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Abschied – Rückblick Februar

Nur noch zwei Wochen. Die Zeit der vielen Abschiede begann Anfang Februar. Die letzten Unterrichtsstunden im Lycée oder die letzten Besuche bei Freunden kurz vor meinem Abflug.

Ein Besuch der „FIKA“, der internationalen Messe, die jedes Jahr in Kaolack stattfindet stand auch auf dem Programm. Von geschnitzten Holzelefanten aus Mali über Markenklamotten, Zunehmmitteln bis hin zu in Kaolack gezüchteten Schafen kann man hier fast alles kaufen.

Am 9. Februar ging die Reise dann los. Zuerst aber mit vier Schülern und einem Deutschlehrer zum Kunstworkshop nach Gorée. Und dann am 14. Februar zuerst in Richtung Brüssel und dann weiter nach Hannover. Aber nur auf Zeit. Am 7. März geht es für mich zu einem Praktikum am Goethe Institut wieder nach Senegal.

 

FIKA – Foire Internationale De Kaolack

EIntrittskarte zur FIKA.

Auf dem Weg zur Messe.

Werbung.
„Bouillon Tem Tem … und dein Ehemann liebt dich!“

 

Abschied in der Schule

Am Eingang des Lycée Valdiodio Ndiaye.

Abschied.
v.l.n.r. die Deutschlehrer Djibril Thiam, Mberi Goudiaby und Adama Faye, ich und der Schulleiter des LVDN.

Religiöse Wandbilder auf meinem Schulweg.

 

Abschied von meiner Familie

Sonnenaufgang über Kaolack von unserer Dachterasse aus.

Abschiedsessen.

 

Kunstworkshop auf Gorée

Die Insel Gorée.

Mit den Schülerinnen und Schülern aus Kaolack.

Der Schulhof von Mariama Bâ, der PASCH Scuhle auf Gorée.

Eine geöffnete Frucht des großen Baobabs, der auf dem Schulhof steht.

 

Am Abflugtag

EIn Car Rapide, ein typischer Kleinbus in Dakar.

Schnee in Hannover.

 

 

NIO FARR – Wir halten zusammen!

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Viel Besuch im Januar – Rückblick

 

Anmerkung: Im Januar ist in Kaolack sehr viel passiert. Einiges ist für mich viel zu persönlich um hier öffentlich darüber zu schreiben. Ich bitte um Verständnis.

 

Anfang Januar war eine 15-köpfige Delegation aus meiner Heimatstadt Osterode zu Besuch in Kaolack. Darunter waren unter anderem der Bürgermeister und Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtrat, der Wirtschaft und der Presse. Grund der Reise war die geplante Städtefreundschaft mit Kaolack. Auf dem Programm standen zum Beispiel ein Besuch beim Conseil Départemental, in den Partnerschulen und beim Radio.

Mehr dazu auch unter   https://iserv-trg-oha.de/home/auslandskontakte/kaolack-senegal/    (Einfach runterscrollen bis „Anbahnungsreise einer 15-köpfigen Delegation der Stadt Osterode am Harz nach Kaolack“

 

Beim Conseil Départemental.

Die Delegation im Schulgarten der Grundschule Sam 2.

Die Grundschule Sam 2.

Blick vom Dach der Schule Mboutou Sow. In den WIntermonaten bringt der Harmattan, ein trockener Wind aus der Sahara, zwar ein angenehmes Klima, aber auch viel Sand mit. Deshalb scheint Kaolack in einer Staubwolke zu liegen, die die Sicht stark einschränkt.

Auf Sendung bei Radio Al Fayda.

Die Müllabfuhr von Kaolack.

Eine ganze Straße voller LKWs. Alle sind voll beladen mit Erdnüssen. Sie warten in Kaolack  auf die Weiterverarbeitung in einer Erdnussölfabrik.

 

Ende Januar bekam ich dann Besuch von meinen Eltern. Zusammen reisten wir von Dakar über Saly an der Petite Côte nach Kaolack und dann nach Ndangane im Sine-Saloum Delta.

Die „Mosquée de la Divinité“, also Moschee der Göttlichkeit. In meinem ersten Blogeintrag im September ist sie noch von Grün umgeben.

Ein Abstecher nach Gorée darf natürlich auch nicht fehlen.

Der Lac Rose, ganz so rosa, wie sein Name verspricht ist der See dann aber doch nicht.

