Juli ist Urlaubszeit

Hallo zurĂŒck, schon wieder vier Wochen rum 🙂

ZurĂŒck vom Balaton und nach zwei Tagen auskurieren, war ich dann (god bless) wieder gesund und konnte meine nĂ€chsten GĂ€ste aus Deutschland begrĂŒĂŸen. Der Zeitpunkt war auch perfekt, denn in Eger stand das zweite (und grĂ¶ĂŸere) Weinfest an! Von Donnerstag bis Sonntag haben die lokalen Weinproduzenten an zahlreichen StĂ€nden im Stadtpark ihre Köstlichkeiten verkauft inkl. Streetfood und KunsthandwerkerstĂ€nden. Wir haben uns auf das Wesentliche (den Wein) konzentriert 😉
Zum eigenen Weinglas, welches man dort kaufen konnte, gab’s auch noch eine Art „WeinglasumhĂ€ngetasche“, dann hatte man immer die HĂ€nde frei, sollte man mal gerade nichts trinken, sehr praktisch und da passt bestimmt auch ein Pilsglas rein 😉
Von Samstag auf Sonntag haben wir dann noch eine Nacht zusammen in Budapest verbracht und dort die Bars noch ein bisschen unsicher gemacht. Ein sehr schönes Wochenende 🙂

auf dem Weinfest in Eger (mit den schicken Weinglashaltern)

auf dem Weinfest in Eger (mit den schicken Weinglashaltern)

Der nĂ€chste Urlaub stand auch schon vor der TĂŒr: Am 12. Juli ging es los in Richtung Cherni Osam in Bulgarien. Eine Freiwillige, welche dort in einem Naturkundemuseum arbeitet, hat zu ihrem Geburtstag eingeladen und diese Gelegenheit wollte ich mir natĂŒrlich nicht entgehen lassen! Also machte ich mich Mittwochabend auf nach Budapest, um von dort zusammen mit Ernest mit dem Bus in Richtung Sofia aufzubrechen. Der Start unserer Reise wurde leider erst einmal um drei Stunden verzögert, da der Bus im Stau stand, aber was will man machen. Der Busbahnhof um drei Uhr morgens war wirklich auch sehr sehenswert 😉 Nach ca. 15/16 Stunden Fahrt sind wir dann finally am Donnerstagabend in Sofia angekommen. Freitag haben wir uns dann mit Magda (aus der Slowakei angereist) getroffen und die Innenstadt etwas erkundet und abends ging’s dann ganz spontan auf ein open air Denzel Curry Konzert, das war sehr nice 🙂
Samstag machten wir uns dann wieder mit dem Bus auf die dreistĂŒndige Reise nach Troyan auf, um von dort dann mit dem Taxi nochmal entspannte 20 Minuten nach Cherni Osam zu fahren. Das Dorf ist von Bergen eingebettet und wird von einem Fluss durchzogen. Ziemlich idyllisch eigentlich. Im Fluss haben wir uns zwischendurch auch mal etwas abgekĂŒhlt, dringend nötig bei angenehmen 35 Grad 😉 Nach und nach sind dann alle anderen GĂ€ste (fast alles Freiwillige) aus den verschiedensten LĂ€ndern eingetrudelt und am Schluss waren wir eine ordentliche Gesellschaft von gut 20 Leuten. Das Wetter war heiß, die GetrĂ€nke eher mĂ€ĂŸig kalt gestellt (weil zu wenig KĂŒhlschrank fĂŒr zu viele GetrĂ€nke), aber das hinderte uns natĂŒrlich nicht daran, die eine oder andere Runde Flunkyball und Beer Pong zu spielen 😉 Die Feier war auf jeden Fall mega und einen dementsprechenden Kater hatte ich (und ein paar andere auch) am nĂ€chsten Tag. Nach einer schönen eiskalten Dusche waren die Kopfschmerzen dann aber auch wieder fast verschwunden (zum GlĂŒck) und wir machten uns auf, um den Arbeitsplatz von unseren Gastgeberinnen zu besuchen: Das Naturkundemuseum. Dort waren eine Reihe verschiedenster ausgestopfter Tiere ausgestellt, vor allem BĂ€ren und Rotwild, aber auch ein Leopard und sogar ein EisbĂ€r (Geschenk vom Zoo in Sofia). Das war teilweise ganz witzig, denn manche Tiere hatten nen Blick drauf, wie einige Leute auf der Party gestern 😀
Danach war’s fĂŒr uns schon wieder Zeit zum Verabschieden, denn wir mussten unseren Bus zurĂŒck nach Sofia erreichen. MontagfrĂŒh ging’s dann mit dem Bus wieder zurĂŒck „nach Hause“ nach Ungarn. Diesmal entspannte 11 Stunden ohne VerspĂ€tung. Alles in Allem ein mega Wochenende, sehr nice alle anderen wieder zu sehen und die Gelegenheit auf eine Gartenparty in einem sĂŒĂŸen bulgarischen Dorf zu gehen, bekommt man sicherlich auch nicht alle Tage! 🙂

die "Feiergesellschaft"

die „Feiergesellschaft“

ein BraunbÀr

ein schief schauender BraunbÀr

der "böse" Wolf

der „böse“ Wolf

Ein paar Tage spĂ€ter ging’s dann auch schon wieder auf einen Kurztrip nach Budapest. Mein Bruder und seine Freundin kamen zu Besuch! Da in der Hauptstadt doch eeetwas mehr abgeht, als in Eger (obwohl es hier definitiv nicht an (Wein-)Veranstaltungen mangelt) haben wir uns dazu entschieden, uns in Budapest zu treffen. GlĂŒcklicherweise konnte ich in Ernest’s WG wieder mal fĂŒr lau ĂŒbernachten (vielen lieben Dank). Auf dem Programm stand Folgendes: 1. Langos essen, 2. bis 7:30 feiern gehen, 3. bis Sonntag 13 Uhr schlafen und 4. Pizza essen gehen. So kann man das Wochenende, glaube ich, gut zusammenfassen 😀 Die zwei blieben noch bis Dienstag, aber fĂŒr mich ging’s wieder zurĂŒck nach Eger. Ein bisschen „Arbeit“ stand im Geopark diesen Monat dann doch noch an 😉

