Kostenlose Snacks schmecken am besten

So langsam hat sich der Alltag hier eingependelt. Mit der Wohnung ärgern wir uns regelmäßig herum, mal geht die Glühbirne im Bad kaputt, dann haben wir Schimmel an den Wänden, dann funktioniert das Deckenlicht im Schlafzimmer nicht mehr und so weiter… Etwas frustrierend bei fast 900 Euro Miete im Monat, aber hoffentlich erledigt sich das alles innerhalb der kommenden Tage. Abgesehen davon unternahmen wir die letzten Wochen wieder nette Dinge. Tatsächlich verschlug es uns recht schnell ein weiteres Mal in die Botschaft, da eine Pianistin dort ein Konzert gab und wir im Anschluss noch unfassbar leckeres Essen beim Sektempfang genießen konnten. Zudem konnten wir mal wieder eine Plaketten-Verleihung beiwohnen, die diesmal im Rahmen des UNESCO-Weltdokumentenerbes an verschiedene montevideanische Institutionen wie das Centro de Fotografía verliehen wurden. Das Ganze fand im Palacio Taranco statt, einem wunderschönen Stadtpalast im französischen Stil. Diesmal war aber leider kein Imbiss dabei…

Wir besuchten einen Tag später das uruguayische Parlament, in dem regelmäßig Führungen angeboten. Das Gebäude ist sehr pompös und fast alle Böden sind aus Marmor. Dort konnten wir auch einen Blick auf die Originalversion der ersten Verfassung werfen, in einem Glaskasten natürlich!  Ich kenne ja auch schon das argentinische Parlament, was sehr ähnlich aussieht, d akann sich der Bundestag auf jeden Fall etwas abschauen…

Außerdem besuchten wir gemeinsam mit einer Freundin endlich Colonia del Sacramento, was wir eigentlich bereits im Oktober geplant hatten, dann aber irgendwie nicht dazu kamen. Die Busverbindungen dorthin sind von Montevideo aus sowieso besser. Colonia hat wirklich eine super schöne Altstadt, die durch die portugiesischen und spanischen Einflüsse und aufgrund der Tatsache, dass es sich um die erste von den europäischen Kolonialherren gegründete Stadt auf uruguayischem Boden handelt, ganz und gar nicht mit anderen Städten im Land zu vergleichen ist. Für 150 Pesos (etwa 3,60 Euro) bekommt man eine Karte, mit der man Eintritt in fast alle Museen der Stadt bekommt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Stadtgeschichte und auch Natur beschäftigen. Mittags aßen wir mexikanisch und holten uns später noch eine Suppe, da es wirklich unerwartet kalt geworden war. An diesem Tag war ich bereits ziemlich erkältet, weshalb ich mir noch einen Schal kaufte. Die Tage darauf war ich leider nicht wirklich fit, aber nach viel Tee und Ausruhen geht es mir jetzt wieder gut. Es standen nämlich noch zwei Kulturveranstaltungen auf dem Programm, montags ein Poetry-Slam in einer Bar, dem ich leider nur in der ersten Hälfte beiwohnen konnte, weil meine Nase dann leider doch nicht ganz so mitgemacht hat wie ich wollte, nichtsdestotrotz war es eine spannende Veranstaltung. Donnerstags ging es dann zu einer Lesung des Gedichtbandes „Arten zu sterben tragen“ der deutsch-türkischen Autorin Özlem Özgül Dündar, welcher von einem Übersetzerinnenkollektiv der Universidad de la República mit Unterstützung des DAAD ins Spanische übersetzt wurde. Bei der Lesung wurde sowohl das deutsche Original als auch die spanische Übersetzung präsentiert und es war sehr spannend zu sehen, wie die Lyrik in einer anderen Sprache umgesetzt wurde. Natürlich geht dabei auch oft etwas an Bedeutung verloren, deshalb fand ich die Arbeit der Übersetzerinnen sehr beeindruckend. Auch hier gab es danach einen brindis (Imbiss), über den wir uns natürlich sehr freuten 😉

Ein Tag später bekamen wir spontan von unserer Chefin noch Karten für eine offene Probe des Sinfonieorchesters des Sodre-Theaters, das war ein schönes Vormittagsprogramm, bevor es zur Arbeit ging.

Das Wochenende vom 1. auf den 2. Juni verbrachten wir zu dritt in Piriápolis, einem kleinen Badeort etwa 1,5 Stunden östlich von Montevideo. Dort wollten wir eigentlich den Pan de Azúcar, einen der höchsten Hügel (Ich sage extra nicht Berg…) in Uruguay besteigen. Aber irgendwie sollte es nicht sein. Samstags waren wir 5 Minuten zu spät am Beginn des Wanderweges und durften dann nicht mehr loslaufen und sonntags versuchten wir es nochmal, wurden allerdings nach 2 Minuten wandern wieder zurück geholt, weil die lokale Feuerwehr aufgrund des Wetterberichts den Weg geschlossen hatte. Das war super schade und ärgerlich, aber was will man machen… Immerhin gab es unterhalb einen Tierpark, in dem wir uns etwas aufhalten konnten. Hier konnten wir sogar einen Jaguar und einen Puma so wie Capybaras und Nutrias und viele Vögel beobachten.

Wir schauten uns auch noch das Castillo de Piria an, das von dem Stadtgründer Francisco Piria erbaut wurde und schlenderten sonst ein bisschen durch den Ort. Wir entdeckten eine mega günstige Bäckerei, wo wir uns mit Donuts eindeckten und samstagabends bestellten wir eine 1m lange Käsepizza, das gibt es hier oft als Angebot in den Pizzerien. Am nächsten Morgen schlugen wir auch beim Frühstücksbuffet im Hotel ordentlich zu. Abends ging es dann wieder zurück nach Montevideo, wo wir noch unsere Reise zu den Iguazú-Wasserfällen Anfang Juli buchten, da freue ich mich schon sehr drauf!

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