Am See endete früher die Rallye Paris-Dakar. Heute wird hier noch Salz gewonnen.

Touristen können Pirogenfahrten auf dem See oder eine Jeeptour um den See und an der Atlantikküste entlang unternehmen.

Ein riesiger Baobab im Réserve de Bandia.

Am Strand von Saly.

In den Lagunen der Somone.

In Kaolack mit Schülerinnen der ersten Begegnunsreisen zwischen Kaolack und Osterode.

Auf dem Markt von Kaolack, er ist einer der größten in Westafrika.

Am Rand des Marktes flaut der Trubel allmählig ab.

Geburtstag in Kaolack.

Abschied in Ndangane.

Über die Feiertage in Kaolack – Rückblick Dezember

Im Senegal feiert man viel, groß und gerne, deswegen werden – obwohl der Großteil der Senegalesen muslimisch ist – auch christliche Feste gefeiert.

Weihnachten zu Hause

Meine Gastfamilie ist groß, zu einer Hälfte muslimisch zur anderen christlich und lebt über den ganzen Globus verstreut. Alle zwei Jahre kehren alle zu Weihnachten zu ihren Wurzeln nach Kaolack zurück und es wird ein riesiges Fest gefeiert. Hierzu wird dann nicht nur die Familie eingeladen, sondern auch Nachbarn, Freunde und Freunde von Freunden. Es gab Musik, ein Lagerfeuer, ein Geschenk für jedes Kind, es wurde zusammen gekocht und gegessen und um Mitternacht gab es ein kleines Feuerwerk.

Ein Weihnachtsbrauch für Kinder. Ein Junge wird mit Stroh verkleidet und zieht mit den anderen Kindern durch die Straßen um böse Geister zu vertreiben.

Unser Weihanchtsbaum.

 

Weihnachten in der Schule

Weihnachten unter Palmen.

Unser Schulhof war festlich geschmückt und auch im Deutschunterricht haben wir uns auf Weihnachten vorbereitet. Der Deutschlehrer Elhadj Diouf , die quatrieme-Klasse des Cours Privé Mboutou Sow und ich haben zusammen Oh Tannenbaum gelernt und gesungen. Die SchülerInnen haben gerade erst angefangen Deutsch zu lernen und sind sehr motiviert.

 

Silvester in Ndangane

In Ndangane, einem kleinen Ort im Sine Saloum Delta begann 2015 meine erste Senegalreise.

Mit Freundinnen verbrachte ich dann das Silvesterwochenende in Ndangane. Wir machten eine Piroguenfahrt durch  Mangroven und besuchten die Insel Mar Lodj, die im Delta der Flüsse Sine und Saloum liegt. Beide enden hier in einen Arm des atlantischen Ozeans.

Auf der Insel Mar Lodj.

In den Mangroven.

Sonnenuntergang in Ndangane.

Candice, Assa und ich.

 

Yassa Dienne

Kurz vor Weihnachten durfte ich bei einer Freundin einen kleinen Kochkurs belegen. Bousso zeigte mir, wie man mein Lieblingsgericht Yassa Dienne – Fisch mit Reis und einer Zwiebelsoße – zubereitet. Gekocht wurde im angenehm schattigen Innenhof des Hauses.

 

Zuerst wird der Fisch entschuppt und ausgenommen.

Eine Marinade wird aus Chilli, Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer, Salz und Maggipulver vorbereitet.

Der Fisch wird mariniert.

Der Reis muss vor dem Kochen gewaschen werden.

Vor dem Kochen wird der Reis zuerst vorgegart.

Für die Soße werden kiloweise Zwiebeln geschnitten.

Später wird der Fisch gegrillt.

Fertig! Super lecker!

 

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Grüße aus dem kalten Kaolack!

Nach meiner Reise zum Zwischenseminar, meinem Umzug zu meiner Freundin Assa nach Kaolack und dem Start Up-Workshop der drei senegalesischen PASCH-Schulen und dem TRG Osterode in der letzten Woche (Fotos unter https://iserv-trg-oha.de/home/auslandskontakte/kaolack-senegal/start-up-neues-aus-dem-senegal/ oder auf der PASCH-net Instagramseite) wird diese Woche wieder ruhiger. Jetzt sitze ich im Hof des Hauses, in dem Assa und ihre Familie – und jetzt bis Februar auch ich – wohnen. Neben mir schläft seelenruhig ein Baby, während jemand dabei ist das Abendessen zu kochen, draußen hört man einen Hund bellen und Kinder spielen, irgendwo ruft ein Muezzin zum Gebet.

