Agia Lavra, Ort des Ursprungs?

21/03/2021.

Kalt, Kälter, Unsere Wohnung

22/03/2021

Starten ganz offiziell unoffiziell

23/03/2021

Arbeiten, Schlafen, Kaffee Trinken

24/03/2021

Of Angry Monks, friendly dogs & snow caps like in chocolate ads

 

25/03/2021

Nicht lange in Griechenland, da dürfen wir schon den Nationalfeiertag miterleben und das auch noch in einem ganz besonderen Jahr, denn vor genau 200 Jahren begann die Revolution der Griechen gegen die Ottoman (die heutige Türkei). Im ganzen Land ist heute freier Tag und normalerweise marschieren Kinder und Erwachsene in Kostümen aus jener Zeit, um diesen Tag zu zelebrieren. In Athen fahren anscheinend auch dieses Jahr Militärfahrzeuge durch die Straßen, doch genauso pompös wie in den vergangen Jahren wird es aufgrund des Lockdowns sicher nicht werden. In Kalavryta sind wir nicht weit entfernt vom Ursprungsort jener Revolution. Diese soll nämlich im Kloster Agia Lavra begonnen sein, in dem ein Mönch zum Widerstand aufrief. Einige Griechen vermuten, dass die Revolution schon vorher in Rumänien begonnen hatte und nicht aus dem Monasterium hervorging. Einige Tage zuvor hatte wir direkt in unserer Nachbarschaft ein Feuerwerk bestaunen können, das vermutlich mit der Feier des Widerstands verbunden war. Seit einigen Tagen ist der Kirchplatz in Kalavryta mit blauen und gelben Fähnchen geschmückt und auch in Agia Lavra sieht es festlich aus. Nur fragt sich, wer zu diesem Fest im Kloster erscheinen wird und darf, da viele Klöster auch heute geschlossen sind aufgrund der Pandemie. 

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Erste Gedanken auftanken

18/12/2020

Nachdem die ersten Freudensprünge langsam nachließen, kam erstmal eine ziemlich peinliche Frage: Was weiß ich über Griechenland? Nicht viel: Olivenöl, Tzatziki, Oliven und eine europäische Schuldenkrise von 2016, wahrscheinlich auch schon früher und später. Eine komische Mischung und ich muss selbst kurz darüber lachen. Griechische Götter fallen mir noch ein, aber da hört es auch schon auf. Eigentlich doch schon ein paar Dinge, doch weiß ich wenig über das tatsächliche Griechenland, wahrscheinlich gib es auch nicht „das” Griechenland genauso wenig wie es „das” Deutschland gibt.

Das Einzige, woran ich aber gedacht hatte, war, wie lecker die Oliven dort sein müssten. Und wie schön warm es dort sein würde. Wenn ich an Griechenland denke, wird mir warm, denn weiße Strände und Olievnbaumfelder mit einer mediterranen Berglandschaft fluten meinen Kopf. Prahlende wärmende Sonne und schon habe ich mich in ein warmes Bild umhüllt. Klarer blauer Himmel und Sandalen; die Wärme ist bloß ausgedacht und obwohl es gerade ziemlich kühl und karg ist, möchte ich eigentlich nicht wissen, wie sich 40 Grad im Sommer anfühlen. „In den Bergen ist es immer etwas kühler”, beruhigt mich der Geologe George, während wir uns über zoom ein wenig kennenlernen. „Bald fängt hier die Skisaison an” Ich schaue ihn mit großen Augen sprachlos an. Das Bild von Schnee und in Skianzüge eingepackte Menschen passt nicht in den Sommerurlaub der in meinem Hirn festgebrannt ist. 

Die einzige Berührung, die ich je mit der heutigen griechischen Kultur hatte, waren die zahlreichen Restaurantbesuche zu denen meine Eltern mich überredeten und ich mir danach schwor, niemals wieder griechisch essen zu gehen. Gyros und Schaschlikspieße, die von breit grinsenden Männern serviert wurden und mir versicherten, das sei alles sehr gut. Ich fand es schlicht eklig und wahrscheinlich waren es auch oftmals keine Griechen, die diese Restaurants in Berlin betrieben.

George lachte als ich auf seine Frage antworte, dass ich kein Fleisch aß. „Dann sind wir schon vier Leute im ganzen Dorf mit den Freiwilligen gerade!” Das ist eine Tatsache, die ich gar nicht bedacht hatte, aber klar, Länder mit weniger Möglichkeiten und Menschen, die eher auf ihre Großeltern schauen, wachsen mit Fleischkonsum auf. Umweltbewusstsein is wie in allen anderen Ländern der Welt kein Thema, denn oftmals geht es eher um existenzielle Probleme. Dass Umweltbewusstsein auch ein existenzielles Problem ist, fällt im ersten Moment ja nicht auf, solange Essen auf dem Tisch kommt.