Der Blick über den Tellerrand oder Raus aus der Komfortzone

Der Blick über den Tellerrand oder Raus aus der Komfortzone

Der Slogan von kulturweit lautet „die Komfortzone endet am Tellerrand. #SuchdasWeite“. Aber wo endet der Tellerrand wirklich und wann verlassen wir unser Komfortzone?

Habe ich automatisch meine Komfortzone verlassen, weil ich mein Zuhause, meine Familie und Freunde hinter mich gelassen habe und alleine in ein fremdes Land gegangen bin? Habe ich dann aber nicht schon längst eine neue Komfortzone aufgebaut? Und schaue ich jeden Tag über den Tellerrand, weil ich auch fast jeden Tag etwas Neues, aus meinen Augen ungewöhnliches sehe?

Aber ich merke selbst wie ich zur Bequemlichkeit neige. Dazu habe ich ein ganz gutes Beispiel:

Mit dem Ukrainisch lernen komme ich bis jetzt nicht so voran, wie ich es mir am Anfang vorgestellt habe. Bis jetzt ist das auch nicht weiter schlimm, schließlich bin ich seit gut einem Monat hier und in der Zeit standen andere Dinge erst mal im Vordergrund. Aber als ich mir vor ein paar Tagen das bewusst gemacht habe, kam sofort der Gedanke: Ich komme bis jetzt ja auch so ganz gut zurecht, auch wenn ich kein Ukrainisch kann, finde ich neue Bekanntschaften, kann mich frei bewegen und hatte bis jetzt auch in der Stadt keine größeren Probleme. Dann muss ich ja gar nicht die Sprache lernen…

Die Motivation Ukrainisch zu lernen ist tatsächlich bei mir nicht besonders groß. In weniger als 5 Monaten eine neue Sprache und Schrift so gut zu lernen, dass man wirklich kommunizieren kann, ist schwer, da ist ein halbes Jahr etwas zu kurz.

Und so schnell geht es, dass man aus Bequemlichkeit in seiner Komfortzone bleibt und eben nicht den Blick über den Tellerrand wagt.

Aber als mir das alles so bewusst wurde, war mir zum einen klar, dass noch nichts zu spät ist. Nur weil ich den ersten Monat nicht so viel gelernt habe, wie ich mir vorher vorgenommen habe, heißt es ja nicht, dass ich das in den nächsten Monaten nicht ändern kann. Und zum anderen geht es ja auch nicht zwangsläufig darum, die Sprache zu lernen um mich zu verständigen. Schließlich lebe ich hier, dann sollte man sich wenigstens bemühen und die Sprache versuchen zu lernen, egal wie schnell man dann wirklich sprechen kann. Dazu hilft es mir auch bestimmt den Unterricht zu planen. Wenn ich Ukrainisch lerne, verstehe ich plötzlich warum die jüngeren Schüler immer so oft den selben Fehler machen. Und natürlich gehört die Sprache auch zum Land dazu, und um das Land zu verstehen, muss man bestenfalls auch die Sprache verstehen, zumindest das „Grundgerüst“ der Sprache. Das alles sind Gründe, die Sprache zu lernen, auch wenn es alleine manchmal echt schwer ist, es durch zu ziehen.

Mein Sprachkurs hat letzte Woche angefangen, ich versuche meine Prioritäten etwas zu ändern und immer etwas Zeit für Ukrainisch in meinen Tag einzuplanen. Aber ich finde, dass es einfach ein gutes Beispiel ist, wie schnell man dazu tendiert eben nicht seine Komfortzone zu verlassen.

Das waren auch nur meine aller ersten Gedanken, die mir in den Sinn kamen. Ich habe aber nie ernsthaft darüber nachgedacht, mich in den nächsten Monaten nicht mit der Sprache zu beschäftigen.

Aber das sollte mich vielleicht anregen, öfters darüber nach denken, ob ich gerade unbewusst in meiner Komfortzone bleibe, und eben den Blick über den Tellerrand immer wieder neu wagen und meine Komfortzone dabei zu verlassen:)

Ich könnte aber jetzt auch einige Situationen aufzählen, in denen ich meine Komfortzone bewusst oder unbewusst, aktiv oder eher passiv verlassen habe. In manchen Situationen wurde ich eher „gezwungen“ aus meiner Komfortzone heraus zu gehen, manchmal habe ich mich aber auch selbst dazu entschlossen, diese „Herausforderung“ anzunehmen.

Und dabei habe ich dann auch einen Blick über den Tellerrand geworfen, was vielleicht auch eine kleine Belohnung für das Verlassen der eigenen Komfortzone sein kann?

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