Nach der Hitze der letzten Woche (mittags bis zu 39 Grad) ist es diese Woche geradezu eiskalt. Die Temperatur schwankt zwischen 15 und 35 Grad. Ich trage jetzt auf dem Weg zur Arbeit einen dicken Pullover, um auf dem Motorrad Taxi nicht so doll zu frieren. Der kühle Wind, der jetzt in Kaolack weht bringt viel Staub mit. Die ganze Stadt scheint in einer großen Wolke festzustecken.

Vormittags bin ich jetzt von Montag bis Samstag im Deutschunterricht entweder am Lycée Valdiodio Ndiaye oder un Mboutou Sow. Zum Mittagessen trifft sich die ganze Familie inklusive Nachbarn Zuhause im Hof. Meist gibt es Thieboudienne -Reis mit Fisch. Heute gab es aber ausnahmsweise Yassa Guina. Das ist Reis mit Hühnchen und einer Zwiebelsoße. Super lecker!

Nachmittags habe ich ab jetzt an vier Tagen die Woche Französischunterricht. Abends wird dann mit Assas Nichte Khadiatou Wolof gelernt. Dann gibt es zuerst die Reste vom Mittag und später, gegen neun Uhr das Abendessen. Da ist es praktisch, ein paar Sätze Wolof zu können. Auf „Marie, mange!“ („Marie, iss!“) hilft kein „J’ai déjà bien mangé!“ („Ich habe schon gut gegessen!“). „Non! Mange encore“ („Nein! Iss noch mehr!“) kann nur mit „Detdet, dem er surnge!“ („Nein, ich bin satt!“) besänftigt werden.

Am schönsten daran, jetzt in einer senegalesischen Familie zu leben, finde ich den Zusammenhalt untereinander und das Beisammensein. Der Hof ist Dreh-und-Angelpunkt. Hier treffen sich Nachbarn und Familie, Menschen aller Altersklassen. Vom Neugeborenen bis zur 80-jährigen sind alle da. Hier wird gegessen, gewaschen, ferngesehen, gelernt, Attaya zubereitet, diskutiert und ab und zu auch Mal ein Mittagsschlaf ggehalten. Man spürt das Motto der kaolacker-osteroder Freundschaft.

„Nio Far“ – „Wir halten zusammen“

 

Umzug von Gorée nach Kaolack.

 

Unterricht in Mboutou Sow.

 

Yassa Guina.

 

Thieboudienne.

Im Markt von Kaolack.

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Damala Beug Gorée

Es ist mitte November und meine wenigen Wochen auf Gorée neigen sich dem Ende zu.

Auch wenn es „nur“ sechs waren, habe ich in dieser Zeit so viele nette Menschen kennengelernt und unglaublich viel erlebt. Viel zu viele Eindrücke, um alle in einem Blogeintrag zusammenzufassen.

Seit Beginn des neuen Schuljahres wurden die neuen Schülerinnen begrüßt, die Küche mehrmals zum Kuchenbacken in Beschlag genommen und ein sehr emotionaler Wahlkampf um den Posten der Schulpräsidentin geführt. Mit ein paar Freunden habe ich das Handballspiel Thies vs. Rufisque gesehen, Geburtstage gefeiert und literweise Bissap Saft getrunken.

Schnell habe ich auch die Vor- und Nachteile des Insellebens kennengelernt. Die angenehme Stille abends, wenn alle Touristen wieder drüben in Dakar sind. Die Möglichkeit unterm Sternenhimmel und mit den Lichtern der Stadt am Horizont schwimmen zu gehen, was aber schwierig wird, wenn man den Tag in Dakar verbracht hat und die letzte Fähre zurück auf die Insel verpasst… (was dann wiederum dazu führt, dass man die Wohnung, die Dachterasse und die netten Nachbarn einer lieben Freundin kennenlernt)

Am meisten fehlen wird mir meine Memba-Familie, die mich so warmherzig aufgenommen hat. Dieuredieuf!

