Es ist an der Zeit, mal ein paar Beobachtungen mitzuteilen, die ich während meiner Zeit hier so mache. Da die letzten beiden Wochenenden zur Abwechslung mal kein „großer“ Ausflug anstand, möchte ich nun von einigen Eigenheiten der Chilenen berichten. Zunächst etwas, was mich manchmal ärgert und manchmal amüsiert: Das ständige Angemachtwerden auf der Straße. Das passiert immer und überall, Männer jeden Alters, sogar vom Auto aus wird man angehupt. Letzteres finde ich persönlich am blödsten. Ansonsten bekommt man eben zu hören: „Que linda! Beautifuuuul!“, sehr gewöhnungsbedürftig und ich bin recht froh, dass deutsche Männer weniger aufdringlich sind! Sogar die Polizei lässt sich das nicht nehmen. Samstag hatten Felipe (mein Tandem-Partner) und ich ein längeres Gespräch mit zwei Carabineros, die geschickterweise gefragt haben, was denn „schöne Frau“ auf deutsch heißt.
Wo wir grade bei Polizei sind, Einsatzwagen von Polizei und Krankenwagen mit Blaulicht wird kein Platz gemacht, so wie wir das aus Deutschland kennen. Und der Verkehr hier hat es manchmal in sich, durchkommen ist gar nicht so einfach!
Chilenen nehmen es mit schnellem, freundlichen Kundenservice nicht so genau. Bei meinem Supermarkt hier um die Ecke sind die Verkäuferinnen chronisch schlecht gelaunt. Und von wegen „Servicewüste Deutschland“, ich habe bei der Post geschlagene 30 Minuten gestanden, um zwei Briefe und 8 Postkarten abzuschicken. Bei unserer kleinen Post zu Hause, hätte das vielleicht 5 Minuten gedauert. Aber ich durfte, als einer von zwei Kunden, erstmal 15 Minuten warten und wurde dann in 15 Minuten bedient. Auch an Kassen ist die Wartezeit manchmal erstaunlich. Mir wurde schon erzählt, dass die Chilenen für unfreundlichen Service bekannt sind und es in Argentinien deutlich besser sein soll.
Dann das Geld: Erstmal ist das Umrechnen auf Euro absolut blöd, weil man circa durch 700 teilen muss. Pesostücke sind nicht mal das Plastik wert, aus dem sie sind. In Supermärkten kriegt man häufig nicht alles Rückgeld ausgezahlt, weil keiner die Pesos haben will. Die werden dann gespendet. Das habe ich am Anfang nicht ganz verstanden, weil die einen fragen, ob man denn spenden möchte. Als ich dann eben einfach mal mit „Nein“ geantwortet hab, wurde ich schon recht blöd angeguckt 😉 Mittlerweile spende ich großzügig die 3-4 Pesos!
Mit der Zeit habe ich mich schon an den Anblick gewöhnt, aber eigentlich ist es doch recht erstaunlich, wie viele Straßenhunde es gibt. Die sind tun nichts und leben eben ihr Leben auf der Straße. Dafür sieht man aber erstaunlich wenig Scheißhaufen rumliegen. Das mag wohl daran liegen, dass Chilenen anscheinend einen Sauberkeitstick haben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass es unglaublich viele Personen gibt, die die Gehwege renigen, ständig das Laub auffegen und sogar mit Wasser alles saubermachen.
Das alles ist absolut nicht böse gemeint meinerseits, sondern sind lediglich Feststellungen aus meinem Alltag, die mich eben amüsieren, aufregen und immer wieder erstaunen. Insgesamt macht es eben Spaß, immer wieder solchen Eigenheiten zu begegnen!