Zurück in der Ukraine

Zurück in der Ukraine

Am 21. Dezember ging es für mich endlich nach Deutschland. In den letzten Wochen war ich in Gedanken schon lange in Deutschland, hatte keine Motivation mehr, die Arbeit hat mir wenig Spaß gemacht und ich wollte einfach nach Hause. Die Auszeit in Deutschland hat mir sehr gut getan. Ich hatte eine wunderschöne Zeit zuhause, am Ende der zwei Wochen habe ich mich dann auch wieder auf die Ukraine gefreut. Auch wenn ich natürlich nichts dagegen gehabt hätte, noch etwas länger in meiner Komfortzone zuhause zu bleiben.

Am 4. Januar flog ich also wieder zurück nach Lviv. Abends schaute ich mir noch den Weihnachtsmarkt an, Weihnachten wird hier ja später gefeiert, sodass ich gleich wieder in Weihnachtsstimmung versetzt wurde.

Am Samstag bin ich in Drohobytsch angekommen und musste sofort mit meiner Gastfamilie zum Amt, diesmal in Drohobytsch. Nun bin ich auch hier offiziell angemeldet und in weniger als einem Monat muss ich mich überall da, wo ich im Dezember schon so oft war, wieder hin, um mich abzumelden. Also alles ein relativ hoher Aufwand für wenige Wochen Aufenthalt noch, aber zum Glück mit großer Unterstützung von meinen Gasteltern.

Meinen Urlaub habe ich extra so geplant, dass ich das ukrainische Weihnachten in Drohobytsch bei meiner Gastfamilie verbringen kann und erst danach weiter reise. Dabei habe ich aber nicht damit gerechnet, dass meine Gastfamilie gar nicht hier, sondern in Polen bei Verwandten feiert. Wirklich ukrainisch Weihnachten feiern konnte ich dann also nicht, aber die SchülerInnen und LehrerInnen haben mir danach ausgiebig von ihren Weihnachtstagen erzählt, sodass ich am Ende, auch wenn ich nicht dabei war, mir zumindest ein Bild von den Traditionen und Bräuchen machen kann.

Der Sonntag und Montag nach meiner Ankunft war nicht so leicht. Das Ankommen ist mir schwerer gefallen als gedacht. Nach zwei Wochen zuhause, in denen ich fast nur unterwegs und unter Menschen war, war es ziemlich ungewohnt wieder alleine zu sein. In den letzten Monaten habe ich mich zwar daran gewohnt, aber in Deutschland habe ich gemerkt, dass ich dann doch lieber mit Freunden unterwegs bin als meine Wochenende alleine verbringen zu müssen. Da ich im Dezember nicht wirklich glücklich an der Schule war, hat der Gedanke, dass die Schule bald wieder beginnt, meine Stimmung auch nicht verbessern können. Aber irgendwie gingen die Tage um und am Dienstag ging es dann nach Polen. Aber dazu gibt es noch einen extra Eintrag.

Sonntagabend bin ich dann von einer sehr ereignisreichen und schönen Woche in Polen und Lviv zurückgekommen. Wirklich ausruhen konnte ich mich nicht, Montag war nach über drei Wochen wieder Schule angesagt. In der Ukraine wird am 13. Januar das sogenannten Altneujahr gefeiert. Die meisten feiern es gar nicht, manche aber eben schon. So haben erstaunlich viele Schüler am ersten Schultag gefehlt, was die LehrerInnen aber überhaupt nicht gestört hat. Im Gegenteil, sie waren sogar überrascht, dass ich schon wieder da bin.

Nach der Woche in Polen mit anderen Freiwilligen habe ich mich wieder mehr auf die Schule gefreut, weil ich mich austauschen konnte (diesmal mit Freiwilligen, die nicht in meiner Homezone sind, mit denen ich vorher also kaum Kontakt hatte) und gemerkt habe, dass es den anderen teilweise sehr ähnlich geht. Ich habe mir vorgenommen, mich so viel es eben geht einzubringen, Neues auszuprobieren und die letzten Wochen zu genießen auch wenn es eben nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Der erste Teil der Woche hat auch wieder viel mehr Spaß gemacht als im Dezember. Ich konnte schon einiges im Unterricht machen und Zuhause vorbereiten. Von Stress kann man da natürlich noch lange nicht reden, aber zumindest im Moment habe ich auf jeden Fall keine Langeweile:)

Was meine Laune auch ziemlich verbessert hat: Zum einen soll das Wetter bis Ende Januar um die Null Grad sein, also nicht wirklich kälter als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Zum anderen merke ich , wie jeden Tag die Sonne später untergeht. Schon jetzt habe ich so viel mehr vom Tag als noch im Dezember. Nach den ziemlich kalten, dunklen und kurzen Tagen im Dezember ist das ein ziemlicher Unterschied.

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