Heimat.Hafen.Rijeka

Tag 177 – Schatzsuche

Löchrig wie ein Schweizer Käse

Heute Morgen war der Osterhase in unserem Garten unterwegs! Fleißig hat er seine Nester versteckt und ebenso fleißig wurden sie später wieder aufgespürt (wenn auch teilweise von der falschen Person).

Am Ende waren jedoch alle happy. Und auch das Wetter spielte mit: Nach dem gestrigen Wintereinbruch schien heute wieder die Sonne. Kalt war es zwar immer noch, aber da hilft ja Gott sei Dank Bewegung.

Also verfrachteten wir uns in unsere kleine Luxusyacht und schipperten los nach Vukovar. Vokuvar ist eine kleine Stadt (siehe Silo) an der Donau alias serbischen Grenze. Wobei letzteres ziemlich wichtig ist, da Vukovar einer der (wenn nicht der) Schauplatz des serbo-kroatischen „Heimatland“-Kriegs war. Daher war es auch nicht die landschaftliche oder architektonische Schönheit, die uns an diesem Ort reizte, sondern die Historie.

Eine besondere Symbolkraft hat dabei der Wasserturm Vukovars: Rund 640 Geschosse haben während der Belagerung Vokuovars Löcher in seine Fassade gefräst – aber: „still standing“. Ein Fakt, von dem wir uns persönlich überzeugen konnten, denn nach einem kleinen Schlenker zum Markt (und einem sehr erfolgreichen Sockeneinkauf), einem Stopp bei den lustigen Sportgeräten und einem Spaziergang entlang des Donau-Ufers standen wir vor ihm. Via Treppen ging es nach oben (der Aufzug war uns dann doch zu teuer), wo uns eine typisch patriotische Ausstellung erwartete. Am Seltsamsten war jedoch die Dudel-Musik, die sogar noch ganz oben, auf der Aussichtsplattform, aus den Lautsprechern schallte.

Obwohl wir alle extra Münzen für die Ferngläser bekommen hatten, sparten wir uns die als Souvenir auf. Ewas hungrig und durchgefroren, aber bis dato ganz glücklich, machten wir uns wieder an den Abstieg – als Christians Handy einen leicht übermotivierten Abgang machte. Das Display zeigte Strobo-Pop, ansonsten nista. Tja, so wie es scheint, muss auf unseren Ausflügen wohl immer ein Handy daran glauben.

Um die Laune wieder zu heben, steuerten wir als Nächstes ein Cafe an. Dabei und anschließend passierten wir so manch schöne Gebäude – wenn auch in den meisten Fällen wieder aufgebaut. In der Franziskanerkirche entdeckte Annemarie eine Kerze in einem Mauerloch und die Erklärung dazu: Serbische Truppen wollten die Kirche vor ihrem Abzug sprengen, was jedoch glücklicherweise verhindert werden konnte.

Nach dem Kaffee spazierten wir noch am Schloss Eltz vorbei (auch hier merkt man die deutschen Verbindungen), bis zum Krankenhaus. Dort wollten wir eigentlich eine Erinnerungsstätte anschauen, wurden jedoch – trotz einer sehr freundlichen und hilfsbereiten Frau – nicht fündig. Nur den Eingangsbereich konnten wir entdecken, nicht aber die Ausstellung.

Der Mittag neigte sich dem Ende zu und so machten wir uns auf den Rückweg nach Osijek. Und der gestaltete sich relativ spannend, da sich die zwei Autos vor uns immer wieder kleine Wettrennen boten. Da kann man echt nur den Kopf schütteln. Wir selbst hatten zum Glück keinen Stress, denn obwohl der Naturpark Kopacki Rit bei unserer Ankunft schon offiziell geschlossen hatte, konnten wir den Boardwalk nicht nur machen, sondern sogar kostenlos.

Danach trieb es allerdings auch uns endgültig nach Hause – wobei: Einmal machten wir uns noch auf den Weg und zwar ins Kino. Ein bisschen Kalter Krieg und Spionage – das geht einfach immer.

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