This is only the beginning…

Zunächst:

um niemals bei einem Vortrag „fair berichten“ zitiert zu werden… möchte ich hier betonen, dass es sich IMMER und AUSCHLIEßLICH um meine eigene Meinung und meine eigene Sicht handelt. Falls ich Man-Sätze benutze, meine ich das nicht so. Worte wie pauschal, generell und prinzipiell dürfen ignoriert werden, genauso wie Rechtschreibfehler. Und vom gemeinen Serben werde ich wahrscheinlich wirklich eh nichts schreiben. und wehe, meine Sätze werden aus dem Kontext genommen… So, nun gehts los:

Zdravo!

Endlich finde ich die Zeit über meine ersten Tage zu berichten. Im Prinzip hat alles gut geklappt. Der Abschied von meinen Freunden und dann von meiner Familie am Frankfurter Flughafen (total unspektakulär ohne Streik) war nicht schön und hat mich mal wieder zu dem Gedanken gebracht: ach Lenni, warum gehste eigentlich ständig weg? Aber auch diese Gedankengänge kenne ich schon. Mit meinen 2 Gepäckstücken (ole ole super JAT airways) und mit einer Riesenerkältung bin ich dann also losgeflogen. Im Flugzeug dachte ich kurzzeitig, dass es Loopings macht, solange bis ich gecheckt habe, dass das mein Kopf ist, der den Druckausgleich auf beiden Ohren nicht hinbekommen hat. Ein Ohr Riesendruck, anderes Ohr kein Druck führt also zum Gefühl von WIkingerschiff mit Überschlag. Alter, war mir schlecht. Das war ohne Witz, das erste Mal, dass ich nach der Kotztüte geschaut habe… Dann hatte ich noch das Gefühl, ich kippe um, aber nach 15 Minuten totalen Leidens hatte ich raus, was ich machen muss… die Gähnbewegung. Ununterbrochen. Gottseidank fliege ich mit Kulturweit nur total unspektakulär nach Belgrad, denn länger als 1,5 Stunden hätte ich am Stück keine Gähnbewegung machen können. Und ich war so schon völlig fertig und übelst froh, als wir gelandet sind. Vom Flughafen wurde ich dann ohne jegliche Probleme von meinem zukünftigen Chef und der Kulturweit-Freiwilligen, die verlängert hat und auch beim DAAD arbeitet, abgeholt, allerdings war ich doch ein kleinwenig enttäuscht, dass es kein Schild mit meinem Namen gab… Da wäre ich mir gleich wichtig vorgekommen. Nach einem kurzen Kaffee in der Stadt wurde ich von meinem Mitbewohner (zumindest für 6 Tage) abgeholt und der hat mich nach Haus gebracht.

Ich wohne in einer superschönen Wohnung, nicht zentral, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Ich kenne mich auch schon fast aus mit den tausend verschiedenen Bussen und Straßenbahnen. Ich bin eben ein Dorfkind. Innerlich feiere ich immer, wenn ich irgendwo erfolgreich angekommen bin…  Dejan, mein Mitbwewohner, der leider morgen für 5 Monate nach Deutschland geht, ist eine Wucht – spricht so toll deutsch, tanzt „irish dance“ und ist dabei noch nett. unglaublich. Was ich von ihm mitbekomme ist, dass sein Tag mehr Stunden haben muss als meiner. Ständig kocht und backt er (meistens Muffins für seinen Abschiedsabend mit den Germanisten oder auch für den Abschiedsabend mit den Irish-Dancern) wenn er eben nicht grad tanzt und er gibt jeglichen Sprachunterricht und dann geht er abends noch aus. Dank Dejan, habe ich auch schon erste neue Kontakte. Ich kenne viele Leute, die wunderbar deutsch sprechen, aber mit denen ich von nun an überwiegend auf serbisch kommunizieren werde – mein Entschluss. Da müssen die durch – als Lurch. Ich bin das Bild, der Rest ist nur der Rahmen. Serbisch spreche ich übrigens auch mit Dejans Mutter, die seit gestern hier ist. Die kann nämlich nur serbisch und ich glänze natürlich total mit meinen Kenntnissen (jaaa, hust…). Dejan meinte vorher noch so: wunder dich nicht: wenn sie da ist, dann fängt sie immer gleich an zu putzen. Und das stimmt in der Tat. Und das… obwohl die Wohnung erstens gar nicht groß ist und zweitens eigentlich sehr sauber ist. Dann hat sie heute morgen unglaublich früh (für mich) Pfannkuchen/Eierkuchen/Plinsen/Crepe/Palatschinken/…ihr wisst Bescheid… gemacht. Ich muss um kurz nach 8 los, dass ich pünktlich auf der Arbeit bin (ich will ja am Anfang noch einen guten Eindruck machen…) und bis um 8 hatte sie schon einen riiiiiieeeeeesigen Stapel fertig. Also die Energie, die bei dieser Familie anzutreffen ist… beeindruckt mich schwer.

Benedikt und Lena, die anderen Freiwilligen in Belgrad habe ich auch schon getroffen. Wir wurden unbekannterweise alle schon von Benedikts Mitbewohnerin eingeladen. Hach, alle sind so nett.

Jaaaa, ansonsten. Gestern hatte ich meinen ersten Arbeitstag beim DAAD. Das war irgendwie spannend (spannend ist übrigens auch das Busfahrkartensystem in Belgrad. Alles so hightechmäßig… ich wünschte es gäbe noch Papierzettelchen zum abstempeln. Ja, no way: ab jetzt heißt es: tolle Chipkarten zum aufladen) so, also es war spannend beim DAAD, naja, am Anfang. Mein Chef erinnert mich ziemlich an Stromberg. Ob das gut ist oder schlecht, das wird sich noch herausstellen. (Wenn er das liest… ja, blöd gelaufen.) Ansonsten ist das Infozentrum vom DAAD nicht groß, aber das habe ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Von Donnerstag auf Freitag darf ich schon auf ne Messe nach Novi Sad fahren. Das ist supi und da freue ich mich jetzt schon 🙂 Und ständig sehe ich tolle neue Studiengänge, von denen ich noch gar nicht wusste, dass es sie gibt. Ansonsten besteht meine Aufgabe erstmal darin, dass ich mich einlese. Einlese in was der DAAD so macht, in die Mails, in Statistiken, in sonstige Sachen, in die man sich einlesen kann. Noch bin ich also nicht überfordert.

Gut, jetzt muss ich noch regeln, dass ich mich bei der Polizei angemeldet bekomme, weil muss man machen und so.

Aber mein Fazit für die ersten Tage: Juche Belgrad Juche! Zivot je super u Beogradu!

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