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Heute hier, morgen da

Samstag, 24/10/2020

Der erste Blogeintrag – viel zu lange hab ich mir Gedanken über ihn gemacht und letztendlich zählt doch nur eins. Ich kann berichten: es geht mir gut. Sehr gut sogar. Wie heißt es so schön: aller Anfang ist schwer. Und so war es auch bei mir. Gerade noch feiert man in der Heimat seinen Abschied, schon sitzt man im Flieger ins Ungewisse und findet sich in der Fremde wieder. Der Abschied von zuhause, Freunden und Familie war schwer. Ich habe die ersten Tage in Riga zuhause sehr vermisst. Zu akzeptieren, dass sich die Welt zuhause weiterdreht, nur ohne mich, war nicht so ganz leicht. Statt dem ruhigen Stadtleben gab es auf einmal Sirenengeheul in der Nacht, Dill-Chips im Supermarkt (die nebenbei erwähnt wirklich nicht meins sind), unglaublich schöne Architektur und so viel mehr Neues. Und so saß ich während der 10-tägigen coronabedingten Selbstisolation oft stundenlang auf dem Fensterbrett und hab die Stadt auf mich wirken lassen. Durch die großen Fenster in meinem WG-Wohnzimmer hat man einen wunderschönen Blick über Riga und mit der Zeit wurde mir dieses fremde Riga Stück für Stück vertrauter. Und irgendwie vergingen die Tage dann doch schneller als gedacht.

Erst seit wenigen Tagen ist meine Selbstisolation vorbei und mittlerweile habe ich Riga durch Spaziergänge und ein paar Besuchen in Bars besser kennengelernt. Ich kann Straßennamen zuordnen, weiß so ungefähr, wo ich was im Supermarkt finde und hab meiner Schule (zumindest von draußen) schonmal einen Besuch abgestattet. Außerdem konnte ich endlich die anderen Freiwilligen kennenlernen. Zwar kannten wir uns schon über unser Vorbereitungsseminar auf Zoom, Schreiben über WhatsApp und Co ein wenig, doch es ist definitiv schöner die Menschen persönlich zu sehen, als über eine kleine Kachel im Laptop. Ich fand echt toll, wie gut wir uns alle auf Anhieb verstanden haben. Ich meine, wir sitzen ja alle im selben Boot. Bei guten Cocktails, Altstadt-Spaziergängen und Kartenspielen wurden sofort wichtige Dinge geklärt z.B., dass es natürlich Pfannkuchen und nicht Berliner heißt, was die Nicht-Brandenburger/Berliner vehement dementierten haha. Ich war so froh, endlich etwas zu „erleben“, denn außer Menschen beobachten und Filme gucken, hatte ich bisher nicht allzu viel gemacht. Ich wohne zwar in einer WG, jedoch sind meine Mitbewohnerinnen noch nicht in Riga und somit war es auch mal toll Menschen um mich rum zu haben!

Meine Arbeit in der Schule startet erst kommenden Montag. Wobei man nicht wirklich von „in der Schule“ reden kann. Coronabedingt findet der Unterricht leider online statt. Aber egal, es tut gut zu wissen, dass es endlich losgeht. Ich werde mit Schülern der 12. Klasse für das deutsche Sprachdiplom üben und bin schon ein wenig nervös. Schließlich sind die Schüler/innen ungefähr in meinem Alter. Ansonsten steht für die nächsten Tage ein Besuch bei IKEA an, weil ich mein WG-Zimmer noch ein wenig aufhübschen muss :)

Ich hab jetzt so langsam verstanden, wie der Blog hier funktioniert. Also hoffe ich mal, dass der nächste Blogeintrag nicht zu lange auf sich warten lässt!

 

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