(Wander)Wochenende

Ich sage es mal so: mein Wochenende war durchwachsen. Ich habe seit Freitag mit ein paar meiner Dämonen zu kämpfen. Nichtsdestotrotz habe ich mich nicht in meinem Bett verkrochen, sondern zwei kleine Wanderungen am Azibo entlang gemacht. Das Wetter war sehr schön! Mir ist sogar letztens aufgefallen, dass ich einen hellen Streifen auf der Nase habe, dort, wo meine Sonnenbrille sitzt 😀 Die Tour am Samstag zusammen mit Antónia und einer weiteren Kollegin (Ana) ging über ca 8km von meiner Unterkunft bist zu einem Strand am See.

An einer Stelle konnte man deutlich alte Steinmauern sehen. Auf meine Frage hin wurde mir erklärt, dass sie früher die Felder/Grundstücke begrenzt haben. Dazu muss man wissen, dass der Azibo ein künstlicher See ist und erst mit dem Dammbau 1982 entstand. Ursprünglich sollte er die Landwirtschaft unterstützen. Mit der Zeit gewann seine Bedeutung im Tourismus und als Naherholungsgebiet. Antónia erzählte mir, dass sie früher nach der Schule häufig zu ihren Großeltern, die Kühe im Azibo-Seegebiet gehalten haben, gegangen ist und somit noch die Zeit vor dem Damm kennt.

Am Strand wurden wir abgeholt, weil Ana noch einen Termin hatte. Den Rest des Tages habe ich mehr oder weniger mit meinem Buch in der Sonne verbracht. Abends habe ich meinen Vorrat an selbstgebackenen Brötchen aufgestockt:) Aber ich muss mich noch mit dem Ofen anfreunden. So richtig auf einer Wellenlänge sind wir noch nicht!

Die Baumgruppe ist normalerweise nicht zugänglich…

Der Sonntag versprach ebenfalls sehr schön zu werden und ich habe ihn mit einer neuen Jogging-Runde gestartet. Spontan habe ich Antónia, Ana und eine ihrer Freundinnen auf einen kleinen Markt in einem Nachbardorf begleitet. Es war ein Mix aus Lebensmitteln, Klamotten und Küchenutensilien/Haushaltswaren, wobei Stände für Unterhosen und Socken in meiner Wahrnehmung den größten Teil ausmachten. Man konnte sogar lebende Hühner und andere Vögel kaufen. Ich gebe zu, dass mich das durchaus irritiert hat, weil es für mich sehr ungewohnt ist.

Am Nachmittag sind Antónia und ich einen Trail des Geoparks gelaufen, den Schmetterlingspfad. Im Frühjahr finden hier Exkursionen mit Kindern statt, denn man kann hier sehr gut Schmetterlinge beobachten und bestimmen. Ganz zu Beginn der Runde sind mir lustige Bäume aufgefallen. Der Stamm war „nackt“. Weil ich die Blätter nicht direkt erkannt habe, habe ich einen Moment gebraucht, um zu sehen, dass es Eichen waren. Bei Eichen denke ich immer an uralte, dicke, knorrige, gedrungene Bäume, aber die Bäume vor mir waren hoch und schlank und die Blätter haben nicht so eine tiefe Einkerbung, wie „gewohnt“. Es gibt halt sehr viele Arten. Portugal ist berühmt für seinen Kork. Regelmäßig werden die Eichen geschält. Meist wird der Stamm mit einer Zahl versehen, um die erneute Ernte zu kennzeichnen. Auf den Fotos könnt ihr das sehen. Der eine wird dann wohl im Juli 2025 wieder geschält. Woran man allerdings die Jahreszahl bei dem anderen Baum ablesen soll, ist mir schleierhaft. Da er, erkennbar an der rostroten Färbung (ich dachte zunächst, er sei angemalt), gerade frisch geschält wurde, kann ich mir nicht vorstellen, dass er in zwei Jahren schon wieder geschält wird…

Die Runde war mir 6km recht kurz und nach 1h waren wir wieder am Auto. Nach einem kurzen Abstecher in den Supermarkt (ja, der hat hier auch am Sonntag geöffnet), standen wir geschlagene 30min an der Tankstelle. Ab heute sind die Preise angehoben worden und gestern haben viele „schnell mal eben“ noch getankt und ihre Kanister aufgefüllt. Der Abend war eher dümpelig, aber ich war auch irgendwie müde.

Man sieht im Hintergrund die Staumauer.

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