36 – am Schwarzen Meer

Der*ie echte Tbilissier*in verlässt im Sommer, nach Möglichkeiten die Stadt und bräunt sich in Batumi oder in der Familien-Datscha auf dem Land. Da wir leider nicht mit einer Omi in Ratcha oder sonst wo gesegnet sind, müssen wir uns den Familien-Spaß-Zug von Tbilissi nach Batumi geben.

Eine freche Mini-Fußballmannschaft sitzt auf unseren reservierten Sitzen, durch die Luft fliegen: Khatschapuri-Stücke, Spielzeug, Handyspiel-Gedudel, Kinderfilmplots, Geschrei und Geschimpfe… aber wir kriegen auch ein Khatschapuri-Stück angeboten.

 

In Batumi angekommen, haben wir mal mehr mal weniger Nieselregen und mal dickere, mal dünnere Wolkendecken. Mal ist es mehr, mal noch mehr schwül. Mal haben wir mehr mal weniger Magen-Darm-Probleme. Mal kommt penetranter, mal subtiler Knoblauchgeruch aus der offenen Küche und erst sind wir zu sechst, dann zu viert, dann nur noch zu zweit.  Aber wir haben immer das Meer vor unserem Panorama-Blick im großen Schlafzimmer mit Esstisch und Klavier. Der Steinstrand lässt uns mal mehr, mal weniger humpeln. Das Meer ist mal mehr, mal weniger bedrohlich, je nach Krankheitsstand wagen wir uns jeden Tag rein.

 

Wir sind in Mzwane Konzxi, laut Internet der beste Badeort, eine Siedlung bei Batumi, die ihren Namen: „Grünes Kapp“ vom hier gelegenen Botanischen Garten Batumi hat. Dort sieht es wirklich ein bisschen aus wie im Regenwald. Die anderen bekannten Badeorte entlang der Küste sind mit Marshrutka relativ schnell zu erreichen, theoretisch könnte man* sogar bis in die Türkei fahren. Abends sind wir schnell in Batumi, fast schneller als in Tbilissi von unserem Stadtteil in die Innenstadt.

 

Wir sehen verschiedene Fußball-Spiele, hier drückten die Meisten Kroatien die Daumen. Der Botanische Garten ärgert uns mit zu hohem Eintritt, beim ersten Versuch ist unser Portmonee dem einfach nicht gewachsen. Ein Ausflug in die Hauptstadt des alten Kolchis, nach Poti ist auch drin.

 

Die letzten Tage wird das Wetter doch nochmal richtig gut, wir miete uns zwei Chaiselongi und einen Schirm und versuchen noch soviel Bräune wie möglich mit zu nehmen. Die Schwestern aus unserem Gasthaus befinden uns trotzdem noch für zu weiß! Irgendwann kriegen wir noch zwei Eiskaffee gebracht, sehr aufmerksam!

 

Die Rückfahrt treten wir mit der neuen Reisebus Kollektion von Metro Georgia an. Viel Platz, bequeme Sitze, Bildschirme für Jeden, aber eine Klo-Pause ist bei 6h Fahrt eigentlich nicht vor Zestaponi drin und gegessen wird hier auch nicht! Irgendwann nach Zestaponi fängt die Klimaanlage an mir auf die Schulter zu tropfen, sogar das Inventar muss mal!

 

Dann sind wir ganz kurz Zuhause, lange genug um einen unwetterartigen Regenschauer mit Hagelkörnern mitzunehmen, der auf den Straßen Bäche entstehen lässt und endlich mal die Luft reinigt. Es ist kühlt nämlich mittlerweile auch nachts nicht mehr ab.

 

 

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