Das Zwischenseminar – oder: die deutsche Blase

Das Zwischenseminar war etwas, auf das ich ehrlich gesagt nicht wirklich viel Lust hatte. Dafür gab es zwei Hauptgründe: zum einen war die Fahrt elendig lange und (vor allem die Rückfahrt) brachte mich an meine Grenzen, vor allem was den Schlaf anging, zum anderen wurde unsere Homezone vom Vorbereitungsseminar getrennt und das fand ich jetzt nicht wirklich prickelnd. Die anderen haben uns gut aufgenommen und alles, aber trotzdem wäre es für mich noch schöner gewesen, wenn ich mit Jana wieder zusammen hätte Panik schieben können oder mit der Zimmercrew (und Jana) einfach über irgendwelchen Scheiß hätte reden können.

Dementsprechend lustlos stieg ich am 23. November in den Zug in Richtung Sofia und begann das große Abenteuer. Dieses Mal gab es sogar Durchsagen, was mich persönlich etwas verunsicherte, aber da die Frau in meinem Abteil total entspannt wirkte, konnte es ja nichts wirklich ernstes sein – zumindest redete ich mir das ein. Gerade, als die Müdigkeit mich etwas unter Kontrolle hatte und ich doch kurz davor war, mir eine kleine Pause zu gönnen, stießen eine Bulgarin und ein Kolumbianer zu uns in Abteil und auch wenn ich mal nicht aktiv am Gespräch teilnahm, so hielten sie mich wach.

In Sofia angekommen ging ich dann erst einmal in den Billa, um noch etwas Zeit im Warmen totzuschlagen – denn, ob man es glauben möge oder nicht, wir sind auf die Minute pünktlich im Sofioter Hauptbahnhof eingefahren, was so ziemlich der einzige große Unterschied zu der geliebten DB in Deutschland darstellt, der mir bisher aufgefallen ist. Danach telefonierte ich noch mit meiner Mutter, und auch wenn es sehr viele Unterbrechungen und Anflüge von Frustationstränen gab, tat es im Endeffekt wirklich gut.

Die Fahrt im Flixbus war überraschend viel vom Schlafen geprägt und die Frau in der Reihe vor mir, eine Britin, die alleine etwas in der Weltgeschichte umherreiste, organisierte uns zusammen mit einem Rumänen ein Taxi vom Busbahnhof zum Hauptbahnhof. Wie auch ich hatte sie nicht die beste Erfahrung mit Bulgaren und ihrer Hilfsbereitschaft gemacht, weshalb wir beide doch etwas überrascht waren, als der Rumäne uns von sich aus Hilfe anbot und bei uns blieb, bis wir dann im Taxi saßen. Da ich noch kein Bargeld hatte und dachte, dass es dort am Busbahnhof bestimmt einen ATM gibt, übernahm sie das Taxi (für umgerechnete 2€, ungefähr) und weigerte sich dann anschließend, die Hälfte von mir anzunehmen. Sie hätte das Taxi ja eh gebraucht, meinte sie, und so beließen wir es dabei.

Nachdem sie im Zug in Richtung Brasov saß, setzte ich mich in den McDonald’s, gönnte mir einen Kaffee und nach einem kurzen herumgehen und bemerken, dass jener McDonald’s eines der wenigen geöffneten Restaurants mit Steckdosen war, folgten darauf hin noch Pommes, während mein Handy noch einmal laden konnte.

Die Zugfahrt war nicht sehr spektakulär, wobei ich es schon sehr interessant fand, dass es zumindest in meinem Wagen dort nur 4er Sitze mit Tisch gab – und da ich mein Ticket bereits online gekauft hatte, wurde mein Name von einer Liste abgehakt; schon das zweite Mal während meines Aufenthaltes stand ich also schon auf einer „Gästeliste“ :D.

In Sibiu wurde ich auf meinem Weg zum Hostel vom Weihnachtsmarkt begrüßt und verbrachte den Großteil des restlichen Abends dort, probierte Glühwein, schlenderte rum und nahm all die Weihnachtsstimmung auf. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass Weihnachten, der Besuch meiner Familie und mein Geburtstag gar nicht mehr so unglaublich weit weg sind.

Die Fahrt nach Hosman und das Laufen zur Kulturscheune, unserem Seminarort und der Location für Marlenes göttliche Mottoparty, geschah im Pulk mit Freiwilligen aus Rumänien und Moldau – und ich würde lügen, wenn ich mir dort nicht meine Homezone herbeigesehnt hatte. Aber schon im Verlauf des ersten Tages fühlte ich mich zumindest von manchen schon aufgenommen und es gab deepe Gespräche am warmen Kamin in der Küche.

Am Dienstag kam eine Mitarbeiterin von kulturweit und brachte uns vier Bulgaren etwas aus Serbien mit – einen Brief von unserer Homezone, Kekse und ein Papierschiffchen von Jana für mich (ich glaube, diese Schiffchen werden mich das restliche Leben lang verfolgen …). Die „Post“ lag die ganze Einheit lang in der Mitte des Raumes und es fiel mir wirklich schwer, mich auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn da dort Post von den Menschen lag, die ich so gerne bei mir hätte.

Während des Zwischenseminars wurden so viele Themen angesprochen und auch von uns Freiwilligen im Rahmen der Kurzvorträge angerissen und auch in unserer Freizeit gab es das ein oder andere deepe Gespräch – zum Beispiel auch über meine Situation. Auf der einen Seiten war es teilweise etwas zu viel, ich wollte doch gerade davon mal wieder wegkommen, auf der anderen Seite tat es aber unglaublich gut. Es tat gut, zu hören, was dem ein oder anderen in ähnlichen Situationen geholfen hat und diese anderen Blickwinkel haben mir das ein oder andere Mal auch etwas die Augen geöffnet.

Und bis auf ein kleines Drama bezüglich der Bezahlung des Stroms am Donnerstag Abend konnte ich trotz der Gespräche etwas Distanz zu dem Geschehen entwickeln, denn wie unsere Trainerin es so schön gesagt hat: „ja, es ist bei dir richtig viel scheiße gelaufen, aber wir gucken jetzt mal nach vorne. Weiter als das DSD, weil danach kann sich vielleicht ja noch was ändern. Aber dafür müssen wir jetzt was tun.“

Die Woche verging viel zu schnell, beim Wichteln am Donnerstagabend wusste ich nicht, ob ich froh sein sollte, dass ich hier war oder traurig sein sollte, weil ich in 48 Stunden wieder in Bucharest oder schon auf dem Weg nach Sofia sein würde.

Freitag Nachmittag nahm der Großteil der Truppe einen schon sehr vollen Bus nach Sibiu, sodass der ein oder andere von uns stehen musste. Mir wurde in der letzten Reihe ein Platz angeboten und von weiter vorne rief mir ein Freiwilliger zu, dass ich mich doch mit ihnen unterhalten soll. Und ich schüttelte nur den Kopf, denn ich kann kein rumänisch. Auf bulgarisch kann ich mich nicht wirklich (also vermutlich eher so gar nicht) unterhalten, aber auf rumänisch? Woher denn? Da bemerkte ich wieder die Unterschiede – bis auf eine der drei Freiwilligen in Moldau lernt die ganze Homezone rumänisch, und manche sind da schon echt gut drin. Meine 6 Stunden Einzelsprachkurs mit der traditionellen „warum Bulgarien scheiße ist“ Einführung meines Sprachlehrers sind dagegen absolut gar nichts.

Zusammen mit anderen Freiwilligen nahm ich mir ein Hostelzimmer, wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt, probierten uns bei den Glühweinen durch und es tat gut. So unglaublich gut. Was auf dem Vorbereitungsseminar noch als so schlecht dargestellt wurde, diese deutsche Blase, die tat mir so unheimlich gut. Auch wenn es dann etwas unangenehm wurde, als ich mich an einen Tisch stellte, der von einem knutschenden Pärchen besetzt wurde und mit den Worten „die knutschen doch eh rum“ beschlossen hatte, dass es dort noch Platz für uns gab und die Frau uns danach ansprach, ob es okay wäre, wenn sie eine raucht – und zwar auf Deutsch.

Bevor es dann am Samstag zurück nach Bukarest und für mich dann weiter nach Sofia ging, besuchten wir einen Bazar im Deutschen Zentrum und ich war einfach nur begeistert. Es hatte mir wirklich gefehlt, mich vernünftig in meiner Muttersprache zu verständigen und es auch einfach nur zu hören, wie andere deutsch sprechen.

Die Rückfahrt war bis Bukarest noch ganz okay, ich war nicht alleine und Johanna blieb neben mir sitzen, auch wenn es genügend freie Plätze gegeben hätte. Ich habe es nicht ausgesprochen, aber ich war froh, als sie neben mir sitzen blieb – denn danach kam die Fremde. Sie und ihre zwei Mitbewohner machten sich auf den Weg zur Wohnung und da es sich für mich nicht wirklich rentierte, mitzukommen, machte ich den Kaufland unsicher. Vieles ähnelte oder war gleich wie im Kaufland hier, aber trotzdem wirkte es wieder fremd. Und dann, wieder am Busbahnhof, rief ich meine Mutter an, um dieser Fremde noch etwas zu entfliehen.

