Gute Gesellschaft

An den ersten Tagen hier in Ruse war – zusammen mit dem fiesen Zweifel – ganz schön viel Einsamkeit am Start. Um mich selbst zu beruhigen, wiederholte ich fast mantraartig, dass ich nur etwas Geduld bräuchte, dann würde ich schon liebe Menschen kennenlernen. Mein virtueller Support (aka Freund*innen und Familie) stimmte einstimmig in das Mantra ein. Geduld und Zeit. Das wird schon.

Geduld. Weiß nicht, ob das meine Stärke ist.
So gedulig musste ich letzlich aber gar nicht sein.
Denn manchmal brauchts nur ein bisschen Glück.

Obwohl ich nach mehrjähriger WG-Odyssee während des Studiums gerne mal alleine leben wollte, bin ich jetzt richtig froh, in einer WG untergekommen zu sein – auch wenn meine bulgarische Mitbewohnerin und ich ein paar Kommunikationsschwierigkeiten haben. Außer Лека нощ [leka noscht] /Gute Nacht will sich mein Gehirn nämlich gerade nicht wirklich was auf dieser fremden Sprache merken. Aber immerhin einmal pro Tag glänze ich nun mit Bulgarisch. Den Rest der Zeit hilft dann eine Kombi aus Englisch und google translate. Außerdem gibt’s ja noch Mitbewohnerin No.2. Sie kommt aus Deutschland, ist noch für ein paar Wochen hier, kann Bulgarisch und ist daher zu unserem Google Translate auf zwei Beinen geworden.

Als nach ein paar Tagen ein gemeinsamer Freund der beiden zum Essen vorbeikam und uns alle zu einem Wochenendausflug aufs Land einlud, hatte ich keinerlei Grund mehr, mich alleine zu fühlen. Weder alleine noch einsam.

Der Kurztrip aufs Land war richtig schön. Eigentlich ganz unspektakulär, aber gerade das hat ihn so schön gemacht. Zusammen die Gegend erkunden, Hunde und Katzen streicheln, Hagebutten pflücken, ein Mini-Floß bauen. Nach einem langen Tag an der frischen Luft den Kamin anfeuern, Abendessen zubereiten, eine bulgarische Seifenoper schauen, Karten spielen.

 

Einen besseren Abschluss für meine erste Woche in Bulgarien hätte ich mir nicht wünschen können. Und so bin ich mit etwas Schlafmangel, aber vorallem gestärkt von der guten Gesellschaft und versorgt mit leckerem Hagebuttentee in meine zweite Bulgarien- und erste Homeoffice-Woche gestartet.

 

 

 

 

 

2 Comments

  1. Alisa

    Toll Steffi! Du hast einen schönen Stil zu schreiben. Und es erinnert mich an meine kluturweit-Zeit. 😉 Ich freue mich, noch mehr von dir zu lesen. LG Alisa

    1. Stefanie Krebs

      Danke, liebe Alisa! Ich kann mich noch gut erinnern, wie du dich für mich gefreut hast, als ich dir beim Spaziergang von der kulturweit-Zusage erzählt hab 🙂 Liebe Grüße nach Potsdam

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