 

Ein paar Eindrücke von der Insel und den letzten Wochen:

Damala Beug Gorée – Ich liebe Gorée

Gorées Strand

Rückkehr am Sonntag

Thies vs. Rufisque

Geburtstagskuchen

 

 

Man kann ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen…

Am Freitag durfte ich Zahra,  eine Schülerin nach Hause begleiten. Wir nahmen die Fähre um 14 Uhr und teilten uns ein Taxi mit ihren Freundinnen in Richtung Nord Foire.

Dort angekommen lernte ich gleich ihre Familie kennen, von der ich herzlich begrüßt wurde. Nach dem Mittagessen gingen Zahra und ich in die Boutique nebenan, um ein paar Zutaten für den Kuchen zu besorgen, den sie mit mir backen wollte.

War super lecker!

Am nächsten Morgen brachten mich Zahra und ihr Vater netterweise zum Terminus Dakar Dem Dikk in Liberté 5, wo täglich zwei Busse nach Kaolack abfahren. Einer um 7, der andere um 15 Uhr. Um nicht in der Mittagshitze zu reisen, hatte ich eine Karte für den ersten Bus besorgt.

Der Senegal Dem Dikk Bus nach Kaolack.

Allein schon für die Fahrt übers Land nach der Regenzeit hat sich die Reise nach Kaolack gelohnt! Bei meinem ersten Besuch im Senegal im Mai 2015 hatte mich die Landschaft eher an eine Steppe erinnert, vertrocknete Pflanzen, staubiger roter Sandboden und kaum Grün. Diesmal das komplette Gegenteil. Und in mitten der grünen Landschaft mit den riesigen Baobabs überall große Kuhherden.

Unterwegs wurde der ganze Bus von einem Mitreisenden mit Buoye-Saft (gesprochen „Bui“, ein dickflüssiger Saft aus den Früchten des Baobabs) und Gebäck versorgt.

Der Bouye-Saft. Sehr süß aber sehr gut.

Gegen halb elf erreichten wir die Endstation Kaolack.

Noch bevor ich einen Fuß aus dem Bus setzen konnte hörte ich schon eine Frau aufgeregt meinen Namen rufen. Wie sich herausstellte, war das Awa, die Mutter meiner Freundin Assa. Kurz darauf kam auch Assa. Viel Zeit blieb aber nicht, um ihre Familie zu begrüßen. Da Assa auch am Samstag zur Schule muss, machten wir uns mit dem Djakarta auf den Weg zum Cours Privé Mboutou Sow. Am Schultor wurden wir vom Aufseher begrüßt. Von ihm bekam ich den Namen Penda Monteil. Assa hatte an noch Unterricht zusammen mit Mustafa, Yaye Fatou und Soukeyna – sie alle waren auch am Anfang der Schulpartnerschaft zwischen ihrer und meiner Schule beteiligt. Zusammen mit drei weiteren Deutschschülern vom Lycée Valdiodio Ndiaye hatten Assa, Yaye Fatou und Mustafa 2014 als erste Gruppe zwei Wochen in Osterode verbracht.

v.l.n.r.: Soukeyna, ich, Yaye Fatou, Assa, Mustafa.

Schüler vor der Schule Mboutou Sow.

Blick vom Djakarta.

Nach dem Unterricht ging es, wieder mit dem Djakarta, weiter zum Schneider, wo wir unsere Kleider für die Hochzeit anprobierten. Ein bisschen ungewohnt war, dass Assa für mein Kleid einen weißen Stoff ausgesucht hatte. Nachdem der Schneider noch einmal unsere Maße genommen hatte, um die Kleider anzupassen ging es weiter zu Assa nach Hause.

Dort lernte ich Assas Tanten, Schwestern, Nichten, Neffen und ihre Großmutter kennen. Alle hatten sich im Schatten der Bäume im Hof zwischen den vier kleinen Gebäuden, in denen sich mehrere kleine Schlafzimmer, Küche und Bad  befanden, versammelt. Die Stimmung war sehr herzlich, überall wurde aufgeregt erzählt und gelacht.

Die Mittagshitze verschliefen Assa und ich, danach gab es zum Abendessen Thieboudyapp (Reis mit Fleisch). Da so viele Leute da waren, gab es gleich drei große, runde Schüsseln um die wir uns zum Essen verteilten. Awa bot mir zwar einen Löffel an, doch dabei kam ich mir komisch vor, denn alle anderen aßen mit der Hand. Wie ich feststellen musste, ist das garnicht so einfach wie ich dachte. Der Reis muss mit der Hand fest zu einer Kugel zusammengedrückt werden (die Bewegung heißt auf Wolof „Dank“), ansonsten fällt er kurz vorm Essen auseinander.

