Šťastný nový rok (Woche 16)

Die letzte Woche war aufregend, intensiv, voll, erholsam, stressig, lustig, wehmütig, chaotisch, durchgeplant, lang und doch viel zu kurz und vieles mehr, aber vor allem eines: schön.

Nie hätte ich gedacht, dass man so viele Emotionen in eine einzige Woche packen kann, aber genau so hat sich die Zeit zu Hause angefühlt. Wobei ich ehrlich sagen muss, so viel war ich gar nicht zu Hause. Die meiste Zeit war ich unterwegs, habe mich mit Freund:innen getroffen, die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Monate ausgetauscht, meinen Schlafrhythmus vollends aus dem Gleichgewicht gebracht und vor allem jede Sekunde genossen.

Nach dieser sehr intensiven Zeit hieß es dann am Donnerstag schon wieder Abschied nehmen, ein Gefühl das mir in den letzten Monaten recht vertraut geworden ist, was es allerdings nicht leichter macht. War bei meiner Ausreise im September noch alles neu und aufregend, so hatte ich jetzt Sorge, dass mich die Routine, welche mich in Brno erwartet, nicht von möglichem Heimweh ablenken kann.

Bye bye Stuttgart.

Zum Glück legte ich die Strecke nach Brno nicht alleine zurück, sondern traf mich in Nürnberg mit einer weiteren Freiwilligen und wir fuhren gemeinsam mit dem Auto nach Brno, um dort mit ein paar anderen Freiwilligen Silvester zu feiern.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Tschechien kaum Restriktionen, nachdem kurz nach Weihnachten der Notstand ausgelaufen ist und wir waren gespannt, wie Silvester in einer Stadt, die jedes Jahr einen Feuerwerkswettbewerb ausrichtet, abläuft.

Zuerst musste am 30. allerdings noch eingekauft werden. Was zunächst als Scherz gemeint war, wurde plötzlich ernst und so kam es, dass ein anderer Freiwilliger und ich aufgrund von Platzmangel im Auto zum Supermarkt joggten. Eine Aktion, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Den letzten Tag des Jahres verbrachten wir mit einer Tour durch Brno, welches uns mit strahlendem Sonnenschein empfing und mich das schlechte Wetter der vergangenen Tage ruckzuck vergessen lies, bevor wir uns Abends mit Essen und Spielen die Zeit vertrieben, bis es Zeit wurde, aufzubrechen, um das Feuerwerk von der Stadt aus zu betrachten.

Der Blick vom Rathaus ist immer wieder schön.

Nachts alleine in der Turnhalle.

Treppenrutschen

Wraps

Wir waren natürlich nicht die Einzigen, die auf diese Idee kamen und so fanden wir uns um 0 Uhr inmitten zahlreicher gut gelaunter Tschech:innen wieder, die sich fleißig ein „Šťastný nový rok!“ wünschten und mit denen wir gemeinsam das Feuerwerk genossen.

Feuerwerk am Petrov.

Zurück in der Wohnung wurde dann endlich das Schokofondue ausgepackt und die ersten Witze à la „Ich habe dieses Jahr noch gar nicht geduscht“ gerissen, bis wir die Augen schließlich nicht mehr offen halten konnten.

Der erste Tag des neuen Jahres begann entsprechend spät, sodass wir beschlossen, die Schule zu erkunden und zu unserer großen Freude den Tischkicker entdeckten (es hat doch eindeutige Vorteile, in einer Schule zu wohnen).

Den Abend verbrachten wir mit dem Film „Herr der Ringe 1“, sodass es schließlich erneut spät wurde und ich so langsam daran zweifelte, bis Montag meinen Schlafrhythmus wieder herstellen zu können. Diese dunkle Vorahnung erwies sich als durchaus berechtigt, und ich bin gespannt, wie fit ich durch die nächste Woche kommen werde.

Was das Thema Heimweh angeht, bin ich allerdings bisher positiv überrascht worden. Sicherlich lag es an der Gesellschaft der anderen Freiwilligen, aber die Routine, die ich letzte Woche noch so gefürchtet hatte, hat sich bisher nicht als langweilig, sondern vielmehr als wohltuend erwiesen und ich hoffe, dass das auch in den kommenden Wochen so bleibt.

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