Die Fahrt nach Sofia war sehr schlaflos – aber da wir ca. 40 Minuten zu früh am Busbahnhof ankamen, konnte ich sogar den Zug um 6:30 nehmen, den ich gar nicht erst auf den Schirm gehabt hatte. Die alten DB-Wagen brachten etwas heimatliches in die Fremde – dazu aber in einem separaten Blogeintrag mehr, trotzdem fühlte ich mich wieder schrecklich fremd. Menschen sprachen mich an und auch mein „Ich bin Deutsche“ schien wenig Verständnis für meine Situation hervorzubringen.

Und dann, wieder in der Wohnung, die noch Strom und Wasser hatte, kullerten wieder die Tränen. Die Tränen, auf die ich so gut hätte verzichten können. Die schlaflose Nacht, die Fremde, das Alleinesein, das alles war vermutlich einfach etwas viel für mich – und das Wissen, dass die nächsten Schultage elendig lange werden.

Denn ab dem 2.12. sind die mündlichen Prüfungen für das Sprachdiplom und ich darf bei der Vorbereitung Aufsicht führen und ich kann nach dem ersten Tag nur bestätigen, dass es echt brutal ist. Rumsitzen, irgendetwas machen aber bitte nicht zu beschäftigt damit sein, damit doch zumindest etwas Aufmerksamkeit auf dem Prüfling liegt. Immerhin ist der Adventskalender von zuhause angekommen und versüßt mir diesen ersten (und längsten) Prüfungstag etwas. Also nicht wundern, wenn im Dezember etwas mehr hochgeladen wird.

Babysteps

Ich kriege von verschiedenen Seiten die Rückmeldung, dass es toll/schön/was auch immer ist, mal zu lesen, dass es auch bei den kulturweit-Bloggern nicht immer so ganz rund läuft.
Jana in Tirana und ich schreiben sehr oft, auch über unsere Blogs und als ich ihr von jemandem neues berichtete, der mir positives Feedback gab und eine meiner grandios wichtigen Sprachaufnahmen für sie aufnahm, rutschte mir ein Satz raus, der mich nicht mehr so ganz loslässt: „Ich würde ja ganz gerne über tolles Zeugs schreiben, aber es gibt halt nicht so viel tolles Zeugs.“

Vielleicht klingen meine Einträge etwas negativ klingen und das auch leider noch immer sehr präsent ist, so ist nicht *alles* *immer* total scheiße. Nur manchmal.
Und anlässlich meiner zweimonatigen Existenz hier in Burgas (gestern vor zwei Monaten bin ich angekommen, heute vor zwei Monaten war mein erster voller Tag, den ich mehr oder weniger heulend im Bett in der Freiwilligen-Wohnung gebracht habe) habe ich beschlossen, mal die Sachen zu erwähnen, die mittlerweile gut bzw besser als am Anfang laufen.

Mittlerweile kann ich mir Tickets am Schalter kaufen. Also nur, wenn es keine weiteren Nachfragen gibt oder so, ich kann nur „TIcket nach [Ort]“, das Datum (mit Hilfe des Internets) und mit Glück noch die Uhrzeit. Kommen Nachfragen, bin ich verunsichert und mache tendenziell einen Rückzug – außer, die Dame wollte nur sichergehen, dass sie mir das richtige Ticket ausdruckt und Ort, Datum und Uhrzeit noch einmal aufschreibt. So bin ich zu meinem Ticket nach Veliko Tarnovo gekommen – ein wahres Erfolgserlebnis nach den Problemen mit dem Ticket nach Plovdiv.

Ich habe zum ersten Mal die Nebenkosten bezahlt. Das läuft hier in Bulgarien nämlich etwas anders ab als in Deutschland: man geht zur Post, legt eine Karte mit Nummern hin und kriegt gesagt, was man zu zahlen hat. Zum Wasserablesen kommt hier übrigens am Anfang des Monats immer eine Dame vorbei, die dann ihr mobiles Scan Gerät an die Messstellen hält – was bedeutet, dass ich jemanden, der nur bulgarisch kann, in meine Wohnung lassen muss und irgendwie kommunizieren muss. Zwar ist eine Lehrerin mitgekommen um den Strom für Oktober zu bezahlen, aber das mit dem Wasser werde ich versuchen, alleine zu bezahlen, wenn man kein Security Typ davorsteht und mich nicht reinlässt.

Außerdem habe ich es geschafft, mir eine SIM-Karte für mobiles Internet zu kaufen. Bislang nur Prepaid und nur noch bis zum 24. November, aber immerhin. Ich habe mich getraut, in den Store zu gehen und irgendwie mit Händen, Füßen und Screenshot des Produkts, das ich gerne haben wollen würde, dieses zu kriegen.

Auch bin ich mittlerweile stolze Besitzerin einer elektronischen Busfahrkarte – auch hierbei hat mir die Lehrerin geholfen, aber hey, ich lasse mich mittlerweile nicht mehr von der Kontrolleurin im Bus in die Irre treiben und weiß mehr oder weniger, was Sache ist. Aber wirklich nur grob und wenn sie mich anspricht, ist es noch immer ein Panik-Moment, den ich mittlerweile aber (glaube ich zumindest) ganz gut überspielen kann.

In einem Café in der Stadt traue ich mich mittlerweile, ein Tiramisu zu bestellen (ich sage wirklich nur „ein Tiramisu“ und „danke“ wenn ich das gewünschte Tiramisu und das Rückgeld erhalte), aber auch das hätte ich mich am Anfang nicht getraut. Mittlerweile kennt die Besitzerin mich glaube ich auch und weiß, dass ich nicht wirklich was verstehe. Aber das ist auch okay.

Das zweite Paket meiner Eltern hätte eigentlich an die Schule geliefert werden sollen – ist dann aber im Packetshop in der Nähe der Schule gelandet. Zusammen mit der französischen Freiwilligen bin ich also dorthin gelaufen und habe es irgendwie geschafft, das gelbe DHL-Paket meiner Eltern zu bekommen (Tipp: die gelben Pakete lassen sich echt gut in der Masse wiedererkennen, kann ich nur empfehlen!). Während die Dame im Packetshop noch bei den kleinen Sachen suchte, hatte ich schon eine Ahnung, dass dieses gelbe Paket sehr sehr sehr wahrscheinlich meins sein könnte – und ich hatte recht. Gut, die Wahrscheinlichkeit, dass noch jemand aus Deutschland ein großes, fast 5kg schweres Paket zur gleichen Zeit wie ich erwartete, war ziemlich gering, da ich wusste, dass der deutsche Kollege hier Pakete nach Deutschland schicken lässt und seine Frau die dann beim nächsten Heimatbesuch mit nach Burgas nimmt.

Im Starbucks habe ich zum ersten Mal ein Getränk bekommen, auf dem mein Name richtig geschrieben war – und das ohne dass ich nachhelfen musste!

Den Weg von der Bushaltestelle zur Schule und zurück kann ich mittlerweile relativ gut variieren – je nachdem ob es regnet, ob es geregnet hat und je nachdem, welche Linie ich nehme, gibt es jeweils verschiedene geeignete Wege.

Alleine Reisen fällt mir von mal zu mal einfacher, auch wenn noch immer Angst vor allem wegen der Sprachbarriere vorhanden ist. Aber das auf mich selbst angewiesen sein und mich alleine irgendwie durchboxen müssen wirkt jedes Mal ein kleines bisschen leichter.

So langsam werde ich auch in den Unterricht eingeladen, um auch mal mehr zu tun als zu hospitieren. Da ich den Dezember jedoch mit dem Beaufsichtigen der Vorbereitungszeit für die mündliche Prüfung des DSD-Sprachdiploms verbringen werde, bin ich mal gespannt, wie das dann im Januar wird.

Auch trauen sich immer mehr Schülerinnen, mich anzusprechen bzw anzuschreiben und morgen werde ich mich auch mit einer treffen, worauf ich mich schon freue. Einer anderen Schülerin werde ich versuchen, noch etwas die Angst vor dem deutsch sprechen zu nehmen, bevor sie Anfang Dezember ihre mündliche Prüfung hat.

Das Einkaufen fällt mir von mal zu mal etwas leichter – auch wenn ich noch immer viel zu viele Laugenbrötchen kaufe, so langsam kann ich mich etwas orientieren und kann zumindest den Bereich, in dem das gesuchte Produkt steht, in den mir mittlerweile gut bekannten Läden einschränken. Leider ist hier jeder Lidl und Kaufland von der Struktur total anders, also heißt das nicht, dass nur, weil ich weiß, dass im Kaufland A das Pesto links an der Wand steht, das im Kaufland B auch nur in der Nähe platziert sein muss.