Beim Essen mit Assa und ihrer Familie.

Am Nachmittag kam noch kurz Herr Diouf, Deutschlehrer in Kaolack, vorbei und später besuchten wir noch kurz Assas Freund Mohamed. Er wohnt einen kurzen Fußmarsch entfernt. Bald wird er aber zum Studieren ins ein paar hundert Kilometer nördlich gelegene Saint Louis gehen. Also werde ich ihn im Dezember wahrscheinlich leider nicht wiedertreffen. Von ihm mussten wir uns dann  gegen neun schon wieder verabschieden, als Assa einen Anruf vom Schneider bekam. Unsere Kleider waren fertig zum Abholen.

v.l.n.r.: Herr Diouf, ich, Assa.

Als wir bei der Hochzeit eintrafen, war die Feier schon längst Im Gang. Senegalesische Hochzeiten können manchmal bis zu einer Woche dauern. Vor dem Haus war ein großes kaum beleuchtetes Zelt aufgebaut, um das eine riesige Menschenmasse herumsaß. Der größte Teil der Gäste waren Frauen. Alle in wunderschönen Kleidern in bunten Farben, die trotz der Dunkelheit leuchteten. Eine Band spielte und immer  wieder kamen eine oder mehrere Frauen auf die leere Tanzfläche in der Mitte, um kurz zum Takt der Trommeln zu tanzen. Schließlich kam auch die Braut auf die Tanzfläche, wo wir sie begrüßten. Ihren Ehemann, lernte ich nicht kennen, denn er lebt in Spanien. Lang unterhalten konnten wir uns aber nicht, die Braut war gerade auf dem Weg, ihr Kleid erneut zu wechseln. Im Laufe des Abends trug sie mindestens drei unterschiedliche Kleider. Alle bodenlang, in kräftigen Farben und mit glitzernden Steinen besetzt.

Leider sehr dunkel ür gute Fotos. Hier ein Teil der Menschenmenge und das Zelt.

Dann setzten wir uns auf ein paar Stühle, die etwas abseits des Trubels standen, wo es ein bisschen ruhiger war, da die Musik hier nicht mehr ganz so laut dröhnte. Das hielt aber nur kurz an. „Willst du Tanzen?“, fragte mich Assa. Eigentlich fühlte ich mich nicht sehr wohl bei dem Gedanken, gleich von den vielen Menschen beobachtet mittendrin zu stehen. Aber wann bekommt man schonmal die Möglichkeit auf einer senegalesischen Hochzeit zu tanzen? Bald stand ich also – zum Glück nicht ganz allein, sondern von Assa und ihren Schwestern begleitet – auf der Tanzfläche unter dem Zeltdach und wurde vom Sänger der Band auf Wolof ausgefragt. Assa, die neben mir stand flüsterte mir die Antworen auf seine Fragen zu. Was genau ich gesagt habe, weiß ich leider nicht genau, da Assa mir nicht alles übersetzt hat. Dann begannen die Musiker zu spielen und wir zu tanzen. Also ich versuchte es zumindest und ich war doch ganz froh, als ich die Tanzfläche ein paar Minuten später verlassen durfte.

Gegen eins hörte die Band auf zu spielen und die Feier begann sich aufzulösen. Mittlerweile waren wir alle ziemlich müde und hohe Schuhe wurden gegen flache Flipflops ausgetauscht. Im Dunkeln, da es hier nur wenige Laternen gibt, machten wir uns auf den Heimweg. Im Haus angekommen, ging es aber für Assa und mich noch weiter. Wir packten Zahnbürste und Schlafsachen ein, denn wir verbrachten die Nacht bei ihrer Schwester Sophie. Sie wohnt mit ihrem Verlobten in einer kleinen Wohnung ein paar Straßen weiter. Nach einem Mitternachtssnack schliefen wir dann, erschöpft aber glücklich, sofort ein.

