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Roadtrip durch Georgien

Wir holen das Auto ab, setzen uns rein und es geht los. Wir fahren raus aus Tbilisi, rein ins Abenteuer. Wir wollen was erleben, neue Sachen sehen. Ab und an halten wir am Rand an und staunen.

Georgien, warum bist du so schön?

Wir füllen die vier Tage mit Skifahren in Gudauri, Wandern in Algeti, der Erkundung von Davit Garedscha und den Regenbogenbergen und einer Fahrt nach Lagodekhi.

Die Tage hätten nicht viel vielfältiger sein können und waren repräsentativ für die Diversität der georgischen Landschaft.

Jetzt sitze ich im Zug nach Batumi und fahre wieder ans Meer, ein Leben zwischen Strand, Wüste, Wäldern und Bergen.

საქართველო, მიყვარხარ.

 

Klassenfahrt nach Kakheti

Ende Oktober begleite ich die Klassenfahrt der Oberstufe des russischen Sektors. Es geht am späten Abend los, wir fahren die ganze Nacht durch ans andere Ende Georgiens, nach Kakheti, ein Weinanbaugebiet im Osten des Landes. Übermüdet besichtigen wir den ganzen Tag Klöster und fahren durch die Gegend, bis wir am frühen Abend in Sighnaghi ankommen. Die Stadt ist klein und idyllisch, wir laufen etwas herum, bis wir abends ganz nach georgischen Standard ein Festmahl, bestehend aus Khachapuri, Pizza, Khinkali und Shashlik, zu uns nehmen. Als wäre das nicht genug, gibt es zum Nachtisch noch Torten, die extra aus Batumi vom Lieblingscafé der ganzen Stadt mitgenommen wurden, ein Junge hat nämlich Geburtstag. Ich gehe recht früh schlafen und wache auf, als noch niemand wach ist. Ich spaziere durch das verschlafene Dorf und genieße die Aussicht. Nach dem Frühstück brechen wir auf und besichtigen noch das Kloster Bodbe sowie Mzcheta. Danach machen wir uns endgültig auf die Rückreise und kommen Montag um 2 Uhr nachts in Batumi an. Das war mein erstes Mal woanders als in Batumi oder Tbilisi. auch wenn es recht kurz war, habe ich die Zeit sehr genossen.

 

Auf einer georgischen Hochzeit

Anfang Dezember bekomme ich die Möglichkeit, eine georgische Hochzeit zu besuchen. Soweit, so gut. Auch die Tatsache, dass ich das Paar nicht kenne und umgekehrt, soll mich nicht daran hindern, zu kommen. In Georgien ist es keine Ungewöhnlichkeit, ausländische Freund:innen einfach mitzunehmen. Ich habe nicht wirklich festliche Kleidung im Schrank, also müssen ein schwarzer Einteiler und meine Sambas herhalten. Wir kommen an, doch vom Brautpaar ist noch keine Spur, es regnet, also warten wir eine halbe Stunde im Auto, bis sie endlich eintreffen. Ich bin überwältigt von dem riesigen, prunkvoll geschmückten Festsaal, in dem mehr als 300 Gäst:innen Platz finden. Ich nehme an einem runden Tisch, der sich fast biegt von dem ganzen georgischen Essen, Platz. Ich kenne niemanden an diesem Tisch, fast alles georgische Omas, meine männliche Begleitung hat sich an einen Tisch gesetzt, der Männern vorbehalten ist. Wir beginnen zu essen, doch es wird immer nachgereicht: Khachapuri und Shashlik en masse, aber alles in mittelmäßig. Währenddessen lausche ich der georgischen Musik und lasse mich vom Abendprogramm unterhalten. Später wird hemmungslos getanzt, ich geselle mich zu einer Gruppe, die mich in ihren Tanzkreis aufnimmt. Um halb zwölf endet der Abend, ich fahre mit meinen neuen Freunden nachhause.