Eingewöhnt bin ich noch lange nicht, und ich weiß auch nicht, ob ich so weit überhaupt komme – aber die ersten Situationen sind nicht mehr ganz fremd und überfordern mich nicht mehr total, sondern nur noch ein bisschen. Man könnte sagen, so langsam komme ich hier relativ gut klar und kann Kleinigkeiten schon wieder etwas besser verkraften.
Es ist noch ein langer Weg für mich, aber diese kleinen Babysteps, so klein sie noch sein mögen, sind für mich von großer Bedeutung.

Nächste Woche Freitag geht es los zum Zwischenseminar, mal gucken, ob ich mich davor noch einmal melde – danach aber auf jeden Fall (habe dann ja beim Aufsichtführen etwas Zeit für ein paar Einträge 🙂 ).

Veliko Tarnovo – oder: Musterbeispiel für bulgarische Kommunikation

Wenn ich gefragt werde, wie es momentan so läuft, antworte ich meistens, dass diese bulgarische Art der Kommunikation mich noch immer sehr mit nimmt. Um das zu verdeutlichen, hier ein Beispiel:

die Freiwillige aus Plovdiv, Clara, und ich, wollten über das lange Wochenende vom 26. bis zum 28. Oktober nach Veliko Tarnovo, eine wunderschöne Stadt im Norden Bulgariens verreisen. Am 27.10. waren hier Wahlen und da danach alles wieder abgebaut werden musste usw sollte der 28. für alle Schüler und das Kollegium frei sein.
Also planten wir unsere Reise, kauften je ein Busticket für die Hinfahrt (Burgas-Veliko Tarnovo für mich und Plovdiv-Veliko Tarnovo) und ich fragte am Montag nochmals nach, ob denn der nächste Montag wirklich frei sei. Ja, natürlich sei der 28. frei, wurde mir versichert.

Am Donnerstag schrieb Clara mich dann an und meinte, dass wir den Montag doch nicht frei hätten. Doch, natürlich haben wir frei, ich habe doch noch nachgefragt!, dachte ich, wollte nicht wahrhaben, dass sich soetwas von heute auf morgen ändern kann.
Es sollte sich herausstellen, dass wir wirklich nicht frei hatten. Irgendjemand hatte (vielleicht bei einem Bier zu viel, wer weiß das schon so genau?) beschlossen, dass ein freier Tag ja langweilig sei und man also alle Schüler und Lehrer doch in die Schule schicken könnte. Unterricht solle zwar nicht stattfinden, aber Anwesenheitspflicht wie sonst auch.

Und während ich nicht glauben konnte, was ich da hörte, schien Clara damit relativ entspannt umzugehen. In Veliko Tarnovo witzelten wir dann später darüber, dass irgendwas immer schief gehen müsse und wenn dies nicht der Fall sei, könne man dem ganzen nicht trauen, weil man daran gewöhnt sei, dass irgendwas nicht so funktioniert wie geplant.

Okay, also meine Mentorin darauf angesprochen, welche mir dann seelenruhig und mit einem Lächeln auf den Lippen mitteilte, dass sie am vorherigen (also Mittwoch) Abend eine E-Mail von der Schulleiterin bekommen habe, dass Montag doch nicht wie geplant ein freier Tag sei.
Ich wusste nicht, ob ich lachen, weinen, mit dem Kopf vor Verzweiflung und Hilflosigkeit gegen die Wand laufen oder einfach nur alles zusammen machen sollte – also machte ich gar nichts und lächelte sie überfordert und verzweifelt an.

Reintheoretisch hätten wir den Montag trotzdem in Veliko Tarnovo verbringen können, aber eine Lehrerin hatte angeboten, am Montag nach dem „Sportfest“ oder was auch immer das, was meine Schule schlussendlich am Montag veranstaltet hatte, mit mir die Nebenkosten (oder zumindest den Strom) zu bezahlen und Clara konnte so ins Kino, weshalb wir dann doch „nur“ das reine Wochenende dort verbrachten.

Hätte sie aber nicht durch Zufall erfahren, dass der Montag doch kein freier Tag ist, hätten wir beide es wahrscheinlich erst bemerkt, wenn man uns am Montag gefragt hätte, wo wir denn bleiben würden.

Die Stadt ist, wie bereits erwähnt, wunderschön und die Fahrt, diese Kommunikationsprobleme und das anfängliche Verlaufen definitiv wert gewesen. Meine Waden waren danach zwar am Ende, aber die Aussichten sind wirklich einzigartig!
Wie schon in Plovdiv haben wir uns durchgefuttert und hatten das große Glück, die Lichtershow an der alten Festung am Samstagabend sehen zu können – wo mir wieder mal schmerzlich bewusst wurde, wie unglaublich wenig ich überhaupt über die Geschichte Bulgariens weiß. Trotzdem war es sehr beeindruckend und ich werde die Stadt auf jeden Fall noch einmal besuchen (vielleicht nicht zwingend während meines FSJs, aber das ist eine andere Geschichte), und dann mit dem historischen Hintergrundwissen!
Danach machten wir uns auf die Suche nach Bier und vernünftiger Schokolade, die dem anscheinend hohem Standard zweier deutscher Freiwillige in Bulgarien entspricht – in einem überteuertem Laden/Kiosk wurden wir dann auch fündig, yay.

Am Sonntag waren wir dann Postkarten kaufen, türkischen Kaffee trinken, welcher auf heißem Sand zubereitet wurde – das sah, wie ich finde, sehr interessant aus – und haben uns mit einem Australier, den wir im Hostel kennengelernt haben, gut unterhalten und australische Münzen zu Gesicht bekommen können.

Viel zu früh machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, nur um gesagt zu bekommen, dass wir die Tickets erst direkt beim Busfahrer kaufen könnten.
Bei Clara lief das alles noch ganz gut, bei mir gab es, nachdem alle mit einem zuvor gekauftem Ticket im Sprinter saßen, zu viele Menschen für zu wenige freie Plätze. Ganz die penetrante Deutsche hielt ich dem Busfahrer meinen 50 Lev Schein so lange vor die Nase, bis er keine andere Wahl hatte, mich zuerst zu bedienen und so schaffte ich es, einen der drei freien Sitzplätze zu ergattern.
Ich weiß nicht, was mit denen passiert ist, die kein Ticket mehr bekommen haben, aber ich war wirklich erleichtert, als der Bus losfuhr und ich da drin saß.

Das Wochenende in Veliko Tarnovo war zwar kürzer als geplant und wären wir den Montag auch noch geblieben, hätte ich vielleicht den Deutschen kennengelernt, den ich dann im Nachtzug nach Sofia kennenlernen sollte, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Plovdiv – oder: Lichtblicke am Verzweiflungs-Horizont

Der Zeitpunkt meines Besuchs in Plovdiv hätte nicht besser liegen können. Die Schulwoche war der absolute Albtraum, ich war kurz davor gewesen, in den nächsten Flieger zu steigen und meinetwegen auch über Moskau nach Hause zu fliegen. Wirklich, ich war am Ende meiner Kräfte (und Nerven) und jede Kleinigkeit war einfach absolut viel zu viel für mich. Aber es gab einen Lichtblick: ich war das Wochenende nicht in Burgas, sondern besuchte eine Freiwillige aus der Märzausreise dieses Jahres in Plovdiv.
Und nachdem mir zwei Schülerinnen das Ticket am Freitag nach der Schule gekauft hatten, sollte dem ganzen auch nichts mehr im Wege stehen.

Schon alleine die Zugfahrt war etwas abenteuerlich. Die anderen Menschen in meinem Abteil versuchten, mit mir zu reden und panisch versuchte ich ihnen klarzumachen, dass ich aus Deutschland komme – was ihren Reaktionen zufolge auch irgendwie geklappt haben muss. Und ich glaube, dass der Herr neben mir dem Schaffner mitgeteilt hat, dass die Blondine neben ihm eh nichts versteht, denn zu mir sagte er kein Wort, während er sich mit den anderen unterhielt, aber das war mir nur recht. Ich bin recht Bahnerfahren und dachte dementsprechend, dass das ja schon irgendwie funktionieren wird. Bis Clara, die Freiwillige aus Plovdiv mich darum bat, ihr zu schreiben, wenn der Zug in Stara Zagora hält, das läge nämlich ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke zwischen Burgas und Plovdiv. Und plötzlich viel mir auf, dass es weder Anzeigen noch Ansagen gab – anscheinend wusste man einfach, wann man denn aussteigen müsse.
Ich wusste ja ungefähr, wann der Zug ohne Verspätung ankommen sollte (die er natürlich hatte, #Heimatgefühle), und machte mich, wie meine Routine beim Bahnfahren in Deutschland eben nun einmal so war, knapp fünf Minuten davor fertig – packte also alles ein und stopfte meine Kopfhörer in meine Jackentasche. Nur dass ich absolut keine Ahnung hatte, wann ich wirklich ankommen würde. Meine mobilen Daten reichten noch gerade so, um auf Maps zu verfolgen, wie sich der Zug immer weiter Plovdiv näherte.