Es war mal wieder an der Zeit ein paar invasive Pflanzenarten zu entfernen aka Unkraut ausreißen. Diesmal direkt neben und teilweise in einem kleinen Bach, der an manchen Stellen auch doch gar nicht so klein war, wie ich herausfinden musste, als ich mit meinen Gummistiefeln fast komplett darin versunken bin 😀 Naja am Ende war es eh egal, denn zwischendurch gab es mal einen ordentlichen Wolkenbruch und wir waren alle ziemlich begossen, aber ist ja nur Wasser (und ein bisschen Schlamm).

die Waschmaschine freut sich

die Waschmaschine freut sich

FĂŒr eine kleine „Sensation“ habe ich auch noch gesorgt: Bei einem Field Trip waren wir auf der Suche nach dem Nest des Schlangenadlers. Es war wichtig, das Nest zu finden, um einem bestimmten Radius drumherum einen Schutzstatus verleihen zu können und so die BĂ€ume fĂŒr die kommenden fĂŒnf Jahre vor der Abholzung zu schĂŒtzen. Wir waren schon ein paar Mal in diesem WaldstĂŒck auf der Suche nach dem Nest (es musste irgendwo in diesem Gebiet sein, da der Mutteradler dort immer wieder gesichtet wurde) und so auch heute wieder. Ganz ehrlich, ich hatte nicht sehr viel Hoffnung etwas zu finden, denn das ist wie die Nadel in einem Heuhaufen zu suchen, aber vielleicht bin ich auch einfach immer etwas zu pessimistisch. Wir setzten uns an eine Stelle im Wald, von wo aus man den gegenĂŒberliegenden mit Kiefern bewachsenen Hang beobachten konnte. Kiefern mögen diese Adler anscheinend besonders gern zum Nestbau, also ließ ich gedankenverloren mein Fernglas ĂŒber die Baumkronen schweifen und blieb (wirklich Ă€ußerst zufĂ€llig) an einem weißen Fleck hĂ€ngen. Beim nĂ€heren Betrachten wurde mir klar, dass es sich dabei um einen kleinen Vogel handelte. Ohne einen wirklichen Hintergedanken gab ich dem Ranger, welcher schon seit drei (!) Jahren auf der Suche nach diesem Nest ist, Bescheid und dieser sprang sofort in heller Erregung auf, nachdem er einen Blick durch sein Fernglas geworfen hatte. TatsĂ€chlich hatte ich zufĂ€llig das Nest, nach dem schon so lange gesucht wurde, gefunden. Der Ranger war so von den Socken, dass er gleich gefĂŒhlt 20 Leute angerufen hat, um jedem Bescheid zu geben. Ich fand das schon ein bisschen lustig, aber war natĂŒrlich auch ein bissle stolz, dass ich meinen Teil beitragen konnte. Mein Soll ist hiermit erfĂŒllt 😉 Die Nachricht hat sich dann auch ein bisschen herumgesprochen (es wurde sogar in einem grĂ¶ĂŸeren Meeting angesprochen) und manche Ranger meinten zu mir, ich sei jetzt die neue „Raubvogelexpertin“ 😀

na, seht ihr das Vogelnest :D

na, seht ihr das Vogelnest 😀

Es gab sogar noch mehr Vogelaction diesen Monat: Wir haben die NistkĂ€sten der Blauracken ĂŒberprĂŒft und die KĂŒken gezĂ€hlt. Die Vögel haben ein sehr schönes, strahlend blaues Gefieder und einen ziemlich strengen Geruch, daher lieber nicht all zu lang in den Nistkasten schauen 😉 Die meisten NistkĂ€sten waren an BĂ€umen in ca. 5 m Höhe befestigt. Das hieß den ganzen Tag: Leiter rauf, KĂŒken zĂ€hlen, Leiter wieder runter und weiter zum nĂ€chsten. Jetzt habe ich auf jeden Fall meine Angst vor wackeligen Leitern etwas zurĂŒckgeschraubt. Ein paar der KĂ€sten waren auch an Strommasten befestigt. Die sind wir dann halt einfach so hochgeklettert (wer braucht schon ne Leiter, die Strommasten wackeln wenigstens nicht 😉 ).
Fazit: Fast alle NistkĂ€sten waren mit zahlreichen KĂŒken bewohnt, ein bisschen Höhenangst abgebaut und wieder bisschen mit dem Toyota Hilux ĂŒber die Feldwege getuckert -> erfolgreicher Tag!

je Àlter desto strahlener wird das Gefieder

je Àlter desto strahlener wird das Gefieder

ich auf einem Strommasten

ich auf einem Strommasten

ein schönes Blauracken-Quartett

ein schönes Blauracken-Quartett

Am letzten Juliwochenende unternahm ich dann noch einen kleinen Trip in die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Ungarns: Debrecen! Mit ihren gut 200.000 Einwohnern hat die Stadt, im Gegensatz zu Budapest, wirklich noch Kleinstadtcharakter, was dem Sightseeing allerdings sehr gelegen kommt, da alles ziemlich zentral ist. Es gibt einen großen Hauptplatz, eine Marktstraße, auf der die Straßenbahn entlang fĂ€hrt, zwei große Einkaufzentren, eine Markthalle, wo Unmengen an sehr lecker aussehendem Obst und GemĂŒse verkauft werden und ein riesiges Erlebnisbad (welches ich allerdings nicht besucht habe). NatĂŒrlich gibt’s noch ein paar Kirchen, von denen ich mir auch eine von Innen ansehen wollte (um das Sightseeing-Erlebnis komplett zu machen), dafĂŒr Eintritt zu bezahlen, war’s mir dann allerdings doch nicht wert. Im DĂ©ri Museum (Kunst- und Volkskunde) erhielt ich dafĂŒr freien Eintritt (weil unter 26 Jahre alt und letzter Sonntag im Monat 🙂 ) Außerdem habe ich noch einen Abstecher in den Nagyerdei (=Großer Wald) Park gemacht.
NatĂŒrlich durften ein paar Debrecziner WĂŒrstchen auch nicht fehlen. Danach habe ich erfahren, dass diese ursprĂŒnglich gar nicht aus Debrecen stammen, naja egal, waren trotzdem ganz lecker 😉

die Markthalle in Debrecen

die Markthalle in Debrecen

Kossuth-Platz in Debrecen

Kossuth-Platz in Debrecen

So damit ist der Monat Juli auch schon wieder vorbei. In drei Wochen geht’s wieder zurĂŒck nach Deutschland, aber dazwischen ist noch einiges geplant: Ein Austausch mit den Freiwilligen aus dem Hațeg UNESCO Global Geopark in RumĂ€nien steht noch an! DarĂŒber könnt ihr dann in meinem (voraussichtlich) letzten Eintrag etwas lesen 🙂

Bis bald!

