Heimat.Hafen.Rijeka

Tag 132 – Ausflugsdampfer

Der Blick auf Zagreb...

Sonne, Sonntag, Samobor. Mein erster Tag in Zagreb bzw. in der Umgebung. Denn heute haben wir einen vollendeten Sonntagsausflug gemacht. Dafür sind wir sogar extra früh aufgestanden (zumindest für meine Verhältnisse)! Als wir zum Bus liefen, lag Zagreb unter einen dichten Wolkendecke begraben. Und auch in Samobor war der Himmel anfangs von Wolken verschleiert. Gemütlich schlenderten wir durch das beschauliche Städtchen in Richtung Marktplatz. Dort schienen sich alle Einwohner*innen Samobors versammelt zu haben. Und das natürlich nicht ohne Grund, sondern um einen Kaffee (za van) zu trinken und mit Bekannten zu quatschen. Auch wir holten uns etwas (in meinem Fall eine dieser köstlichen, puddingähnlichen heißen Schokoladen) und merkten wie die Müdigkeit von uns abfiel und sich ein wohliges Sonntagsgefühl in uns breit machte.

Viel Zeit zum Faulenzen hatten wir allerdings nicht. Denn was wäre ein Sonntagsausflug ohne eine Wanderung? Mit einem zweiten Bus ging es also wieder hinaus aus Samobor und hinein in die Berge. Großer Respekt an dieser Stelle an den Busfahrer, der mit unserem Privat-Reisebus die immer schmaleren Straßen hinaufkurvte. Wir hingegen waren für jeden Höhenmeter dankbar, dachten wir doch, das würde uns ein wenig Wegstrecke abnehmen. Aber Pustekuchen! Alles was wir hinaufgekurvt waren, ging es kurz darauf wieder bergab (und zwar zu Fuß). Denn leider leider lag ein Tal ganz ungünstig zwischen uns und unserem Zielberg. Also zurück auf den Boden der Tatsachen und dann von null auf hundert (bzw. 530) in circa eineinhalb Stunden. Dann war allerdings erst einmal Pause angesagt und zwar – wie es sich für einen Sonntagsausflug gehört – in einer hübschen Berghütte mit Biergarten.

Einen Kaffee und einen Käsestrudel später waren wir bereit für den weiteren Aufstieg. Bald schon kamen wir auf einen sonnigen Weg am Hang des Berges. Dort trafen wir auch auf zahlreiche andere Ausflügler – denn man denkt es kaum, aber die Kroaten*innen sind doch ein fleißiges Wandervölkchen. Nicht lange, dann gelangten wir an eine zweite Hütte. Doch so kurz vor dem Ziel gönnten wir uns keinen weiteren Halt (und das trotz reichhaltigem Trink- und Essensangebot!). Und tatsächlich: Wenige Minuten später waren wir ganz oben angekommmen! Zur Belohnung gab es ein obligatorisches Foto mit dem Gipfelkreuz und anschließend eine ausgedehnte Pause mit Blick auf die umliegenden Berge und Zagreb.

Als wir uns endlich auf den Rückweg machten, stand die Sonne bereits tief am Himmel. Hinunter ging es, zur ersten Hütte und von dort über den Bergrücken Richtung Samobor. Unterwegs bestaunten wir die schnuckeligen Wochenendhäuschen und Weinberg-Hütten und den sich immer dunkler färbenden Himmel. Als Samobor schließlich hinter einer Biegung vor uns auftauchte, war die Dämmerung bereits hereingebrochen. Mondlicht schien auf die Burgruine am Stadtrand. Und auch der Anblick des Marktplatzes hatte sich verändert: Zwar waren immernoch viele Menschen dort versammelt, nun allerdings im goldenen Schimmer der Lichterketten.

Uns rief jedoch Zagreb nach Hause. Denn was folgt nun mal auf Sonntag? Richtig: Arbeit. Und da galt es leider noch ein wenig dafür vorzubereiten. Work hard – play hard. Oder in unserem Fall eben anders herum…

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