Am Bahngleis wartete Clara dann auch schon auf mich und wir brachten erst einmal mein Gepäck auf ihr Wohnheimzimmer, bevor die Stadt bei Nacht unsicher machten. Nachdem ich in einem Restaurant, an dessen Namen ich mich leider nicht mehr erinnere, panierte Paprika mit Käse gefüllt (oder so ähnlich) und sie irgendetwas mit Bohnen gegessen hatte (muss ja für meine Schwester auch mal die vegetarischen Optionen ausprobieren 😀 ), liefen wir etwas rum, setzten uns in eine kleine Bar, tranken leckere Cocktails und erklommen dann einen der sieben Hügel Plovdivs, von welchem wir eine super Aussicht hatten. Anschließend liefen wir knapp eine Stunde zum Wohnheim zurück und fielen in unsere Betten.

Der Samstag begann mit einem Vormittag im Bett, guten Burgern und weiterem Erkunden der Stadt; die Altstadt ist wirklich wunderschön und auch in der Innenstadt gibt es ständig irgendwelche historische Dinge zu sehen, was mich persönlich sehr gefreut hat (bis auf die Ruinen neben dem Museum, auf denen immer Kinder rumklettern, gibt es glaube ich nicht besonders viel historisches in Burgas zu sehen). Dann waren wir türkischen Kaffee trinken, liefen weiter durch die Stadt, waren in Buchläden, in einem Café (in dem es eigentlich Fritz Kola gibt, aber natürlich nicht dann, wenn zwei Deutsche ankommen und darauf total Lust haben) und einer Mall, kauften bei Billa Wein und Knabberzeugs für einen entstpannten Abschluss auf ihrem Zimmer und aßen bei einem eher traditionell bulgarischem Restaurant zu Abend. Anschließend ging es zurück ins Wohnheim, wo ich dann auf dem Flur saß, um auf Netflix „To All The Boys I Loved Before“ herunterzuladen – normalerweise bin ich absolut nicht der Typ für Klischees, aber so socially awkward wie das in dem Film dargestellt ist, finde ich die Klischees gar nicht so schlimm und nach dem Film war Clara derselben Meinung.

Am Sonntag machten wir uns früher auf den Weg, probierten die Smoothiebowls aus, die wir am Vortag am Nachbartisch gesehen hatten, während wir auf unsere Burger gewartet haben und waren davon sehr angetan. Danach ging es Frappé trinken, und zwar dieses Mal auf die „richtige Art“: mit dem Strohhalm wird der feste Schaum quasi die ganze Zeit wieder runtergedrückt, so bleibt er am Ende nicht übrig. Eigentlich wollten wir dann noch eine Ausstellung besuchen, trafen dann aber Ingrid, die deutsche ZfA-Lehrerin in Plovdiv und verquatschten uns etwas, was ich aber gar nicht so schlimm fand, denn das Gespräch war nett und interessant.
Bevor es zurück ins Wohnheim ging, um meine Sachen zu holen, aßen wir Crêpes und auch wenn ich eigentlich eher der süße Typ bin (also absolut der süße Typ wenn es um Crêpes geht), war mein Crêpe mit Basilikum-Pesto, Tomaten und Oliven sehr lecker.

Am Bahnhof kauften wir das Ticket (Clara redete, ich bezahlte) und die restliche Zeit meines Aufenthalts in Plovdiv saßen wir am Gleis, quatschten, waren beide total unsozial und am Handy und ich merkte, wie die Anspannung wieder kam. Die Anspannung, von der ich mich so gerne dauerhaft auf der Hinfahrt nach Plovdiv verabschiedet hätte.
Kaum fuhr der Zug aus Plovdiv los, hatte ich plötzlich Pipi in den Augen und als dann ein paar Stationen später mein Abteil bis auf mich komplett leer war, wurde aus dem Pipi in den Augen Sturzbächer. Ich wollte partout nicht zurück in die einsame, ruhige und für mich alleine vielleicht doch etwas zu große Wohnung, ich wollte nicht nach Burgas zurück, ich wollte am liebsten aussteigen und nach Plovdiv zurück laufen, wenn es hätte sein müssen. Aber das Leben ist nun einmal kein Wunschkonzert und so verwunderte es mich nicht weiter, als ich den Tag heulend in der Wohnung beendete.

Wieder tat es wirklich gut, rauszukommen, einmal kurz die Batterien etwas aufzuladen und zumindest irgendwie für die kurze Zeit keinen Gedanken daran verschwenden zu müssen, wie man die Zeit noch totschlagen kann, bis es endlich so spät ist, dass man schlafen gehen kann. Aber es war irgendwie doch zu kurz und die deepen Gespräche, die wir geführt haben, lassen mich noch nicht ganz los.

In Sofia ohne Sofia 1/? – oder: der Botschaftsempfang

Um diesen Titel zu erklären: meine Schwester heißt Sofia und dementsprechend haben wir schon gewitzelt, dass sie unbedingt mal nach Sofia muss – quasi in „ihre“ Stadt. Als ich also letzten Dienstag netterweise von dem deutschen Lehrer mitgenommen wurde und das Ortsschild saß, hatte ich für einen kurzen Moment unglaubliches Heimweh. Denn ich war nun in Sofia – ohne meine Schwester.

Nach circa 2 1/2 Stunden Fahrt und noch etwas Stadtverkehr und etwas Verwirrung, wo genau die Freiwillige, bei der ich übernachten würde, nun wohnen würde und sie mich vor der deutschen Botschaft einsammelte, war ich erleichtert. Gemeinsam waren wir kurz bei Lidl und ich konnte mich bei ihr etwas über all das auskotzen, was in Burgas so passiert war – und anscheinend schaffte ich dies emotionsloser als erwartet, denn sie schien überrascht, als ich erwähnte, wie fertig mich das alles machte.

Als wir dann endlich vollzählig waren, gingen wir Essen und auch, wenn wir eigentlich in ein anderes Restaurant wollten, war das Essen sehr lecker. Wir haben uns zwei Platten mit Kartoffelecken, verschiedenem Fleisch (auf dem einen Teller in einem Brot serviert, mit noch etwas Käse und einer Art Soße) bestellt und jeder hat das gegessen, worauf man gerade Lust hatte. Danach haben wir uns am Kiosk Bier geholt, haben den Nachtbus zurück genommen, die Bushaltestelle verpasst und duften dementsprechend noch ein Stück zurücklaufen, auf dem schmalen Weg an einer vielbefahrenen Straße. Nachdem wir die Matratze aus dem Flur auf einen der beiden Balkone geschleppt hatten, verbrachten wir dort einen schönen Abend, bis sich gegen 4 Uhr morgens dann doch der existierende Schlafmangel bei mir meldete und ich mich dementsprechend schon einmal hinlegte, während die anderen drei noch draußen quatschten.

Am Mittwoch morgen kam ich dann in den Genuss einer warmen Dusche, wir frühstückten draußen (es gab Nudeln mit Tomatensauce und Käse) und machten uns dann so langsam fertig. Wir wussten, dass wir zwischen dem Treffen mit dem ZfA-Fachberater und dem Botschaftsempfang nicht noch einmal zurück kommen würden, weshalb wir die schickeren Sachen für den Abend gleich mitnehmen mussten.

Das Treffen mit dem ZfA-Fachberater war echt gut. Er hat uns auch Gründe geliefert, weshalb wir nicht alleine unterrichten oder AGs in der Schulzeit (die also verpflichtend sind) machen dürfen – zum Einen ist es eine Haftungssache für den Fall der Fälle, dass da wirklich was passiert und zum Anderen könnte die Schule auf lange Sicht dazu tendieren, eine Lehrkraft zu entlassen, wenn doch die ollen kulturweit Freiwlligen das gleiche für umsonst machen. Zwar hatten wir alle von Ehemaligen gehört, dass es eigentlich normal ist, dass man alleine unterrichtet, aber ich glaube, es ist eh noch einmal besser, wenn der Lehrer dabei ist und notfalls helfen kann, falls das ausgedachte doch nicht so funktioniert wie geplant.
Wir haben noch etwas über anstehende Termine und die Finale der Wettbewerbe im April/Mai gesprochen, bei denen sie vielleicht auf die Hilfe der Freiwilligen zurückkommen werden, die dann noch (oder aus der Märzausreise 2020 schon) in Bulgarien sind.

Dann haben wir uns also dort umgezogen und ich Genie kam auf die grandiose Idee, die Strumpfhose anzuziehen. Meine Eltern hatten mir meine hohen Schuhe vom Abiball, die dazugehörige Handtasche und einen Blazer falls es wider erwarten frisch gewesen wäre sowie Essensnachschub aus der Heimat hergeschickt – eigentlich kann ich in den hohen Schuhen laufen, mit Strumpfhose hatte ich es aber noch nie probiert.
Die Straßen von Sofia sind (so kann ich das aus eigener Erfahrung festhalten) nicht für ungeübte Highheel-Träger wie mich gemacht und erst recht nicht mit Strumpfhose, was für noch weniger halt in den Schuhen sorgten.