Noch ein Bonus-Foto:

frische Fußspuren eines kleinen BraunbĂ€ren im BĂŒkk Nationalpark

frische Fußspuren eines kleinen BraunbĂ€ren im BĂŒkk Nationalpark

JĂșniusi hĂ­rek

Die letzten Tage des Junis sind vorbei. Das ruft nach einem neuen Update aus Eger! Und ihr habt natĂŒrlich bereits sehnsĂŒchtig darauf gewartet 😉

Der Monat begann gleich ganz sportlich: Ich hab‘ das Thermalbad von Eger (Egri TermalfĂŒrdƑ) ausgecheckt und bin natĂŒrlich ein paar Bahnen geschwommen. Da ich leider nicht im Besitz einer Badekappe bin, welche im Schwimmerbecken Pflicht ist, musste ich auf’s Erlebnisbecken ausweichen. Naja, war auch i. O., aber das Thermalbecken mit 38° C warmen Wasser hat mir dann doch besser gefallen, nach dem Sport soll man sich ja auch entspannen 😉

Das erste Wochenende war auch mal wieder sehr ereignisreich: Angefangen wurde mit der Besichtigung der EsztĂĄz-kƑi-Höhle im BĂŒkk-Gebirge inkl. Helm und Stirnlampe, da die Höhle nicht mit ElektrizitĂ€t ausgestattet ist. Das war eine ziemlich spannende Erfahrung!

ĂŒber die Leiter ging's runter in die Höhle

ĂŒber die Leiter ging’s runter in die Höhle

Tags darauf habe ich dann Besuch aus Budapest bekommen. Ernest und sein Kumpel Christian, welcher gerade eine Europarundreise mit seinem Van macht, haben mich in den Nachbarort FelsƑtĂĄrkĂĄny begleitet, wo wir (fĂŒr mich das erste Mal) einen Klettersteig bezwungen haben. Leider war kein Guide vor Ort und dass wir so gut wie keine Erfahrung im Klettern hatten, schien jedoch fĂŒr die Verleiherin des Equipments eher weniger ein Problem darzustellen. Uns wurde nur kurz gezeigt, wie man sich am Stahlseil einhakt und das war’s dann auch schon mit der Sicherheitsunterweisung. Okay, na gut, Hals- und Beinbruch und so… los geht’s 😀 Wir haben es glĂŒcklicherweise alle ĂŒberlebt und es war eine sehr coole Erfahrung!

in schwindelerregenden Höhen

in schwindelerregenden Höhen (vorne Christian, hinten ich)

Am Sonntag war ich dann noch in Szomolya auf dem alljĂ€hrlichen Kirsch-Festival zugunsten der Kurzstielkirsche (sehr lecker btw), welche nur dort wĂ€chst. Im Zuge dessen bekam ich auch die Gelegenheit die „Bienenstocksteine“ zu besichtigen. Hierbei handelt es sich um spezielle Felsformationen, in welche fensterartige Einkerbungen geschlagen wurden. Bis heute konnte nicht eindeutig geklĂ€rt werden, zu welchem Zweck die „Fenster“ gedient haben, eventuell zur Imkerei (daher auch der Name) oder aber fĂŒr rituelle oder Bestattungszwecke. Es bleibt ein Mysterium! 😉

ein Teil der Bienenstocksteine

ein Teil der Bienenstocksteine

WĂ€hrend meiner „Arbeit“ im Nationalpark durfte ich mit einem Ranger auf eine Vogelbeobachtungstour gehen, welche von ein paar rich peoples aus Australien, England, Neuseeland und den USA bei einem ungarischen Anbieter gebucht wurde. Nachher habe ich nĂ€mlich erfahren, dass solche Touren sĂŒndhaft teuer sind und die Besucher teilweise nur wegen Tierbeobachtungstouren nach Europa kommen. Da weiß man, wo das Geld zu Hause ist 😉 Da die Tour im BĂŒkk stattfand, haben wir sie begleitet, da der Ranger die besten Spots kennt und es hat sich glĂŒcklicherweise gelohnt bei Nieselwetter draußen herumzulaufen! Das Ziel war es nĂ€mlich den Habichtskauz (zweitgrĂ¶ĂŸte Eule in Ungarn) zu sehen und wir haben sogar drei davon erspĂ€t. Mit dem Teleskop konnten wir die Tiere dann auch aus nĂ€chster NĂ€he bewundern (sofern sie auf ihrem Ast sitzen geblieben sind, versteht sich). Außerdem haben wir noch den kleinsten Vogel Ungarns, das SommergoldmĂ€nnchen (wiegt nur ca. 5 g) entdeckt. Interessanter und lustiger Nachmittag mit der internationalen Truppe, ob ich dafĂŒr allerdings so einen Batzen Geld ausgeben wĂŒrde, wage ich zu bezweifeln. Naja, ich bekomme sowas ja zum GlĂŒck for free 😉

Am zweiten Juniwochenende bekam ich dann langersehnten Besuch aus Deutschland von meinen Eltern 🙂 FĂŒr die kommenden Tage habe ich ihnen in bester Tourguide-Manier alle schicken Ecken in und um Eger gezeigt, als „Quasi-Local“ kenne ich mich natĂŒrlich hervorragend aus 😉
Auf dem Programm standen die Besichtung der Burgen von Eger und Sirok, ein Ausflug zum Theißsee inkl. Besuch des Ökozentrums mit dem grĂ¶ĂŸten SĂŒĂŸwasseraquarium Europas und einer Bootsfahrt auf dem See. Und was bei einem Eger-Besuch natĂŒrlich nicht fehlen darf: Eine Weinverkostung in einem Weinkeller im Schönfrauental, sehr lecker 🙂
DienstagfrĂŒh haben sie sich dann in Richtung Balaton verabschiedet und dort noch ein paar entspannte Tage verbracht.