Am nächsten Morgen beschloss Sophie, dass es zum Frühstück Omelett und Baguette geben sollte. Die Zutaten dafür suchten Assa und ich in den kleinen Boutiquen zusammen. Die eine hatte zwar Eier, aber kein Öl oder Baguette. Die nächste konnte uns dann ein bisschen Öl in einem kleinen Plastiksäckchen verkaufen, Baguette hatte sie aber auch nicht. War aber auch kein Problem, die kleinen Kaufmannsläden gibt es gefühlt wie Sand am Meer. Meist ist es auch einfacher hier, anstatt in großen Supermärkten einzukaufen. Zum einen bekommt man alles auch in kleinen Mengen und muss zum Beispiel nicht gleich ein ganzes Kilo Mehl kaufen, und auch die Produkte sind teilweise viel günstiger. Mit unseren vier Eiern, dem Säckchen Öl, einer Prise Pfeffer, einem Maggiwürfel und einem Baguette unterm Arm kamen wir wenige Minuten später wieder in die Wohnung im dritten Stock.

Am Nachmittag zeigten Assa und ihr Bruder mir die Stadt, unter anderem stand auch ein Besuch im Künstlerdorf von Kaolack an. Das ist eine kleine Ansammlung von Hütten, in denen zum Beispiel Schuhe, Taschen und kleine Figuren aus Holz angefertigt werden.

Hier werden gerade Lederschuhe angefertigt.

Holzfiguren im Künstlerviertel.

Eine Pause im Schatten.

Auch in Kaolack gibt es viel Müll, und Ziegen, die dazwischen etwas zum Fressen suchen.

Die große Moschee von Kaolack.

Nach dem Tee musste ich mich dann aber auch schon wieder verabschieden, denn um drei sollte der Bus nach Dakar abfahren, den ich zusammen mit Assas Schwester Peme und ihrer Mutter nehmen wollte.

Teekanne und Becher der senegalesischen Teezeremonie Ataya.

Der Schaum ist besonders wichtig. Um ihn auf den Tee zu bekommen wird der Tee mehrmals umgeschüttet.

Nach der dreistündigen Fahrt kamen wir in Dakar an, wo Awa darauf bestand, mich noch bis zur Fähre zu begleiten. Das Wochenende war sehr schön und ich freue mich schon auf meine Zeit in Kaolack!

Erste Eindrücke von Gorée

Heute wurde ich noch einmal von den „Eierman“-Rufen des Eierverkäufers geweckt der Morgens mit einem riesigen Stapel Eierpappen auf der Schulter durch das Baobab-Viertel läuft. Er ruft natürlich nicht wirklich „Eierman“, er sagt auf Wolof so etwas wie „Ich verkaufe Eier“.

Ich bin zwar am Montag in das Mädcheninternat Mariama Bâ auf die Insel Gorée umgezogen, gestern Abend war aber ein Konzert der deutschen Jazz Band Arne Jansen Trio zusammen mit dem Orchester Baobab aus Dakar im Goethe-Institut. Glücklicherweise hat mich die Familie, bei der ich vorher gewohnt habe eingeladen, noch einmal für eine Nacht zu ihnen zu kommen und mir das Konzert anzusehen.

Es hat sich wirklich gelohnt, die Musik war super! Und ich habe viele Menschen wiedergetroffen, die ich in meinen drei Arbeitswochen im Goethe-Institut kennen gelernt habe.

Heute Morgen habe ich mir dann in Dakar noch ein Busticket für Samstag nach Kaolack besorgt. Die Dakar Dem Dikk (Wolof für „Dakar Hinreise Rückreise“) Busse fahren zweimal täglich auf dieser Strecke.

Auf der Fähre zurück nach Gorée habe ich dann Roger, den Fahrer des Goethe-Instituts getroffen, er war dort um mit der deutschen Band zusammen die Insel zu besuchen.  Am liebsten hätte ich mir heute auch Zeit genommen, die Insel zu sehen, aber das nächtliche Unwetter hatte meine Zimmertüren geöffnet, sodass ich erstmal das Chaos beseitigen musste, bevor ich am Nachmittag wieder zum Deutschunterricht musste.

Heute durfte ich, im Gegensatz zu gestern, nur zusehen. Gestern war der Deutschlehrer in einer Besprechung, sodass ich seine Stunden übernehmen musste. Die ersten zwei Stunden waren eher schleppend. Die nächsten beiden Stunden waren dann schon einfacher, diesmal waren es ein kleiner Kurs mit älteren Schülerinnen. Zum Ende hin bekamen wir Besuch von den zwei Praktikantinnen aus Frankreich, die sechs Monate hier bleiben. Das Ende der Stunde nutzen wir, um uns von den Schülerinnen ein paar Wörter auf Wolof beibringen zu lassen.