Nachdem ich also den anderen etwas unbeholfen hintergelaufen war, wir vor dem Hotel von einer Blaskapelle empfangen wurden und dann endlich im Hilton Hotel angekommen waren, verschwand ich dementsprechend erst einmal auf Toilette, um diese lästige Strumpfhose auszuziehen. Jemand hatte uns empfohlen, nach oben zu gehen, da man dort einen besseren Überblick über das Geschehen unten habe – zurecht, wie ich finde.

Nach Begrüßung durch den Botschafter, Reden und Musik (die Nationalhymne wurde von dem Bläsern gespielt). Das Buffet war sehr lecker – vor allem der Nachtisch hat es mir angetan (was die wenigsten wirklich überraschen dürfte). Und da es noch sehr lange etwas von dem Nachtisch gab, habe ich mir auch ein paar Mal noch etwas Nachschub geholt.

Danach standen wir bei gutem Wein zusammen rum, quatschten mit anderen, schafften es auch, den Botschafter kurz abzufangen (welcher sich dann höchstpersönlich dafür einsetzte, dass die Freiwillige aus Varna noch schnell auf die Gästeliste für die Feierlichkeiten in Varna beim Honorarkonsul am 4. Oktober anlässig des Tags der Deutschen Einheit gesetzt wurde).
Das offizielle Ende war für 22 Uhr angesetzt, aber ich glaube, es war eher 23 Uhr, bis wir wirklich aus dem Hotel waren und uns auf den Weg in die Stadt machten. Der eigentliche Plan, sich in eine Bar zu setzen, wurde in „wir setzten uns auf den Balkon und spielen Trinkspiele“ abgeändert – da ich aber früh rausmusste, um von dem deutschen Kollegen wieder zurückfahren zu können und nicht den Bus oder Zug nehmen, verzichtete ich darauf. Zum einen war der angesammelte Schlafmangel noch immer etwas präsent, zum anderen wollte ich auch wirklich nicht mit Alkoholfahne im Auto sitzen.
Trotzdem war es noch ein netter Abend und es tat gut, einen weiteren Abend nicht alleine zu sein.

Am Donnerstag war ich vor meinem Weckerklingeln wach, ging noch einmal warm duschen, denn ich wusste ja nicht, wann ich das in meiner Wohnung endlich haben würde und machte mich dann leise vom Acker.
Die Rückfahrt war angenehm, wir redeten etwas über Gott und die Welt und wie er überhaupt hierher gekommen war.
Als er mich dann an einer Bushaltestelle rausließ, merkte ich schon, dass die Ruhe und Entspannung aus Sofia verflogen war.
Kaum war der Bus in die Siedlung eingebogen, wollte ich am liebsten raus und in die entgegengesetzte Richtung laufen, in Richtung Burgas City, in Richtung Fernfehrkehr nach Sofia.
Im Aufzug zu meiner Wohnung brach ich dann (wie sollte es denn auch anders sein?) in Tränen aus.

Es tat wirklich gut, rauszukommen, und der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt sein können. Aber das Timing mit dem Raus aus Burgas kommen habe ich anscheinend eh ganz gut drauf, denn bei Plovdiv war es nicht viel anders – aber das Wochenende kriegt einen extra Blogeintrag.

Bis denne,
Lina

Der erste Monat – oder: Euphoriephase mal anders

Auf dem Vorbereitungsseminar wurde uns dieses typische Kurve der Phasen während eines Auslandsaufenthalt gezeigt – zuerst Euphorie, dann irgendwann der Kulturschock, und so weiter.
Bei mir war das, wie vermutlich schon aus den Beiträgen hervorging, etwas anders. Direkt nach dem Ankommen geriet ich in einen Abwärtstrend, der die vergangene Woche seinen Tiefpunkt erleben sollte. Das Gefühl von Einsamkeit vermischte sich mit dem Gefühl von Überflüssigkeit; gleichzeitiger Über- und Unterforderung sowie von Hilflosigkeit.
Sofia (der Blogeintrag kommt noch, versprochen, aber der heutige Anlass meiner einmonatigen Existenz in Bulgarien erschien wirklich passend für eine kurze Zusammenfassung) und der Besuch in Plovdiv taten wirklich gut, schafften die Pausen, die ich brauchte, um einmal kurz durchzuatmen. Die hier in Burgas auf Stromsparmodus laufende Batterien etwas aufladen (und kurz nach der Ankunft in Burgas wieder entleeren …).
Hilfe bei den Fachschaftsberatern in Bulgarien gesucht, Hilfe und Unterstützung gefunden, aufbauende Worte gehört und irgendwie die Kraft gefunden, den nächsten Morgen wieder gegen 6 Uhr das warme Bett zu verlassen und mich in die leere Küche zu zwingen.
Nächste Woche bin ich wieder in Sofia, morgen beginnt mein Sprachkurs und es sind Lichtblicke am düsteren Himmel in meinem Kopf. Auch das Jugend Debattiert anscheinend diese Woche beginnt, kann mir nur gut tun. Zusammen mit der französischen Freiwilligen werde ich versuchen, mich im Fitnessstudio in der Mall anzumelden (und die, die mich kennen, wissen, wie ich zu Sport stehe …), denn Bewegung kann nicht schaden. Und rauskommen erst recht nicht. Mal gucken, wie ernst ich das mit dem Fitnessstudio wirklich nehmen werde, aber schon alleine das dort hinfahren und aus dem Haus kommen kann wirklich nicht schaden.

Ich wurde heute gefragt, wie denn die letzte Woche war, und was ich gesagt habe, fasst es tatsächlich wirklich ganz gut zusammen. „Ach, naja, beinahe hätte ich mich ganz unabsichtlich zum Flughafen verirrt, mit gepacktem Koffer und zufällig gebuchtem Flug. Da wäre mir auch der Umweg über Moskau relativ egal gewesen. So eine Art Schlafwandel, quasi.“
Denn die letzte Woche war brutal. Ich weiß nicht, wie viele Grenzen und Komfortzonen ich schon hinter mir gelassen habe, ich laufe einfach immer weiter. Immer weiter auf das Ungewisse zu. Vielleicht auf den Tag, an dem ich wirklich nicht mehr kann. Vielleicht laufe ich aber auch blind auf den Tag zu, an dem sich das alles bessert. An dem ich wirklich davon überzeugt bin, dass dieses Jahr hier machbar ist. Ich weiß es nicht, und ich werde es auch erst erfahren, wenn ich diesen Tag erlebt habe, wie auch immer er nur aussehen mag.

Aber diese Euphoriephase, die man am Anfang wohl üblicherweise durchlebt, existierte bei mir wenn überhaupt auf dem Vorbereitungsseminar. Danach schwenkte das alles ziemlich schnell in Panik, Angst vor dem Ungewissen und schlussendlich in Zweifel, ob das, was ich hier tue, denn wirklich so richtig ist und ob ich nicht doch an einer Uni in Deutschland momentan besser aufgehoben wäre.
Umso dankbarer bin ich für alle, die sich das alles angehört haben. Die sich die verheulten Audios angehört haben (Tipp: wenn man redet, kann man nicht so gut heulen und beruhigt sich zwangsweise früher oder später, die Audio wird dann halt etwas länger …), mit mir telefoniert haben oder einfach nur da waren, wenn ich verzweifelt nach einem Fels in der Brandung suchte.
Dankbar für meine Familie, die in der letzten Woche die volle Wucht meiner Verzweiflung und Hilflosigkeit abbekommen haben. Dankbar für die aufmunternden Worte, die ich in dem Moment zwar nicht wirklich wertschätzen konnte, aber es jetzt umso mehr tue.
Dankbar für den Austausch mit anderen Freiwilligen und dem Gegenseitigem Helfen, was teilweise darin endete, dass man sich gegenseitig Audios schickt, wenn man sich selber nicht beruhigen kann, denn wie bereits erwähnt beruhigt man sich beim Reden früher oder später von selber …

Die Blogeinträge über Sofia (dann vermutlich schon über 2 Besuche in Sofia) und Plovdiv werden nachgereicht, versprochen!

Und heute Abend, an dem Abend, vor dem ich so unglaublich viel Angst hatte, bin ich etwas hoffnungsvoll. Nur etwas, denn so ganz trauen mag ich diesem Gefühl, dass es sich jetzt alles so langsam zum Guten wenden wird, nicht, aber immerhin. Es ist mehr als in der gesamten letzten Woche, und das reicht mir momentan.
(An dieser Stelle: alles Gute zum Geburtstag, Schwesterherz, ich hoffe vom ganzen Herzen, dass du einen wunderschönen Geburtstag hattest & danke für alles, Mama und Papa.)
Vielleicht habe ich vor diesem Tag schon so viel Angst gehabt und die ein oder andere Träne deswegen vergossen, sodass heute gar nicht so viele Tränen zu vergießen waren, oder vielleicht trügt das alles nur und ich traue dem Schein etwas zu sehr – aber das ist okay. Denn es gibt einen Plan, und wenn auch nur 25% davon irgendwie funktionieren, ist das okay. Fortschritt ist Fortschritt und so lange es so langsam in die richtige Richtung geht, ist das total in Ordnung.