Bootsfahrt auf dem Theißsee

Bootsfahrt auf dem Theißsee

Weinverkostung im TĂłth Ferenc Weinkeller

Weinverkostung im TĂłth Ferenc Weinkeller

Ausblick von der Burg Sirok

Ausblick von der Burg Sirok

FĂŒr mich ging die Woche weiter im Nationalpark: An einem Tag war ich zusammen mit einer Rangerin, einer italienischen Studentin und einem Kameramann unterwegs. Die beiden Besucher*innen sind extra aus London angereist, da sie eine Dokumentation ĂŒber einen Wolf drehen, welcher im BĂŒkk-Gebiet illegal von einem JĂ€ger erschossen wurde. Der Wolf trug einen schweizer GPS-Tracker, sodass dessen Route aus der Schweiz ĂŒber Österreich bis nach Ungarn nachverfolgt werden konnte. Leider sind die hiesigen JĂ€ger nicht so begeistert von den Wölfen, da diese zu viele Rehe reißen (behaupten sie jedenfalls) und daher werden die geschĂŒtzten Wölfe immer wieder Opfer von Wilderei. Die FĂ€lle werden zwar polizeilich nachverfolgt, es ist jedoch sehr schwierig die TĂ€ter schlussendlich auch zu ĂŒberfĂŒhren. Vielleicht kann die Doku ja in diesem Fall helfen!

Field trip

Field trip

Wieder ein freudigeres Thema: Mein Backofen hat ein weiteres Mal eine Glanzleistung vollbracht! Mein Plan war es eine Pizza zu backen und dieser ist wirklich hervorragend aufgegangen (so wie der Teig, hehe super lustig 😉 )

das Festmahl

das Festmahl

Am Tag darauf habe ich den „AntiquitĂ€tenmarkt“ in Eger besucht, welcher immer am dritten Sonntag im Monat stattfindet. Oder sagen wir besser, es war ein Floh- und „Ich-verkaufe-den-Schrott-aus-meinem-Keller“-Markt 😀 Zwischen Gewehren und ArmeeausrĂŒstung aus Sowjetzeiten, HitlergemĂ€lden, diversen BĂŒchern, Geschirr (natĂŒrlich mit echtem Goldrand), Schmuck, Lego-Sets, Buddha-Figuren, Schnurtelefonen, kompletten Gartenmöbelgarnituren und jeder Menge Krimskrams fanden sich auch ein paar mir vertraute „SchĂ€tze“. Unter anderem leere Mönchshof-Bierflaschen (leckeres Bier, aber die nehme ich dann doch lieber gefĂŒllt) und diverseste BierkrĂŒge mit deutschem Aufdruck von SchĂŒtzenvereinen oder ganz klassisch vom HofbrĂ€uhaus MĂŒnchen. Als ich so durch die Reihen schlenderte, musste ich beim Anblick der deutschen BierkrĂŒge und -flaschen immer wieder schmunzeln und fragte mich, wie um alles in der Welt die wohl in einer Kleinstadt im Nordosten von Ungarn gelandet sind. Ziemlich am Ende des Marktes hat dann aber ein Krug wirklich alle anderen in den Schatten gestellt und ich musste zweimal hinsehen, bevor ich es glauben konnte. Da stand wirklich ein Porzellankrug mit einem „Neumarkt in der Oberpfalz“ Aufdruck (mein Heimatlandkreis) 😀 Das war wirklich ein kleines Highlight und die 2000 HUF (von 3000 runtergehandelt) waren es mir auf jeden Fall wert, um das gute StĂŒck wieder in seine „Heimat“ zu befördern. Die VerkĂ€uferin meinte, sie hĂ€tte ihn auf einem Flohmarkt in Österreich gekauft. Der hatte bestimmt schon eine lange Reise hinter sich!

der Neumarkter Bierkrug

der Neumarkter Bierkrug

Mönchshof-Bierflaschen (wer kauft sowas? :D )

leere Mönchshof-Bierflaschen (wer kauft sowas? 😀 )

ein kleiner Teil interessanter VerkaufsgegenstÀnde

ein kleiner Teil fragwĂŒrdiger VerkaufsgegenstĂ€nde

Ein weiteres Highlight diesen Monat: Die AdlerkĂŒken sind geschlĂŒpft! Aufmerksame Leser*innen erinnern sich bestimmt an den Teil aus dem April-Update (oder hier zum Nachlesen: https://kulturweit.blog/eger2023/2023/05/02/april-update/) in dem ich ĂŒber die „Adlereierinventur“ berichtet habe. Ende Mai/Anfang Juni war es endlich so weit und die KaiseradlerkĂŒken sind geschlĂŒpft 🙂 Jetzt war es an der Zeit die kleinen Vögel zu „beringen“, also mit einem Ring am Fuß zu markieren. Jeder Vogel bekommt eine individuelle Nummer, sowie einen farbigen Ring und werden in eine Datenbank aufgenommen. So kann man die Tiere landesweit nachverfolgen.
Ich durfte zwei Tage bei dieser Aktion dabei sein und ich muss sagen, das waren die beiden besten bisher! (Obwohl es seeehr lange Arbeitstage waren -> 3:30 Uhr aufstehen, 19:30 Uhr Feierabend, da haben zwei Tage dann auch gereicht 😀 )
Das ganze lief folgendermaßen ab: Ein speziell ausgebildeter Baumkletterer ist zum jeweiligen Nest aufgestiegen und hat das KĂŒken in eine Art Rucksack gepackt und mit einem Seil nach unten befördert. Dort wurde das KĂŒken dann auf eine Matte gesetzt, vermessen, fotografiert, DNA-Proben entnommen, auf das Vogelgrippevirus getestet und an beiden Beinen mit jeweils einem Ring versehen. Danach wurde es wieder in den Rucksack gesetzt, mit einer Art Kofferwaage gewogen und per Seil wieder nach oben in sein Nest transportiert. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, ob der kleine Adler (welcher eigentlich gar nicht mehr klein ist mit 6-7 Wochen) das alles einfach so ĂŒber sich ergehen hat lassen. Das gleiche hatte ich mich im Vorfeld auch gefragt und tatsĂ€chlich war es ĂŒberraschenderweise auch so. Die meisten saßen ganz still und ohne mit einer Feder zu zucken auf der Matte. Manche waren allerdings auch etwas rebellisch und wollten weglaufen (fliegen ist noch nicht drin). Da musste man dann schon etwas aufpassen, denn mit den spitzen Krallen war lieber nicht zu spaßen. Ich durfte dann dabei helfen, die Adler wieder zurĂŒck in den Rucksack zu setzen. Das war schon sehr cool, wer bekommt schon mal die Gelegenheit einen Adler in HĂ€nden zu halten 🙂

