Warum ich mich auf Deutschland freue!

Um halb 9 morgens werde ich durch ein lautes Klopfen an meiner Tür geweckt, die ich jeden Abend 4 Mal abschließen muss. Die Eingangstür zu meinem Haus ist kaputt, steht deswegen immer offen und ist somit zugänglich für die ganze Welt. Weil ich morgens um halb 9 noch niemanden erwarte entscheide ich mich die Tür lieber geschlossen zu lassen. Wenn es jemand war den ich kenne wird sich derjenige schon bei mir melden. Und wenn da jemand fremdes klopfg lass ich lieber zu. Ein bisschen Angst habe ich in solchen Situationen trotzdem immer. Ich kann also sowieso nicht mehr schlafen und entscheide mich aufzustehen und mich für den Schultag fertig zu machen.

Eine Stunde bevor mein Unterricht beginnt muss ich das Haus verlassen damit ich rechtzeitig zur Arbeit komme. Bei Temperaturen von -25 Grad ziehe ich also 4 Schichten Kleidung an setze meine Atemmaske auf um bei den schlechten Smokwerten atmen zu können und mache mich auf den Weg. Nach 20 Minuten bin ich an der Bushaltestelle angekommen. Zwei verschiedene Busse kann ich nehmen um zur Arbeit zu kommen. Wann diese kommen weiß ich nicht. Anzeigetafeln gibt es nicht und selbst wenn es welche gäbe bezweifle ich, dass die Ankunftszeit der Busse hier wirklich geregelt ist, es wirkt zumindest so als würden sie hier einfach kommen wenn der Fahrer sich gerade danach fühlt.

40 Minuten vor Unterrichtsbeginn stehe ich also an der Bushaltestelle. Der Bus selber sollte eigentlich nicht länger als 15 Minuten brauchen um von hier aus meine Schule zu erreichen und trotzdem kann ich nicht sicher sein ob ich rechtzeitig zur Schule komme. Wenn der Bus in den nächsten paar Minuten kommt habe ich gute Chancen, es sei denn der Verkehr macht mir einen Strich durch die Rechnung.

Wenn der Bus kommt stolpere ich zwischen drängelnden Menschen in dessen inneres und versuche mich möglichst so hinzustellen und festzuhalten, dass ich während der Fahrt die jetzt auf mich zukommt nicht alle paar Meter umfalle wenn der Bus ruckartig bremst.

Drei Stationen muss ich fahren bis ich ankomme und der Bus den man zu Beginn der Fahrt eh schon als voll bezeichnen konnte ist nach ein paar Minuten rappelvoll. An meiner Station angekommen muss ich mich durch die Menschenmasse zum Ausgang drängen und jedem Mongolen die Hand geben dem ich dabei auf den Fuß trete, nur um dann buchstäblich aus dem Bus geschubst zu werden und mir dabei den Kopf zu stoßen.

Ich freue mich also in Deutschland auf gute Luft Temperaturen über 0° Celsius, ein Haus in das nicht jeder rein kann und eine Wohnung an die kein Creep klopft, einen Arbeitsweg der keine Sunde dauert und halbleere Busse deren Ankunftszeit ich schon im Vorhinein kenne.

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