Sonntag, 20.30 – ich sitze im Bus für die gut vierstündige Fahrt von Riga zurück nach Tallinn und dank Estland und seinem fast überall vorhandenem free wifi kann ich hier ziemlich komfortabel diesen Blogeintrag schreiben.
Ich war dieses Wochenende zum ersten Mal in Lettland, zu Besuch bei Charlotte, auch einer kulturweit-Freiwilligen in Riga. Nachdem ich am Freitag extra früh von der Arbeit gegangen war, um den Bus um 13.15 zu nehmen, war dieser plötzlich doch schon voll und so hieß es warten auf den nächsten… um 16 Uhr. Zunächst etwas angenervt habe ich die Zeit dann doch noch einigermaßen sinnvoll überbrückt, habe das schöne Wetter genutzt und bin über den keskturg, den Zentralmarkt Tallinns geschlendert, habe dort etwas extrem günstiges Obst erstanden und weiß jetzt immerhin endlich, wo das schon von außen beeindruckende Kunstmuseum KuMu ist, zum Reingehen hatte ich noch keine Zeit.
Mit der Fahrt lief dann letztendlich alles ziemlich gut. Schon im Bus musste ich bemerken, wie unfähig ich bnin, die russische und die lettische Sprache auseinander zu halten. Tatsächlich ist auch Letztrere praktisch gar nicht mit dem Estnischen verwandt, somit habe ich ein bisschen eher eine Ausrede. Charlotte holte mich in Riga dann vom Busbahnhof ab. Zum Abendessen waren noch drei Freundinnen von ihr da, die super gekocht hatten 🙂
Am nächsten Morgen ging es nach gemütlichem Frühstück los, die Stadt besichtigen. Wie in Tallinn und einigen anderen Städten wird auch in Riga einmal täglich eine kostenlose Stadtführung angeboten, an der wir teilnahmen, richtig empfehlenswert. Das Wetter spielte nachmittags leider nicht mehr so gut mit, sodass wir uns dann durchgefroren aus dem Regen zum späten Mittagessen in eins der lettischen „Lido“-Restaurants flüchteten. Wir nutzten den Tag dann aber trotzdem noch ziemlich gut, sahen uns einiges an und waren abends noch in einem klassischen Benefiz-Konzert in einer Kirche und danach im Kino im Film „About time“. Glück für uns: ausländische Filme werden hier normalerweise nicht synchronisiert, sodass wir ihn auf Englisch sogar verstehen konnten 😉
Am nächsten Tag sah das Wetter deutlich rosiger aus, weshalb die Stadtbesichtigung auch gleich zehnmal mehr Spaß machte. Da ich erst abends den Bus zurück nahm, blieb uns viel Zeit, auch hier über den beeindruckenden Markt zu gehen, das Okkupationsmuseum zu besuchen und die Tiger-Stores (beste Geschenkeladen-Kette überhaupt, kommt glaube ich aus Dänemark) der Stadt unsicher zu machen 😀 Vor allem aber bekam ich einige der berühmten Jugendstilhäuser der Stadt zu sehen und von der Dachterrasse eines Einkaufscenters aus dann auch noch einen superschönen Sonnenuntergang.
Am Abend bin ich dann jedenfalls erst ziemlich spät nach Hause gekommen und mir ist dort erstmal aufgefallen, dass ich vergessen hatte, meinen Wecker auf „aus“ zu stellen, weshalb dann anscheinend seit Samstag Morgen bei mir Radio lief, zwar nicht gerade bei voller Lautstärke, aber ich hoffe trotzdem, dass es meine Mitbewohnerin nicht aufgeweckt hat… Ich habe sie seither noch nicht gesehen, muss ich sie nachher mal fragen.
Also auf jeden Fall nochmal ein ganz liebes Dankeschön an Charlotte für die ultimative Herumführbetreuungsübernachtungsgelegenheit, in gut einer Woche sehe ich dann schon alle Baltikums- und GUS-Staaten-Leute hier in Tallinn beim Zwischenseminar 🙂



Mal eben nach Riga..warum denn auch nicht? =D
Nur bist du auf den Bildern immer so klein.