ein ca. 6-7 Wochen altes KĂŒken

ein ca. 6-7 Wochen altes KĂŒken

beim Testen auf das Vogelgrippevirus

beim Testen auf das Vogelgrippevirus

Adler-Mama hat immer alles im Blick

Adler-Mama hat immer alles im Blick

ein kleiner Rebell

ein kleiner Rebell

Kletterer am Nest

Kletterer am Nest

Ende Juni stand dann noch der Trip zum Balaton inkl. Festivalbesuch an! Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg aus allen Ecken Ungarns in Richtung Tihany am Balaton, wo wir ein Ferienhaus gebucht hatten. Unsere bunt gemischte Truppe bestand aus 13 Personen von Freiwilligen, ehemaligen Freiwilligen und Freund*innen, welche extra aus Deutschland bzw. Spanien angereist waren. Wetter war top, wir haben gegrillt und Alkohol in rauen Mengen konsumiert. Am Donnerstag gings dann gleich weiter am Balaton Sound Festival. Sehr coole Location direkt am See, im Gegensatz dazu eher uncool war das ĂŒberteuerte Heineken fĂŒr ĂŒber 5 €, aber im Urlaub zĂ€hlt ja das Geld bekanntermaßen nichts 😉 Summa summarum ein top Festival (wer auf elektronische Musik steht) mit einigen guten Acts. Wir haben unser Tagesticket natĂŒrlich bis zum Ende ausgenutzt (SparfĂŒchse) und waren erst am Freitag um 8 Uhr morgens wieder zu Hause. Nach einem kurzen FrĂŒhstĂŒck bin ich dann aber auch halbtot ins Bett gefallen. Den restlichen Freitag haben wir dann etwas entspannter angehen lassen, etwas von Tihany erkundet und einen dringend benötigten Cappuccino in einem schicken CafĂ© mit Blick auf den tĂŒrkisblauen See getrunken.
Samstagvormittag war dann wieder Abreise und leider hat mein Körper die vorherigen Tage wohl nicht so sehr genossen wie ich. Mit Hals- und Gliederschmerzen machte ich mich zurĂŒck auf den Weg nach Eger. Leider hatte keine Apotheke meinen Go-To-ErkĂ€ltungscocktail aus diversen Bionoricaprodukten vorrĂ€tig, daher drĂŒckt mir die Daumen, dass ich nĂ€chstes Wochenende wieder fit bin 🙁 Da steht nĂ€mlich das nĂ€chste Weinfest von Eger an, außerdem bekomme ich wieder Besuch aus Deutschland 🙂

Sonnenaufgang am Balaton Sound

Sonnenaufgang am Balaton Sound

Ausblick auf den See von unserem Ferienhaus aus

Ausblick auf den See von unserem Ferienhaus aus

BBQ time

BBQ time

Also stay tuned und bis in vier Wochen, viszontlĂĄtĂĄsra!

Vorbei ist der Mai…

… astreines Wortspiel zum Anfang 😉

Anfang Mai stand direkt das Zwischenseminar an. Da es online war, dachten wir uns (Ernest aus Ungarn, Magda aus der Slowakei, sowie Deborah und Steffi aus Italien), dass wir die Gelegenheit nutzen, um wĂ€hrenddessen ein anderes Land zu besuchen. Unsere Wahl fiel auf Albanien und ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass wir nicht enttĂ€uscht wurden! Wir mieteten uns zu fĂŒnft in einer Ferienwohnung in Ksamil ganz im SĂŒden des Landes ein. Am Anreisetag trafen wir uns alle jedoch zunĂ€chst in der Hauptstadt Tirana, welche ebenfalls sehr zu empfehlen ist (hier gibt es mehr Mercedes Benz als in ganz Deutschland glaube ich, sehenswert ist jedoch eher die Architektur, als die ganzen SUVs). Am nĂ€chsten Tag machten wir uns dann mit einem Mietwagen auf den Weg quer durchs Land in Richtung SĂŒden. Unser kleiner „Roadtrip“ fĂŒhrte uns von Tirana ĂŒber Fier nach Vlora und von dort aus noch zum Blue Eye, eine Quelle mit kristallblauem Wasser mitten im albanischen Gebirge.
Wenn wir gerade nicht alle vor den Bildschirmen unserer Laptops klebten, nutzten wir die freie Zeit, um z. B. Gjirokastra (UNESCO-Weltrerbe) und den Butrint Nationalpark (UNESCO-Weltkulturerbe) zu besuchen.
Neben wunderschönen Gebirgsketten gab es auch einiges an Tier-Action zu beobachten: KĂŒhe, Schafe und Ziegen, welchen man auf der Straße ausweichen musste, Wasserschildkröten, eine Schlange und mein persönliches Highlight: eine (Breitrand-?)Schildkröte beim Eierlegen! Das sieht man wirklich nicht alle Tage, zumal Schildkröten auch noch meine Lieblingstiere sind 🙂 Der Trip nach Albanien hat sich wirklich gelohnt (abgesehen vom Regenwetter, aber darĂŒber wollen wir jetzt wirklich nicht sprechen 😉 )

Altstadt von Gjirokastra

Altstadt von Gjirokastra

KĂŒste bei Saranda

KĂŒste bei Saranda

unser Strand in Ksamil

unser Strand in Ksamil

Blue Eye

Blue Eye

Gebirgsketten in Albanien

Gebirgsketten in Albanien

Hafen von Fier

Hafen von Fier

ZurĂŒck in Ungarn machte ich noch einen kurzen Abstecher nach Tata, wo eine kleine Geburtstagsfeier stattfand. Leider wieder mal verregnet, aber doch ein sehr schönes StĂ€dtchen.

Mitte Mai bekam ich dann die Möglichkeit im Besucherzentrum HarkĂĄly HĂĄz (Specht-Haus) bzw. den Rangern, welche dort stationiert sind, zu helfen. Es war wieder einmal sehr tierreich, wovon ich selbstverstĂ€ndlich begeistert war. An einem Tag waren wir auf der Suche nach der Raupe einer gefĂ€hrdeten Nachtfalterart (mit Erfolg!). An einem anderen machten wir uns auf den Weg, um die Nester eines Adlers (leider habe ich die genaue Bezeichnung nicht mehr im Kopf – shame on me), sowie des Schwarzstorches (sieht aus wie ein „normaler“ Storch, nur die Farben sind umgekehrt) zu suchen. Leider diesmal mit weniger Erfolg. Am ursprĂŒnglichen Nistplatz konnten wir das Nest leider nicht mehr finden, womöglich sind sie weitergezogen und sind wo anders sesshaft geworden. Zu unserer EntschĂ€digung konnten wir jedoch immerhin die Adler am Himmel kreisen sehen. Außerdem haben wir noch eine Schlange, zahlreiche Eidechsen, Schmetterlinge, Raupen, Mufflons und Rehe gesehen. Mein Highlight: Ich durfte mit dem Pick Up durch den Wald cruisen, ziemlich cool, aber auch etwas herausfordernd, angesichts gefĂŒhlt metertiefen Schlaglöchern oder BĂ€chen, welche den Weg kreuzten. Aber ich kann mit Stolz feststellen, dass ich keinen Unfall gebaut habe 😉
Nach getaner Arbeit habe ich dann noch zusammen mit zwei Rangern den höchsten Berg in Ungarn, den KĂ©kes mit 1014 m bezwungen …allerdings nur mit dem Auto 😀