Adios,

Lina

Ins kalte Wasser

Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel passiert und dieser hier wird lang, vermutlich etwas sehr negativ und ist wie alle anderen Einträge natürlich auch sehr subjektiv.

Die zweite Schulwoche begann am Dienstag mit dem Vollenden der Liste mit den Lehrern, die in der jeweiligen Stunde frei haben und dementsprechend Vertretung machen könnten – nach dem Kompromiss, dass ich nur 6 bis 8 Lehrer pro Stunde aufschreiben müsse, ging das dann verhältnismäßig auch relativ schnell.

Und am Mittwoch, da ging es das erste mal für mich ins kalte Wasser. Im metaphorischen Sinne, denn ich erfuhr kurz vor Unterrichtsbeginn davon, dass ich nun in den 12. Klassen Vertretungsunterricht machen würde. Vollkommen überfordert, aber auch etwas erleichtert, endlich mal etwas zu tun zu haben, tat ich, wie mir gesagt wurde und malte die Klaster an die Tafel, wiederholte die selben Sätze vier mal („Hi, ich bin Lina, die neue Freiwillige aus Deutschland. Ich habe mir unsere erste Stunde zusammen cooler vorgestellt, aber ich wusste bis kurz vor Unterrichtsbeginn nicht, dass ich heute hier sein werde. Ich verspreche, dass ich mich bemühen werde, die nächste Stunde etwas cooler zu machen“) und saß den Rest der Stunde relativ doof rum.
Mal kamen Fragen, auf die ich aber eigentlich auch keine wirkliche Antwort wusste.
Die ersten zwei Klassen waren noch mehr oder weniger vollständig, aus der dritten Klasse kamen dann zehn und aus der vierten zwölften Klasse kamen fünf unglaubliche Schüler (jeweils von über 20 Schülern).
Die Überforderung wich mit der Zeit dem Gefühl, dass sie genauso wenig darüber wussten wie ich und ich somit nicht wirklich etwas falsch machen konnte und ich fühlte mich von mal zu mal etwas sicherer.
Nach den vier zwölften Klassen bekam ich eine Stunde Pause, bevor es dann noch in eine elfte Klasse ging – Leseverstehen. Wieder wusste ich nicht mehr als die Schüler, weshalb die Stunde an sich eher so mäßig lief. Am Ende stellten sie noch ein paar Fragen und freuten sich alle, als ich angab, Tarator schon einmal gegessen zu haben.

Donnerstag und Freitag waren dann wieder relativ unspektakulär, das Heimweh kam und ging noch immer, wie es wollte und ich war froh, als ich Freitag Abend zum letzten Mal den Schulweg mit dem anderen Freiwilligen zurück zur Freiwilligen-Wohnung ging. Denn am Montag – so dachte ich da noch – würde ich vor Unterrichtsbeginn umziehen.
Aus Montag Vormittag wurde am Samstag überraschenderweise doch noch Sonntag und etwas sehr euphorisch packte ich meine Sachen. Ich fühlte mich in der Freiwilligen-Wohnung noch immer sehr unwohl und war froh, bald nicht mehr diesen Badeenten-Duschvorhang sehen zu müssen oder nach dem Spülen den Hebel wieder nach oben zu schieben, da ansonsten das Wasser die ganze Zeit durchlaufen würde.

Zusammen mit meinem Vermieter und dem anderen Freiwlligen schleppte ich also am Sonntag mein gesamtes Hab und Gut in die Wohnung, welche außerhalb von Burgas in der Siedlung Meden Rudnik liegt.
Alleine in der Wohnung öffnete ich das Geschenk meiner Schwester für meine erste eigene Wohnung und war das erste Mal dort einkaufen. Schon beim Wasserkochen hatte ich meine Probleme – zuerst mit dem Herd und selbst dann wollte das Wasser irgendwie nicht kochen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und beschloss, Duschen zu gehen um danach dann mich noch einmal daran zu probieren, Spaghettiwasser aufzusetzen. Und dann ging es los.
Ich hatte kein warmes Wasser. Also wusch ich zitternd und heulend schnell meine Haare, verbog mich dabei so, dass wirklich nur der Kopf unter den Wasserstrahl gelangte und war danach wirklich am Ende. Egal, wie lange ich wartete, es wurde nicht wärmer und ich sehnte mich nach Hause, nach einer warmen Dusche mit einer Duschwanne, sodass nicht gleich bei jeder Dusche das gesamte Bad unter Wasser stand.
Nervlich wirklich am Ende telefonierte ich dann mit Jana und brachte dabei irgendwann dann auch das Wasser für meine Nudeln zum Kochen, war aber noch immer sehr dazu geneigt, abzubrechen. Zu viel Kleinkram war passiert, das Heimweh war präsent wie eh und je und das kalte Wasser war somit nur das i-Tüpfelchen des Scheiße seins.

Montag sollte ich dann wieder vertreten. Davon abgesehen, dass die erste Nacht in der Wohnung mehr als nur bescheiden war und ich noch immer sehr das Bedürfnis hatte, nach Hause zu fliegen, war ich auch mit den Aufgaben total überfordert.
Das Diktat, welches ich hätte diktieren sollen, machte meiner Meinung nach absolut keinen Sinn (und so manche Wörter hätte selbst ich nicht richtig schreiben können, geschweige denn wusste, was sie wirklich bedeuten) und was ich mit den anderen Schülern nach ihrem Test machen sollte, wurde auch sehr vage formuliert. Ganz vielleicht lief das ein oder andere Tränchen der absoluten Verzweiflung und Überforderung meine Wange hinunter und schon wieder sehnte ich mich nach dem sicherem Zuhause in Deutschland. Die paar Tränen hatte die stellvertretende Direktorin zwar nicht gesehen, aber anscheinend konnte man mir wirklich anmerken, dass ich damit total überfordert war (auf meine verzweifelte Aussage, dass das Diktat keinen Sinn mache, hatte sie  davor nur geantwortet, dass ich es ja nur vorlesen müsse).
Kurz vor Unterrichtsbeginn beschloss sie, mich wie geplant mit in ihren Englischunterricht zu nehmen (das ist wieder eine ganz andere Geschichte) und es irgendwie zu klären, dass ich nicht vertreten musste.
Danach war ich bei Ikea, kaufte mir ein vernünftiges Kissen, eine Bettdecke zu der es auch Bettwäsche gab und dann in der Siedlung bei Lidl noch einen 11l Wasserkanister. War zwar mega fertig, als ich alles auf einmal in die Wohnung geschleppt hatte, aber danach musste ich wieder in die Stadt, um die französische Freiwillige zu begrüßen …

Dienstag ging es dann nach Sofia und ich wollte davor noch einmal duschen. Mein Vermieter hatte mir geschrieben, dass es im Flur neben dem Lichtschalter für das Bad einen Hebel gibt, wenn man den umlege und eine Stunde warten würde, dann solle warmes Wasser kommen. Im Bad selber würde man dies an einem blauen Licht erkennen. Kurzum: es gab kein warmes Wasser und auch kein blaues Licht im Bad. Super. Immerhin wusste ich, dass ich in Sofia auf jeden Fall duschen konnte, aber so wirklich beruhigend war das auch nicht, denn irgendwann musste ich ja mal hier duschen.
Auch mit der Waschmaschine hatte ich meine Probleme und nachdem ich heulend und flehend davor saß und trotzdem nichts wollte, schrieb ich meiner Mutter, die relativ schnell erkannte, wo mein Problem lag: der Wasserhahn war zugedreht. Gut, okay, immerhin funktioniert sie noch und alles, aber alleine wäre ich darauf nie im Leben gekommen und ich werde es vermutlich irgendwann vergessen, ihn entweder auf- oder zuzudrehen.

Über Sofia selber werde ich die Tage einen separaten Blogeintrag schreiben, ansonsten wird das hier eindeutig zu lang.

Donnerstag Mittag kam ich dann also wieder in die Wohnung, legte den Hebel um und ging erschöpft zur Schule. Ausnahmsweise machte es mir nichts aus, dass ich keine Aufgabe hatte und schrieb viel mit Freunden (andere Freiwillige mit einbezogen). Während der Busfahrt zurück schickte ich unzählige Stoßgebete in den Himmel, dass ich doch endlich warmes Wasser zum Duschen haben würde – Pustekuchen. Immer noch kalt. Eine ehemalige Freiwillige aus Montenegro hatte mir nämlich geschrieben, dass es bei ihr eher 10 Stunden gedauert hätte, bis das Wasser warm war, weshalb ich gehofft hatte, dass es bei mir vielleicht ähnlich ist. Aber wieso sollte es denn auch so unglaublich simpel sein?
Ich fühlte mich wie bei dieser einen Show, die ich einmal aus purer Langweile geguckt hatte – versteckte Kamera in noch schlimmer; es passiert alles, was nur schieflaufen kann und am Ende wird die Person mit irgendetwas, was sie/er sehnsüchtig haben wollte, überrascht. Kein warmes Wasser, Heimweh wie sonst was und dieses abartige Gefühl der Einsamkeit.
Videochats mit Freunden und zum ersten Mal auch mit meiner Familie halfen zwar etwas, trotzdem fühlte ich mich an dem Abend elendig und hinterfragte alles. Wieso dachte ich, dass ich so etwas überhaupt schaffen würde? Wieso hielt ich es für eine gute Idee, zuzusagen? Und wieso saß ich nicht schon wieder im nächsten Flieger Richtung Heimat?