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Armenien

Mitte November findet das Zwischenseminar statt, wofür wir Georgier:innen uns entschließen, nach Armenien zu fahren um die anderen Freiwilligen zu besuchen. Nach einer holprigen Planungsphase steigen wir in die Marshrutka, die uns in die Hauptstadt Jerewan bringen soll. Wir fahren vorbei an unzähligen Hügeln, bis wir schließlich spätnachmittags ankommen. Wir sind begeistert von der Natur, dem Essen, Jerewan kommt aber einfach nicht an Tbilisi heran, wie wir feststellen. Ich bin etwas nachdenklich, nutze ich meine Zeit hier sinnvoll? Die ersten zwei Monate sind schnell vergangen, für einige ist in wenigen Wochen schon Halbzeit. Es ist eine ereignisreiche Woche, das eigentliche Seminar rückt für die Mehrheit immer weiter in den Hintergrund, immer mehr Kameras werden ausgeschalten. Mein persönliches Highlight ist der letzte Abend, an dem wir mit dem armenischen Miniladenbesitzer nahe unseres Airbnbs 30 Jahre alten, noch zu Zeiten der Sovietunion gebrannten (wenn man seinen Worten Glauben schenken will) Cognac trinken und auf Frieden (vor allem im Hinblick auf den Karabach-Konflikt) anstoßen. Am nächsten Tag geht es für mich zurück über die Grenze, wo mich mein erster Besuch aus Deutschland erwartet.

Das Las Vegas am Schwarzen Meer

Als ich aus dem Zug aussteige und die Stadt zum ersten Mal in echt sehe, bin ich den Tränen nahe. Einerseits erleichtert, endlich angekommen zu sein, andererseits enttäuscht, dass ich die nächsten Monate dort verbringen werde und nicht in Tbilisi, einer Stadt, die für mich einfach mehr zu bieten hat als Batumi. Die ersten Tage fühlen sich befremdlich an, da ich kein Gefühl für die Stadt entwickeln kann. Ich will so schnell wie möglich zurück. Doch diese Gefühle sollen sich legen. Batumi ist eine ziemlich aus dem Boden gestampfte Stadt am Schwarzen Meer. Viele Hochhäuser, Casinos, aber auch in die Jahre gekommene Sovietbauten und eine kleine Altstadt zieren das Stadtbild. Zusammenfassend also nicht wirklich „schön“, es ist eine richtige Touristenhochburg in den Sommermonaten, was ich auch im Spätsommer zu spüren bekomme. Das, was die Stadt für mich aber ausmacht, ist das Meer, das zum Baden und Verweilen einlädt, und die wunderschöne Natur um Batumi, nicht umsonst wird dieser Teil Georgiens als Amazonas des Kaukasus bezeichnet. Es gibt viele sonnige, warme Tage bis in den Januar hinein, parallel allerdings auch Wochen, in denen sich der Regen sintflutartig über die Stadt ergießt und es nichts zu tun gibt, was mich des Öfteren schon sehr frustriert hat. Batumi ist über die letzten Monate zu meinem Zuhause geworden, in das ich immer wieder gerne zurückkehre.

Die ersten Wochen

Wir kommen spätnachts an, übermüdet, aber blicken alle erwartungsvoll dem Jahr entgegen. Der erste Tag in Tbilisi – eine wahre Reizüberflutung. Wir essen das erste Mal georgische Köstlichkeiten, trinken das erste Mal georgischen Wein und stoßen auf unsere bevorstehende Zeit hier an. Am nächsten Morgen fahre ich weiter nach Batumi – ab jetzt auf mich allein gestellt, mehr als fünf Stunden Zugfahrt entfernt von den anderen. Ich bin überfordert, das erste Mal allein in einer fremden Stadt, in der ich niemanden kenne, das erste Mal allein in einem fremden Land mit einer Sprache, die ich nicht verstehe. Das erste Mal allein leben. Vor allem die ersten Tage sind eine riesige Herausforderung, die ich rückblickend aber gut gemeistert habe, wie ich finde. Die nächsten zwei Wochen gilt es erstmal, meinen neuen Alltag in den Griff zu bekommen und neue Leute kennen zu lernen, um nicht zu vereinsamen. Ich lerne die ersten Wörter auf Georgisch.

Hallo Welt!

Nach nun mehr als vier Monaten hier in Georgien schaffe ich es endlich auch mal, diesen Blog zum Leben zu erwecken. Aber erstmal zu mir: Mein Name ist Sofie, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Regensburg, Bayern. Mit dem PAD bin ich seit September für ein Jahr an einer Schule in Batumi eingesetzt.