Östliche Smaragdeidechse

Östliche Smaragdeidechse

on top of KĂ©kes (1014 m)

on top of KĂ©kes (1014 m)

WĂŒrfelnatter

WĂŒrfelnatter

Perlmuttfalter

Perlmuttfalter

Raupe Nimmersatt ;)

Raupe Nimmersatt 😉

"mein" Pick Up

„mein“ Pick Up

DafĂŒr habe ich den Nagy-Eged bestiegen, welcher mit seinen 536 m zwar fast um die HĂ€lfte kleiner ist, aber am Gipfel wurde man mit einem Panoramablick auf Eger und die umliegenden Weinberge belohnt. Außerdem habe ich mit meinem Fahrrad noch einen Flohmarkt im Nachbarort FelsƑtĂĄrkĂĄny besucht. Ohne einen kleinen Einkauf konnte ich da natĂŒrlich nicht weg, daher habe ich eine CD der Band Zanzibar aus 2002 fĂŒr sagenhafte 1000 Forint erstanden. Das Cover sieht aus wie die ungarische Version der Vengaboys, bin mal gespannt, ob sie auch so klingt 😀

Neben meinem neu entdeckten Hobby: dem Backen mit Gasofen, habe ich mich erstaunlicherweise auch schon etwas sportlich betĂ€tigt. Jeden Dienstag Pilates-Kurs in der Arbeit, beim Bouldern war ich schon und im Fitnessstudio (was sich leider eher als Bodybuilderstudio herausgestellt hat und ich mich eeetwas fehl am Platz fĂŒhle) habe ich mich angemeldet. Wie regelmĂ€ĂŸig ich dort hingehe, tut ja hier nichts zur Sache 😉

Das letzte Maiwochenende fĂŒhrte mich mal wieder ins schöne Budapest, wo ich die Zeit mit meinem Freund verbringen durfte. Diesmal hatten wir (anders als an Ostern) zum GlĂŒck ausgezeichnetes Wetter, sodass wir die Tage wirklich mehr als genießen konnten. Unter anderem machten wir eine Bootsfahrt auf der Donau inkl. unlimited Prosecco. Das kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, der gerne Secco trinkt, zumal die Kellner es wirklich ernst mit dem „unlimited“ meinten. Sie schenkten sogar nach, wenn das Glas noch halb voll war, aber das war schon so in Ordnung 😉
Nachdem mein Freund dann am Sonntag leider schon wieder abreisen musste, nutzte ich den restlichen Tag noch fĂŒr einen Besuch des Magyar Zene HĂĄza (Haus der ungarischen Musik) im StadtwĂ€ldchen von Budapest zusammen mit Ernest. Wirklich empfehlenswert, wenn man schon immer mal ein paar Instrumente ausprobieren oder seine SingkĂŒnste im Aufnahmeraum austesten wollte!

Noch ein kleiner random Fact zum BĂŒkk Nationalpark, welchen ich erzĂ€hlenswert fand: Es gibt dort einen Berg (BĂ©l-kƑ), dessen Gipfel komplett durch ein Steinbruchunternehmen abgebaut wurde, um daraus Zement herzustellen. Der Steinbruch wurde mittlerweile zum GlĂŒck stillgelegt, die Ausmaße des Abbaus sind allerdings immer noch deutlich sichtbar. Es sieht aus, als wĂ€re einfach der Gipfel abgeschnitten worden. Wenn man darin steht, denkt man wirklich man sei auf einer Mondlandschaft, ziemlich beeindruckend, aber auch ein bisschen erschreckend leider.
Fun-Fact: Die Produzenten von Dune (der Film mit TimothĂ©e Chalamet) hatten hier angefragt, eine Szene fĂŒr eine geplante Spin-Off-Serie zu drehen. Es wurde jedoch abgelehnt, weil das Gebiet streng geschĂŒtzt ist. Dort wachsen mittlerweile wieder seltene Pflanzenarten und an den SteilwĂ€nden sind einige Vögel beheimatet.
Der Blick von oben ist auf jeden Fall ziemlich einzigartig!

Blick auf den BĂ©l-kƑ

Blick auf den BĂ©l-kƑ

Pfingsten ist zum GlĂŒck auch hier in Ungarn ein Ding, sodass der letzte Montag im Mai ein Feiertag war. Kurze Wochen sind doch immer schön 🙂
So, das war’s dann auch schon wieder fĂŒr diesen Monat. Köszönöm szĂ©pen (Vielen Dank) fĂŒr’s Lesen! 🙂

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April-Update

Wieder sind ein paar Wochen wie im Flug vergangen und ich habe mir Gedanken darĂŒber gemacht, wie hĂ€ufig ich hier etwas veröffentlichen will. Alles braucht schließlich etwas Struktur (oder?).
Das Ergebnis meiner Überlegung war letztendlich, dass ich einmal im Monat ein kurzes Update hochladen möchte, in dem ich euch ein bisschen was ĂŒber die vergangenen Wochen erzĂ€hlen werde. Mal sehen, ob das klappt 😀

Here we go… das April-Update!