Der deutsche Lehrer hier hatte mir Angeboten, dass ich notfalls bei ihm vorbeikommen könnte, um zu duschen und es tat gut, zu wissen, dass es diesen absoluten Back-Up Plan gab.
Freitag morgen also den Vermieter kontaktiert und verzweifelt in der Schule gewesen, weitere Stoßgebete geschickt, dass ich doch irgendwo diesen mysteriösen Knopf finden würde.
Eigentlich eher aus purer Verzweiflung schlug ich dann am Abend gegen den Boiler und drückte dabei irgendwie auf das, was ich bislang als Lampe identifiziert hatte. Plötzlich ging ein Licht an und ich fühlte mich einfach nur verarscht. War es so schwer, mich dumme Deutsche die keine Ahnung von Boilern hat, darauf hinzuweisen, dass die Lampe der Knopf ist? Mein Vater hatte es schon vermutet, aber bei meinen Versuchen davor war nichts geschehen …

Samstag war ich dann mit der französischen Freiwilligen los und danach noch in der Mall; rannte mit Wäschegestell unterm rechten Arm, Kochsieb in der linken Hand und den Kassenzetteln im Mund zum Bus und genoss zum ersten Mal Spaghetti mit Pesto und ohne Restwasser. Es war bislang neben dem Mittwoch in Sofia eindeutig der beste Tag hier (und mit am wenigsten Heimweh).
Das Heimweh schlug dafür gestern, am Sonntag, mit voller Wucht zurück. Als ich durch den Regen zum Bus hechtete, vermisste ich das Einkaufen mit dem Auto und als ich im Lidl dann auch noch keine dämliche Sour Cream fand, war der Tag schon für mich gelaufen. Wieder in der Wohnung störte mich die Stille und nach Videochats und Telefonaten mit Freunden und anderen Freiwilligen ging es mir zwar etwas besser, aber das Heimweh war noch immer furchtbar präsent. Also guckte ich noch etwas deutsch Fernsehen und versuchte dann gegen Mitternacht, einzuschlafen, denn heute Morgen klingelte mein Wecker schon vor 6 Uhr morgens.

Bislang hatte ich das Glück gehabt, immer erst aufstehen zu müssen, wenn es in der Wohnung schon wieder hell war – heute musste ich mir aber im Dunkeln den Weg in die Küche bahnen. Demnächst werde ich mir auf jeden Fall noch eine Nachttischlampe anschaffen (und Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdosen, die ich hier bislang irgendwie nirgendswo gefunden habe) und auch ein Wasserkocher wird früher oder später noch einziehen.

Heute habe ich mich dann damit abgequält, rauszufinden, wie ich am besten zum Zwischenseminar in Rumänien komme – und um ehrlich zu sein, hat mir diese Recherche die Lust daran etwas genommen. Wahrscheinlich werde ich das Wochenende davor und das Wochenende danach damit beschäftigt sein, von Burgas aus da hinzukommen und dann wieder zurückzukommen.
Auch bin ich gespannt, was ich jetzt nach der Schule machen werde, denn jetzt bin ich dank der Frühschicht auf jeden Fall gegen 14/15 Uhr wieder in der Wohnung und darf dann den gesamten Nachmittag und Abend alleine mit mir selbst verbringen, das könnte noch sehr spannend werden …

Freitag Nachmittag geht es dann für mich nach Plovdiv, wo ich eine Freiwillige aus der Märzausreise besuchen werde. Das ich vor dem Besuch von ihrer Existenz überhaupt wusste, verdanke ich dem Instagramaccount von kulturweit – sie hatte dort die Story gesehen, die sie von mir geteilt hatten und mich dann angeschrieben. Plovdiv soll eine wunderschöne Innenstadt haben und ich freue mich schon, hier mal wieder etwas rauszukommen und vielleicht etwas Ruhe und Stärkung von dort wieder mitnehmen zu können …

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt darüber berichten möchte, dass es hier momentan nicht so ganz läuft, das Heimweh mich noch immer sehr im Griff hat und ich schon oft mit dem Gedanken gespielt habe, es abzubrechen, aber ich habe mir vorgenommen, so getreu zu berichten wie möglich – und da gehören neben den Höhepunkten nun mal auch die Tiefpunkte dazu. Und um Kira zu zitieren: „Genieß es doch einfach. Genieß, das es Scheiße ist. Das gehört nämlich auch mit dazu. […] und es kann nur heißen, dass es irgendwann besser wird“ – und da ich nun mal eigentlich keine andere Wahl habe (außer natürlich abzubrechen), werde ich genau das versuchen.

An dieser Stelle danke an alle, die mir in den letzten Wochen zugehört haben, wenn ich mich mal wieder auskotzen musste, die versucht haben, mich aufzubauen, wenn ich gesagt habe, dass ich nicht mehr kann und will. Die angerufen haben, auch wenn sie eigentlich gar keine Zeit dafür gehabt hätten oder mir zugehört haben, auch wenn sie ihre Pause hätten viel sinnvoller verbringen können. Ich bin wirklich dankbar und froh, euch zu haben und es tut mir leid, dass ihr teilweise täglich mit Mini-Zusammenbrüchen oder ähnlichem zu tun habt – ich hoffe, es wird bald besser …

Aller Anfang ist schwer …

Zugegeben, ich hatte eigentlich schon einen Titel, bevor ich hier überhaupt angekommen war. „Takoma, Tim und die Tütensoße“, hatten meine Mutter und ich uns zusammengereimt. Denn während ich am Freitag, dem 13. September, noch beim Arzt war, hatte sich Takoma an meinem Koffer bedient. Nicht, wie ich befürchtet hatte, an der Schokolade (obwohl die Pralinenpackung eindeutige Spuren aufwies), sondern an den Tütensoßen, die ich für meinen momentanen Mitbewohner mitnehmen wollte.
Also kam ich, nichtsahnend in mein Zimmer, nur um die Sauerei zu sehen. Ein Paar Schuhe, dass ich mitnehmen wollte, war in dem Pulver paniert worden und zusammen mit meinen Eltern lachte ich darüber. Diese Aktion war mal wieder typisch für Takoma; wieso sie sich nicht an den Schokoladentafeln bedient hatte, ist mir bis heute noch ein Rätsel (im Gegensatz zu den Pralinen hätte die Plastikverpackung auf jeden Fall nachgegeben …).

Immer noch erkältet nahm ich am Samstag dann also Abschied, stand wieder dumm in dieser elektronischen Passkontrolle rum, bis das System erkannte, dass hinter der anderen Brille tatsächlich ich stecke. Das Gate war relativ schnell gefunden, die Toilette war direkt an meinem Gate und so saß ich dann dort, Nasenspray schon für die letzte Runde auf deutschem Boden in der Hand.
Aus dieser ‚letzten‘ Runde wurden glaube ich drei oder vier, denn wie sollte es anders sein, hatte mein Flieger Verspätung. Und da die Informationslage eher mau ausfiel und ich doch eine Stunde vor Abflug noch einmal das Nasenspray nehmen sollte, tat ich dieses dann noch ein paar Mal, immer, wenn es einen kleinen Fortschritt zu verzeichnen gab.
Zwischendurch quatschte ich mit zwei älteren Damen, die sich auf ihre 11 Tage am Sonnenstrand freuten – ich hatte sie schon beim Check-In mit kleinen Sektflaschen gesehen. Auf ihre Aussage, 18 Kilo würden ja locker ausreichen, lachte ich nur etwas und sah auf meine Winterjacke, die ich brav mit mir mitschleppte. Und als sie hörten, dass ich dort für ein Jahr bleiben würde, gab es nur eine Aussage, die ich noch mehrmals hören sollte – „dann kannst du ja am Wochenende zum Sonnenstrand und billig Party machen!“

Im Flieger saß ich neben einem netten Pärchen, die für mich dann auch meine Sachen aus dem Gepäckfach geholt hatten, während ich noch gebückt dort stand und darauf wartete, dass das Aussteigen endlich losging. Als er mir meine Winterjacke reichte, sah er mich verwirrt an und fragte, wozu ich denn beim saufen so eine dicke Lederjacke brauchen würde. Also wieder dieser erklärende Satz, dass ich dort mein FSJ machen würde und nicht, wie sie, zum Urlaubmachen. Wieder fiel ein Kommentar in Richtung, dass ich es ja für die guten und billigen Partys gar nicht so weit haben würde und ich nickte nur. Zu diesem Zeitpunkt war ich einfach nur froh, endlich wieder auf dem Boden zu sein und den Druck mehr oder weniger unter Kontrolle zu wissen. Im Verlaufe des Abends sollte der Druck zwar noch etwas schlimmer werden, aber es ging.