Da Mariama Bâ ein Internat ist, haben die Schülerinnen auch meistens von morgens um acht bis abends um sieben Unterricht. Eine Mittagspause gibt es um ein Uhr. Nach dem Abendessen verbringen die Mädchen noch einmal zwei Stunden in den Klassenzimmern, um das gelernte zu wiederholen und Hausaufgaben zu machen. Bis auf Mittwoch, da haben sie den Nachmittag frei.

Die Schule ist eine staatliche Eliteschule. Am Ende der Grundschule machen alle senegalesischen Schüler einen Test, die 150 besten Mädchen dürfen zu einem zweiten Test in die Schule kommen. Bis zu 35 derjenigen, die am besten abschneiden, werden in die Schule aufgenommen. Von da an verbringen die Mädchen sieben Jahre in der Schule. Die, die von weiter weg kommen fahren nur in den zweimonatigen Sommerferien nach Hause, an den Wochenenden fahren sie dann meistens zu Verwandten, die in Dakar wohnen. Das Schulgeld, sowie Unterkunft und Verpflegung werden vom Staat bezahlt. Die Schülerinnen zahlen jedoch bei der Einschreibung 50.000 CFA (ungefähr 77€).

In der kurzen Zeit, in der ich in der Schule wohne, habe ich schon einige Schülerinnen kennengelernt. Alle sind total nett und sehr fleißig.

Gestern sind auch die neuen Schülerinnen angekommen. Die Älteren haben für sie ein kleines Fest mit Spielen, Tanz und Gesang vorbereitet. Viele von ihnen sind unglaublich talentiert. Teilweise habe ich echt Gänsehaut bekommen!

Ich freue mich auf meine – leider viel zu kurze – Zeit auf Gorée!

Mein letzter Tag im Goethe-Institut

Gestern war leider schon der letzte Tag meiner drei Wochen im Goethe-Institut. Am Montag geht es für mich weiter auf die Insel Gorée. Dort werde ich bis Ende November ein Praktikum im Mädcheninternat Maison d’Education Mariama Bâ absolvieren.

Zum Abschied verbrachte ich den Feierabend mit der neuen Praktikantin in der Strandbar „La Mer à Table“, in der man einen wunderschönen Blick zum Phare des Mamelles, zum Momument de la Renaissance Africaine und zum Strand hat, an dem abends viele Surfer unterwegs sind.

Ich freue mich auf die Zeit auf Gorée, bin aber auch ein bisschen traurig jetzt schon wieder umziehen zu müssen. Auch weil ich mich bei der Familie, bei der ich die letzten Wochen verbracht habe, super wohl gefühlt habe.

Blick über Dakar (rechts das Piscine Olympique).

Im „La Mer à Table“.

Nachtrag vom 03.10.

Da das Goethe-Institut auch einige deutsche Feiertage berücksichtigt, konnte dich den Tag der deutschen Einheit nutzen, um einen Ausflug auf die Insel Ngor zu machen. Passend dazu herrschen in Dakar heute angenehme 28 °C.

Auf der Insel traf ich die neue Praktikantin des Instituts. Zusammen machten wir einen Spaziergang über die Insel, von Lampe, einem senegalesischen Händler, wurden wir auf einen Tee in seinen Laden eingeladen. In dieser selbstgebauten Holzhütte lebt und arbeitet er das ganze Jahr über. Das Land gehört ihm nicht, aber er darf so lange bleiben, bis der Besitzer das Land in Anspruch nimmt. Mit Blick von einer Klippe aus über Insel und Atlantik verkauft er Taschen, Kleidung und Bilder an Touristen.

Lampe erklärte uns auch die senegalesische Teezeremonie. In einer kleinen Kanne werden die Teeblätter dreimal aufgegossen. Der Tee wird dann in kleine Gläser gegossen und ein paar Mal umgeschüttet.

Der erste Aufguss sei bitter wie das Meer, der zweite lieblich wie das Leben und der dritte süß wie die Liebe.

