Millionarios FC y Independiente Santa Fe

11.11.2018

Millionarios gegen Santa Fe. Das Stadtderby in Bogotá, auch noch direkt vor meiner Haustür! Ich erwarte ein Clásico á la Dortmund-Schalke, Hannover-Braunschweig oder eben Boca Juniors-River Plate (das Superclásico) einige Stunden zuvor. Ich wünsche mir tolle  Choreos, Bengalos, hitzige Stimmung, laute Fangesänge. Was man halt so von einem südamerikanischen Derby so erwartet.

Nachdem ich mir für umgerechnet 20€ ein Ticket gekauft habe und mit einem Millionarios-Fan ins Stadion „El Campin“ gegangen bin: Ernüchterung. Die Zuschaueranzahl erinnerte eher an Wolfsburg-Leipzig. An einem Montagabend.
Ins Stadion würden 30.000 Leute passen. Gekommen sind aber nur geschätzte 15.000. Ein Freund erklärte mir, dass die Partie nicht so wichtig sei, weil es in der Liga um nichts mehr gehe. Schade.
Die Aussicht war trotzdem sehr schön. Hinter der Gegengerade steigen die Berge auf und mit dem Wetter hatten wir auch Glück: Kein Regen.
Die Santa Fe-Fans haben nur einen „Auswärtsblock“ ,der Rest ist mit den Millionarios-Fans „gefüllt“. Vor dem Spiel wird die Nationalhymne sowie die „Hymne“ von Bogotá vom ganzen Stadion mitgesungen. Die Stimmung wurde besser und erste Fangesänge wurden angestimmt. Die Beleidigung „hijo de puta“ bzw. deren deutsche Übersetzung habe ich an dem Tag öfter gehört als in meinen 19 Jahren zuvor.
Millionarios FC war übrigens chancenlos und verlor am Ende 0:3, was die Anzahl der Beleidigungen nicht gerade verringerte.

Bermerkenswert war aber, dass die Millionarios-Fans, zumindest die „Fanaticos“, nie aufhörten zusingen oder ihre Mannschaft anzufeuern. Bezogen auf das Wolfsburg-Leipzig-Spiel ein großer Unterschied.

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