Autoren-Archiv: Pauline Strempel

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Vielleicht weinen die Bäume

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Wir weinten tränenlos Weil das Salz ausgegangen Sahen wir aussichtslos Weil das Sichtfeld verschwommen Schrien wir lautlos Weil der Ton benommen Sprachen wir sprachlos Weil wir keine Worte fanden Lachten wir hemmungslos Weil der Schock uns überfiel Schlugen wir Herzlos Um uns getrost zu schützen, und Wir lebten zeitlos Weil die Birken noch dort standen […]

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Das Gedicht kommt zu früh

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Atem wiederfinden, in dieser Beziehung. Mein Körper kann’s noch nicht ganz fassen. Dass das jetzt wirklich endlich war. Umso besser, dass da Luft ist. Ich ringe schon nach innen hin. Seh dich auf dem roten Sofa, liegend wie ein Embryo. Auf dem Stuhl, mit freien Schenkeln. Im Bett, dein Kopf, am Arm entlang, dein schwarzes […]

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Später, am Tag, soll was passiern.

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Früh morgens durch die Stadt. Heimkommen. Menschen in der Bahn, wir sind anders. Irgendwie. Feixen, schwelgen, teilen unseren Schock. Schauen auf den Tag. Und die Nacht. Leere Bürgersteige, bisschen Wind. Zum Glück, ich atme. Lange her, so in der Früh. Rentner holen Zeitung rein. Gelbe Lichter aus der Wohnung. Ich bin verliebt, und ahn‘s noch […]

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Vögelchen vom Meer

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Ein, zwei Wellen weitergehn Wo Sonnen auf den Dünen stehn Wolken über Himmelblau Brise Salz, der Wind ist lau. Hinter der Dune seh ich die Vögelchen vom Meer Schleudern ihre Beinchen vor den Fluten her „Strandläufer“ sinds, so der Maler zu mir. Fliegen nicht, sondern sausen fort Am Schaum entlang Von Süd nach Nord.

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Scherz am Rande

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Ein Junge und ein alter Mann saßen sich an einem Tisch im Café gegenüber. Die Nachmittagssonne lag auf den Schultern des Mannes, im Gesicht des Jungen. Der Mann erzählte, der Junge hörte zu. Zwischendurch pausierten sie. Tranken. Lecker schmeckte die süße Schorle, die der Junge bestellt hatte. Der Kellner kam, und bat die beiden, ihre […]

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Ossobuco

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Ein Sohn rief seinen Vater an, weil er seine Stimme hören wollte. Der Vater nahm den Hörer ab. „Hallo?“ Dem Sohn gefiel die Gewissheit, zu jeder Minute, jeder Stunde, eine Begrüßung des Vaters zu hören. „Hallo, Papa!“, euphorisch überschlug er sich und machte es sich mit dem Hörer am Ohr gemütlich. Bald kamen sie auf […]