Nach Ngor gelangt man am günstigsten, indem man mit dem Bus oder Taxi bis zum Strand von Ngor fährt und dann eine Piroge auf die Insel nimmt. Für die Piroge bezahlt man für Hin- und Rückfahrt 1000 CFA (ungefähr 1,50€). Bei der Überfahrt sitzt man dicht gedrängt in dem schmalen länglichen Boot, bekommt aber eine Schwimmweste.

Ein Besuch der Insel lohnt sich wirklich. Die dicht bebaute Insel lädt dazu ein, durch die schmalen Gassen zu schlendern, die jetzt voller bunter Blumen sind, einen der schönen Strände zum Baden zu nutzen oder den Ausblick von der Klippe über Strand und den türkisblauen Atlantik zu genießen.

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Auf der Piroge.

Blick auf Ngor und den Atlantik.

Leider gibt es auch hier ein Müllproblem…

 

Die letzte Septemberwoche begann hier ebenfalls mit angenehmen Temperaturen. Montagnacht gewitterte es und bis Dienstag regnete es hin und wieder. Das hatte zur Folge, dass sich in den, zum Teil riesigen, Schlaglöchern tiefe Pfützen bildeten. Auf dem Nachhauseweg mit dem Bus hatte ich doch ein paar Bedenken, als das Tata bei der Fahrt durch eines dieser gefluteten Löcher heftig zu schwanken anfing. Wir schafften es trotzdem alle trockenen Fußes zum Ziel.

Am Donnerstag und Freitag durfte ich in B1 und A1 Deutschkursen hospitieren.  Das war sehr spannend. Die Lehrer legten sehr viel Wert auf Kommunikation. Auch stille Schülerinnen und Schüler wurden dazu ermutigt, wenigstens ein paar Sätze zu sprechen. In der Pause nahmen ein paar  Schüler mich mit in die nahegelegene Bäckerei Brioche Dorée, um ein zweites Frühstück einzunehmen. Aissatou, die nur ein bisschen älter ist als ich, erzählte mir von ihrer Schwester, die in Hamburg lebt. Sie möchte Deutsch lernen, um sie irgendwann mal besuchen zu können.

Die Geschwister Fatou und Oumar fahren jeden Tag eine Stunde mit dem Bus, um aus Thiés zum Deutschkurs zu kommen.

Eine andere Schülerin, die gerade ihren dritten Kurs begonnen hat, möchte in Deutschland studieren.

Am Samstag durfte ich mit Ousmane und einem Freund von ihm auf eine Pre-Release Vorstellung der Gruppe 23-3 („Vingt-trois – trois“). Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung von Rap, die Songs fand ich aber ziemlich gut. Es war wie eine kleine  Pressekonferenz, wo die neuen Songs angespielt und hinterher etwas dazu erklärt wurde. Die meiste Zeit habe ich aber leider kein Wort verstanden, da nur Wolof geredet wurde. Später erfuhr ich, dass viele Musiker und Musikproduzenten anwesend waren. Ein sehr cooles Erlebnis! Ich werde auf jeden Fall versuchen, mir das Album zu besorgen.

Am Sonntag wurde ich spontan  von Elhadji zum Essen eingeladen. Er wohnt mit seiner Familie in der Schule, in der sein Vater Direktor ist. Eigentlich wollte ich auf seine Empfehlung hin die Linie 121 der DDD (Dakar Dem Dikk) nehmen. Nach fast einer Stunde warten an der Haltestelle nahm ich doch auf gut Glück ein Tata, dass mich dann bis zur großen Moschee Dakars brachte. Von dort aus waren es noch fünf Minuten zu Fuß zur Schule.

Nach kurzer Zeit kam mir Elhadji auch schon entgegen.  Im Obergeschoss der Schule angekommen lernte ich dann vier seiner Brüder, seinen Onkel und die Frau eines seiner Brüder kennen. Alle hatten sich hatten sich im kleinen Wohnzimmer versammelt, wo auf dem Röhrenfernseher ein Spiel zweier französischer Fußballvereine übertragen wurde. Elhadjis Schwägerin hatte für alle „Poulet Yassa“ – Reis mit einer Zwiebelsoße und Hühnchen – gekocht. Wir saßen gemeinsam um die große Schale auf dem Fußboden herum, aus der alle aßen. Das Essen war super lecker, aber für mich ziemlich scharf, was man mir anscheinend auch anmerkte und für schmunzeln sorgte.

Mit Elhadji (links) und einem Teil seiner Familie.