Die Stadt schwimmt

Es ist ein  sonniger Frühnachmittag und wir, meine Deutschlehrerin und ich, sitzen in einem Restaurant. „Kann es sein, dass es anfängt zu regnen?“ Und ja es nieselt leicht. Und während wir essen, regnet es dann schon etwas deutlicher. Aber als wir uns dann aufmachen zu gehen, ach du lieber Himmel! Es schüttet aus allen Wolken! An den Straßenseiten entstehen schon kleine Flüsse, aber gut, wir wollen nur in die ca. 200m entfernte Grundschule, weil sie dort heute den Unterricht übernimmt und ich mir das dort mal anschauen will. Ich habe auch einen Regenschirm dabei. Es sollte also kein Problem sein, einigermaßen trocken dort anzukommen. Wir müssen nur ein Stück die Straße hochlaufen und die Ampel überqueren. Aber genau das Überqueren der Straße bedeutet für mich dann das Ende, denn ich komme mit durchnässten Chucks auf der anderen Straßenseite an. Ich bin nass bis zu den Knien… d.h. ich gehe natürlich nicht mit in den Unterricht und, weil alle Taxis belegt sind, laufe ich nach Hause. Es ist nicht weit und ich bin ja eh schon nass. Meine Stadt liegt in einem Tal, von allen Seiten umgeben von Bergen. Ich glaube das habe ich noch nicht erwähnt. Die Häuser und Straßen reihen sich deshalb entlang der Berge immer weiter Richtung der Spitzen. Auch meine Wohnung befindet sich etwas weiter oben. Und so, während ich die Straßen bergauf erklimme, fließt neben mir das Wasser vorbei ins Tal. Ich entgehe somit der Wasserflut, die sich langsam im Zentrum staut…so denke ich zunächst! Dann aber komme ich in meiner Straße an. Die ist auf dem Bild zu sehen, genauso wie die Hofeinfahrt, in die ich muss, um zu meiner Wohnung zu gelangen. Ich hoffe man erkennt (ich hatte eigentlich ein Video, aber das konnte ich irgendwie nicht hochladen), wie voll die Straße mit Wasser gefüllt ist. Ich kann es am besten so beschreiben: Das Wasser steht höher als meine Chucks hoch sind. Genauer gesagt geht es mir bis zu den Knöcheln. Und es strömen Unmengen an Wasser weiter bergab. Ich stehe dort also und frage mich wie ich rüber kommen könnte… ein Schlauchboot wäre in der Tat nicht schlecht… Aber ich schilderte ja soeben, wie hoch das Wasser steht und ich weiß das auch nur so genau, weil ja… ich da jetzt durchlaufe. Meine Schuhe sind ja sowieso schon durchnässt, also was soll’s, denke ich mir.

Und mal so am Rande: als ich meine Vermieter fragte, ob diese Situation einmalig sei, meinten sie, dass sowas öfter vorkommt im Herbst. Na da sollte sich wohl wer Gummistiefel besorgen, würde ich mal sagen!

 

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