4 Wochen

Bei einem Besuch auf dem „Russischen Markt“ begegnet uns eine neue Stadt. Die Sandsteinfassaden weichen den Marktständen. Die breiten Straßen schrumpfen zu Gassen und Tunneln. Hier findet man, was wir nicht suchen. Die übrigen Stofffetzen unserer Fast-Fashion und die Misshandlung von Tieren, welche in Deutschland so schön versteckt wird. Es stört sich niemand an den Kaninchen und Gänsen, die im Brotdosenstil in Käfigen auf ihr Ende warten.

Bei der Arbeit mehren sich die Erfolgsmomente. Ein Spiel funktioniert, eine Schülerin lernt eine Regel und ein Schüler wächst über die Grenzen seiner Deutschfähigkeiten, um mit mir über den AC Mailand zu sprechen. Trotzdem machen uns viele Klassen Kopfschmerzen. Der Besuch der öffentlichen Schule mit fast 2000 Schüler:innen ist immer wieder anstrengend und nie zufriedenstellend.

Ein Wort passt mehr in diese Welt als jedes andere. Korruption. Das System erlaubt und belohnt jeden Kauf. Wer hat die beste Note? Wer hat seinen Führerschein? Wer geht zur Universität? Es ist der mit dem Geld.

Der Trampelpfad Kultur verschwindet zu oft hinter den hohlen Betonriesen des Ölschatzes, auf dem die Stadt sitzt.

Viele Grüße von Henri

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.