Ostern stand vor der TĂŒr und so ein verlĂ€ngertes Wochenende kam gerade gelegen, denn endlich bekam ich langersehnten Besuch aus Deutschland von meinem Freund. Das Wetter war leider nicht ganz so berauschend, daher haben wir erst einmal dem tĂŒrkischen Bad einen Besuch abgestattet, dessen Wasser ruhig noch ein paar Grad wĂ€rmer hĂ€tte sein können (36 Grad ist nicht genug). Außerdem haben wir die St. Stephans-Tropfsteinhöhle in LillafĂŒred besucht (die FĂŒhrungs gab’s leider nur auf ungarisch, aber dafĂŒr eine mehr oder minder gute Übersetzung in Papierform). Am Sonntag, als das Wetter zum GlĂŒck etwas besser wurde, fuhren wir noch nach SzilvĂĄsvĂĄrad und machten eine kleine Wanderung zum Schleierwasserfall.

per Schmalspurbahn in Richtung Wasserfall

per Schmalspurbahn in Richtung Wasserfall

Schleierwasserfall in SzilvĂĄsvĂĄrad

Schleierwasserfall in SzilvĂĄsvĂĄrad

Am Wochenende darauf fuhr ich nach Budapest, um ein wiederholtes Mal die dortigen Freiwilligen zu besuchen (Danke fĂŒr den Schlafplatz). Das Nachtleben dort hat dann doch (etwas) mehr zu bieten als in Eger, was wir natĂŒrlich auch ausgiebig genutzt haben. Ein bisschen Sightseeing durfte aber natĂŒrlich auch nicht fehlen 😉 Am Montag fand dann noch die Auftaktveranstaltung des Wunderbar FesztivĂĄls in der AndrĂĄssy UniversitĂ€t in Budapest statt (der ursprĂŒngliche Grund fĂŒr meine Reise, aber warum nicht gleich das ganze Wochenende nutzen?) Dort gab es hohen Besuch der Botschafter_innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Aussicht auf Budapest vom Gellért-Berg aus

Aussicht auf Budapest vom Gellért-Berg aus

Sankt-Stephans-Saal im Burgpalast Budapest

Sankt-Stephans-Saal im Burgpalast Budapest

Wunderbar Fesztivål in der Andråssy UniversitÀt

Wunderbar Fesztivål in der Andråssy UniversitÀt

Kaum zurĂŒck ging es fĂŒr mich auch schon weiter mit der Arbeit im Geopark. Mitte April fand die Auftaktveranstaltung eines von der EU geförderten Projektes (HUMANITA Human-Nature Interactions and Impacts of Tourist Activities on Protected Areas) statt, bei dem der BĂŒkk Nationalpark als Gastgeber fungierte. Projektpartner aus fĂŒnf verschiedenen LĂ€ndern waren eingeladen und ich hatte an diesen zwei Tagen die ehrenvolle Aufgabe das Protokoll zu fĂŒhren. Eine kleine Herausforderung, alles auf englisch mitzuschreiben, aber ich denke (hoffe), dass ich meine Aufgabe ganz gut gemeistert habe. Außerdem bekam ich im Zuge dessen auch die Möglichkeit das BĂŒkk Astronomical Observatory zu besichtigen, was ziemlich cool war.
(FĂŒr die Interessierten unter euch: https://www.interreg-central.eu/projects/humanita/)

HUMANITA-Projektteilnehmer beim Besuch der "Heilenden Steine" in BĂŒkkszentkereszt

HUMANITA-Projektteilnehmer beim Besuch der „Heilenden Steine“ in BĂŒkkszentkereszt

Und endlich bekam ich die Möglichkeit mit den Rangern unterwegs zu sein! Einmal haben wir Rehe aus einem eingezĂ€unten Bereich verjagt, damit die dort frisch gepflanzten Setzlinge nicht aufgefressen wurden. Ein anderes Mal war ein Forscher aus Deutschland zu Besuch, welcher den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Maivogels (eine Schmetterlingsart) untersucht hat. Leider hat es an diesem Tag mal wieder geschneit (warum schneit es im April 🙁 ) und sogar der ArtenspĂŒrhund konnte keine Raupen des Schmetterlings aufspĂŒren, weil sich alle verkrochen hatten. Der bis jetzt interessanteste „Field trip“ war die „Adlereierinventur“. Auf dem Einzugsgebiet des Nationalparkdirektorats befinden sich mehrere Kaiseradlernester und um den Überblick zu behalten, werden jedes Jahr die Eier darin gezĂ€hlt. Dieses Jahr zum ersten Mal mit Hilfe einer Drohne. Das war wirklich ein sehr interessanter Tag, bei dem ich nicht nur einen Adler aus nĂ€chster NĂ€he sehen konnte, sondern auch zahlreiche Fasane, Feldhasen und vor allem Rehe (ich habe noch nie so viele Rehe an einem Tag gesehen), welche immer wieder unsere Wege kreuzten, als wir kreuz und quer durch Niemandsland fuhren, auf unserem Weg zu den Nestern.

per Drohne auf der Suche nach den Adlereiern

per Drohne auf der Suche nach den Adlereiern

Blick von oben auf das Nest des Kaiseradlers per Drohne

Blick von oben auf das Nest des Kaiseradlers per Drohne

Raupe des Maivogels

Raupe des Maivogels

Was war noch passiert? Ich habe mit meinem Sprachkurs angefangen! Focista = Fußballspieler, so viel konnte ich mir schon mal merken und ein paar andere Wörter natĂŒrlich auch, aber die Sprache ist leider viel zu kompliziert, um sie in nur sechs Monaten zu lernen (Man braucht wohl eher drei Jahre wurde mir gesagt). Mal sehen, ein paar AusdrĂŒcke habe ich schon drauf, aber es gibt noch viel zu lernen, also immer schön aufpassen im Unterricht 😉
Außerdem habe ich gebacken, bzw. es versucht. Das ist nĂ€mlich gar nicht so einfach, wenn man weder im Besitz einer Waage, noch eines Messbechers ist und einen etwas in die Jahre gekommenen Gasofen besitzt, welcher nur Unterhitze hat und diesen noch per Streichholz anfeuern muss. Mit ein bisschen Improvisation habe ich dann Muffins und einen Schokokuchen gebacken und erstaunlicherweise war beides sogar ziemlich lecker. DarĂŒber konnten sich dann auch meine Kolleg_innen freuen!
DarĂŒber hinaus hatte ich noch die Gelegenheit die Gegend um Eger etwas zu erkunden. Zum einen haben wir den „TĂŒrkischen Tisch“ (Törökasztal) in Sirok besucht und an einem Sonntag nutzte ich die Sonne aus und machte meine erste ausgedehntere Wanderung im Nationalpark und bestieg den 950 m hohen Tar-kƑ, einen der höchsten Gipfel im Nationalpark. Von dort aus hatte man wirklich einen wunderschönen Ausblick auf das BĂŒkk Gebirge.

