeweiligen Vorstellungen über unsere Aufgaben sind und wir am besten eingebunden werden. Und man sollte die Häppchen zwischendurch nicht vergessen, die sehr lecker waren. Das was übrig blieb, durften wir sogar mitnehmen und mussten uns somit für den nächsten Tag um eine Mahlzeit weniger kümmern.

Am Samstag besuchten wir also Stadtderby von ZSKA gegen Levski Sofia. Wir saßen im ZSKA-Block und insgesamt war die Stadionverteilung recht einfach, weil es für die Fans jeder Mannschaft eine Gerade und eine Kurve gab. Dazwischen war Pufferbereich. Die Atmosphäre war beeindruckend und obwohl wir eigentlich Sitzplätze auf der Haupttribüne hatten, standen wir fast die ganze Zeit, weil man sonst nichts gesehen hätte. Beide Fangruppen zeigten eine Choreo in der Kurve und ein wenig Pyrotechnik wurde auch gezündet, aber auch nicht besonders und die Polizei/Security hat das ziemlich souverän gestoppt. ZSKA jedenfalls verlor leider 0:1 durch ein Tor aus der ersten Halbzeit, aber Angst, in irgendeiner Form, musste man auch nach Abpfiff nie haben. Das fußballerische Niveau ist ungefähr zu vergleichen mit 2.-3. Bundesliga.

Nach dem Spiel sind wir noch essen und zu einer Weinprobe gegangen, ja tatsächlich. Es war wahrscheinlich das erste Mal für mich, dass ich Wein für den Geschmack getrunken habe. Für mich als großen Weinkenner war es also recht einfach die Honignote aus dem Weißwein oder die Intensität aus dem Rotwein herauszuschmecken. Dazu wurde sehr leckerer Kuh- und Ziegenkäse serviert. Es war zumindest ganz interessant, auch wenn ich danach noch fast nüchtern war.

Das war es soweit von meinem ersten Blogbeitrag. Ich hoffe es war interessant und ihr seid gespannt auf den zweiten, der, wie ich mich kenne, dann in einem halben Jahr kommt. Wenn er euch gefallen hat, teilt ihn bei schuelerVZ, studiVZ, myspace und ICQ.
Bis dahin, gehabt euch wohl!

Kakerlakencounter (in unserer Wohnung gesichtet): 5

2 Gedanken zu „Das ist mein erster Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.