Törökasztal

Törökasztal

auf dem Gipfel des Tar-kƑ

auf dem Gipfel des Tar-kƑ

meine ersten Backversuche -> sehr lecker

meine ersten Backversuche -> sehr lecker

Am letzten April-Wochenende fand das erste große Weinfest (Egri Csillag) in Eger statt. Auch wenn ich mich nicht als große Weinkennerin bezeichnen wĂŒrde, habe ich mich sehr darauf gefreut, unter Anderem auch, weil mich vier andere Freiwillige aus Ungarn besucht haben. Auf dem DobĂł-IstvĂĄn-Platz haben 20 verschiedene Weinkellereien aus Eger und Umgebung drei Tage lang ihre Weine angeboten. NatĂŒrlich haben wir uns reichlich durchprobiert, was bei einem Flaschenpreis ab 6-7 Euro sogar auch ganz preiswert war. Außerdem gab es Livemusik und ein paar Food Trucks. Alles in allem ein sehr schönes Wochenende! Das nĂ€chste Weinfest im Juli kann auf jeden Fall kommen!

Egri Csillag Weekend (=Stern von Eger)

Egri Csillag Weekend (=Stern von Eger)

Ab 14 Uhr wurde schon fleißig Wein verkostet

Ab 14 Uhr wurde schon fleißig Wein verkostet

kleiner Sonntagsspaziergang in EgerszalĂłk

kleiner Sonntagsspaziergang in EgerszalĂłk

Das war’s fĂŒr den April, zum GlĂŒck ist der 1. Mai auch hier ein Feiertag, also erstmal ausschlafen 😉

Und los geht’s

Alles neu!

Am 14. MĂ€rz ging es also los nach Ungarn, meine neue Heimat fĂŒr die nĂ€chsten sechs Monate. Ganz ehrlich: Ich war schon ziemlich aufgeregt. Ich war vorher noch nie in Ungarn, meine lĂ€ngste Auslandserfahrung waren zwei Wochen Kroatienurlaub (das zĂ€hlt wohl eher nicht als Auslandserfahrung 😉 ) und darĂŒber hinaus habe ich noch nie in einer eigenen Wohnung gelebt. Vom behĂŒteten Elternhaus in eine eigene Wohnung im Ausland, ob das eine gute Idee ist? Hmm, I doubt it aber wir werden es herausfinden!

Nachdem das Flugzeug am Flughafen in Budapest gelandet war, wurde ich direkt von meinem Chef BalĂĄzs in Empfang genommen, welcher sich glĂŒcklicherweise dazu bereit erklĂ€rt hatte, mich abzuholen, denn Eger ist knapp 140 km von Budapest entfernt. So weit so gut!
Wir machten uns also mit dem Auto auf den Weg, doch die Fahrt fand schon bald ein jĂ€hes Ende, als uns ein anderer Verkehrsteilnehmer in die Beifahrerseite rauschte (zum GlĂŒck nur Blechschaden). Das geht ja schon mal gut los, dachte ich mir 😀 Nachdem nach ca. einer Stunde der Papierkram erledigt war, konnten wir unsere Reise (inkl. Riesendelle) glĂŒcklicherweise fortsetzen.
Next Stop: Aldi! Da am 15. MĂ€rz in Ungarn ein Feiertag war, musste ich mich noch schnell mit dem Nötigsten eindecken. Da ich die Fahrt nicht noch lĂ€nger verzögern wollte, rĂ€umte ich also schnell blind ein paar Sachen in den Einkaufskorb und weiter geht’s. Zum Abendessen gab es dann eben Essiggurken mit Brot, naja 😀

Am Samstag bekam ich dann direkt die Gelegenheit die Umgebung von Eger nĂ€her zu erkunden. BalĂĄzs hat mich auf eine Wanderung im nahegelegenen Aggtelek Nationalpark eingeladen. Von Aggtelek wanderten wir 15 km durch Waldgebiet entlang der slowakischen Grenze bis zu unserem Ziel, dem Dörfchen GömörszƑlƑs. Kurz vor unserem Ziel wurden wir noch mit einem schönen weitlĂ€ufigen Ausblick belohnt. Dort konnten wir sogar bis zum MĂĄtra-Gebirge sehen. In GömörszƑlƑs haben wir den Abend dann noch bei Gulaschsuppe (100 % kulinarische Steigerung im Vergleich zum ersten Tag 😉 ), PĂĄlinka und ungarischem Wein, sowie einem Kartenspiel ausklingen lassen (auf ungarisch gar nicht so einfach).

Am Tag darauf wurde der Touri-Mode angeworfen und erstmals die Innenstadt inklusive der Burg von Eger besichtigt. Mit seinen knapp 60.000 Einwohnern hat Eger doch einiges zu bieten, wie z. B. einem Thermal- und TĂŒrkischen Bad, einen weitlĂ€ufigen Marktplatz, einen Bauernmarkt, etliche Kirchen und Museen, zwei alljĂ€hrlichen Weinfesten (Eger ist ein wichtiges Weinanbaugebiet) und natĂŒrlich den BĂŒkk Nationalpark in direkter Nachbarschaft, welchen ich hoffentlich im Laufe der kommenden Monate noch nĂ€her erkunden darf!

post

Hallo erstmal!

Hallo zusammen!

oder wie man auf ungarisch sagt: Sziasztok!

Jetzt bin ich schon drei Wochen hier in Eger, also dachte ich mir, dass es doch mal Zeit wird, ein bisschen was ĂŒber mich und meine ersten Tage hier zu berichten. Wer hĂ€tte gedacht, dass ich in meinem Leben noch einen Blog schreiben werde (ich jedenfalls nicht 😉 ).

Kurz und knapp zu mir:
Mein Name ist Hanna, ich bin 23 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf im Herzen von Bayern. Im Jahr 2019 habe ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau beendet und habe seitdem im Bereich Technischer Kundendienst gearbeitet. Nun war es an der Zeit fĂŒr VerĂ€nderung und ich habe mich vor ca. einem Jahr fĂŒr den Natur-Freiwilligendienst bei kulturweit beworben. Ich wurde angenommen (sonst wĂŒrde ich diesen Blog ja nicht schreiben 😉 ) und kaum, dass ich’s mir versah, saß ich am 14. MĂ€rz diesen Jahres im Flugzeug Richtung Budapest (wie schnell doch die Zeit vergeht)!

Wie es mir die ersten Tage in meiner neuen Heimat erging und wie mein erster „Field Trip“ in meiner Einsatzstelle des BĂŒkk-Region Geoparks ausgesehen hat, erfahrt ihr in den nĂ€chsten BeitrĂ€gen, stay tuned!

Üdvözlettel 🙂
Hanna