Ich wusste, dass die Freiwilligen-Wohnung für mich hoffentlich nur eine Übergangsstation bleiben sollte. Doch als ich dann am ersten Abend gleich erfuhr, dass am 30. September die neue Freiwillige aus Frankreich kommt und dementsprechend, falls das aus irgendwelchen Gründen nicht mit dem Umzug klappen sollte, ich mir mit ihr das Zimmer teilen müsste, wollte ich am liebsten für Sonntag gleich einen Rückflug buchen. Ich war übermüdet, mit dieser neuen Situation dezent überfordert und wollte einfach nur noch nach Hause, mit Takoma kuscheln und von meinen Eltern hören, dass alles gut wird.

Den Sonntag verbrachte ich auf meinem Zimmer und versuchte, die Erkältung so gut es ging auszukurieren und das Heimweh unter Kontrolle zu haben (beides war nicht wirklich erfolgreich). Am Abend waren Tim und ich dann Burger essen und anschließend habe ich mit anderen Freiwilligen auf WhatsApp gevideochattet. Es tat gut, die anderen nach den zehn intensiven Tagen, die wir zusammen verbracht hatten, wiederzusehen und zu hören, wie es ihnen bislang so ergangen war (leider hatte eine keine Zeit, also waren es nur drei von vieren …).

Montag war dann der erste Tag in meiner EInsatzstelle. Tim hatte von seiner Ansprechslehrerin gesagt bekommen, dass wir uns so schick wie möglich anziehen sollten – also lief ich im Kleid rum und machte während der feierlichen Einschulung Fotos und Videos. Danach ging es für uns beide in eine Englischklasse, danach besuchte ich mit meiner Kontaktperson eine 11. Klasse im Deutschunterricht. Eine Schülerin schenkte mir am Ende der Stunde Blumen mit den Worten, dass sie hoffe, dass ich mich hier schnell einlebe und Freunde finde.

Die Blumen, die ich von der Schülerin geschenkt bekommen habe

Am Dienstag fing die Spätschicht mit einem Treffen des englischen Debattierclubs der Schule an – in den ersten beiden Tagen habe ich allgemein mehr Englisch als Deutsch gesprochen, was ich zwar etwas merkwürdig, aber nicht besonders schlimm fand.

Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich hauptsächlich hospitiert und mir den Unterricht in 11. und 12. Klassen angeguckt, ansonsten saß ich meist im Büro von Tims Kontaktperson und durfte mich mit Bürokram beschäftigen – momentan bin ich dabei, eine Liste mit den für jede Stunde als Vertretungslehrer ‚verfügbare‘ Lehrer zu erstellen; da die kyrillische Tastatur mir absolut nicht vertraut ist, dauert das doch schon etwas. Bislang habe ich mich mit viel Copy & Paste bis zur zweiten Stunde am Dienstag bringen können …

Gestern, am Sonntag, war hier in Bulgarien der Unabhängigkeitstag und dies ist auch der Grund dafür, dass ich heute keine Schule habe. Gleich werde ich etwas in die Stadt gehen und mir die Füße vertreten, danach habe ich vor, meine Kenntnisse der bulgarischen Sprache wieder etwas aufzufrischen – ich dachte, dass ich zumindest 3 Flosskeln – „Guten Tag“, „Tschüss“ und „ich kann kein bulgarisch“ könnte, doch sobald mich jemand anspricht, ist mein Gehirn im Panik-Modus und ich stammel irgendetwas vor mich hin.

Ich hoffe, dass sich das Heimweh bald legt und ich andere Hunde (ich rede von Hunden und nicht von Wadenbeißern!) sehen kann, die desinteressiert an den ganzen Brunnen und Wasserinstallationen vorbeilaufen, ohne an die Wasserratte zuhause denken zu müssen, welche hier jeden Wasserstrahl einzeln jagen würde …

Vielleicht kommt noch ein Update vor dem Botschaftsempfang in Sofia; auf jeden Fall melde ich mich aber danach!

Adios Amigos,
LIna

Vorbereitungsseminar

Gerade sitze ich zurück im Zug nach Hause, erschöpft von den letzten zehn Tagen und all dem Input, den ich in dieser Zeit bekommen habe.

Letzte Woche Sonntag, am 1. September, machte ich mich auf den Weg, unwissend, was mich erwarten würde. In einem Anfall von leichter Panik (ich hasse es, nicht zu wissen, was mich erwartet), habe ich Blogeinträge von den Alumni gesucht und auch welche gefunden, aber so wirklich weitergeholfen haben sie mir nicht. Alles war doch irgendwie sehr vage und das mit der Party am letzten Abend schien auch nicht sonderlich überraschend.
Am Bielefelder Bahnhof traf ich Emilia und war wirklich erleichtert, schon einmal jemanden gefunden zu haben. Tatsächlich saßen wir dann auch im Zug nebeneinander und konnten über Gott und die Welt reden – über das bevorstehende Auslandsjahr verloren wir nur wenige Worte.

In Berlin stiegen wir dann in den Bus um, und nachdem wir beinahe unfreiwillig Bekanntschaft mit dem See gemacht hatten, durften wir dann auch auf dem rechtmäßigen Busparkplatz aussteigen. Erleichterung machte sich bei uns beiden breit, als wir feststellten, dass wir auf einem Zimmer waren – und diese Erleichterung hielt bis zum Ende an (sorry, Jana). Denn pro Zimmer gab es nur einen Schlüssel, und da wir alle drei in derselben Homezone waren und auch unsere Freizeit miteinander verbracht haben, war der Schlüssel immer in der Nähe oder wir wussten zumindest, wer in hat.

Neben den drei anderen Freiwilligen, die mit mir nach Bulgarien ausreisen, waren in der Homezone noch die sechs Athener; Jana, die nach Albanien geht und eine andere Freiwillige, die hoffentlich nach Nordmazedonien gehen wird. Leider werden wir vier Bulgaren nicht beim Zwischenseminar in Serbien dabei sein, was ich persönlich sehr schade finde. Dafür darf ich einen möglich kurzen Weg nach Rumänien finden, was je nach Ort auch noch sehr interessant werden könnte …

Nach dem Zimmer beziehen, Namensschild suchen, Flasche nehmen, einem Willkommenssnack und der Begrüßung sowie einer etwas anderen Art des Kennenlernens (A zeichnet B ohne aufs Papier zu gucken während B über ein vorgegebenes Thema redet) am See, haben wir als Homezone den ersten Abend gemeinsam am See verbracht, was echt cool war, aber mit der Zeit auch echt kalt wurde.

Am 2. Tag ging es dafür dann richtig los – am Nachmittag fand Teil 1 der Partner-Tage statt. Sehr viel Input, den wir danach erst einmal in Ruhe auf dem Zimmer verarbeiten mussten. Am dritten Tag konnten wir Alumni die Fragen fragen, die wir normalerweise als dumm oder unnötig abstempeln würden und zugegeben tat das echt gut, zu hören, was sie so zu berichten hatten. Und etwas, was ich in diesen drei Stunden am meisten gehörte habe, war „macht euch nicht so einen Stress, das wird schon werden“. Nachmittags gab es dann Workshops von den Partnern, bei mir also vom PAD und der ZfA. Insgesamt war es wieder sehr viel Input, weshalb die Homezone nach dem Abendessen etwas ruhiger und schleppender lief als sonst.

Dann ging es auch schon nach Berlin – es tat gut, gerade nach den vielen Informationen der letzten 48 Stunden. Für eins, zwei Stunden an der Spree sitzen und in gewohnter Runde über irgendwelche Sachen reden; ich persönlich fand es erfrischend.

Das Highlight des fünften Tages war für mich definitiv der Kulturweit Ausweis, auch wenn der eigentlich gar keinen wirklichen Wert hat. Gerade zur Halbzeit brachte dieses kleine Stück Plastik noch ein ganzes Stück näher – wenn auch nicht realisierbarer.

Die nächsten vier Tagen brachten wieder sehr viel Input mit sich; Themen, die man auch nicht einfach so mit Verlassen des Raums hinter sich lassen konnte.

Gestern Abend war dann die große Abschiedsparty, so wirklich realisiert was das bedeutet hatte ich aber noch nicht – das kam erst heute morgen, als unsere Trainerin uns Bilder hinlegte und uns bat, eins auszususchen, dass unsere Stimmung zum Ende des Vorbereitungsseminars darstellt.
Es war wie ein Schlag ins Gesicht; plötzlich realisierte ich dass Jana heute Abend nicht bei uns auf dem Zimmer sitzen würde und wir uns wegen irgendwelchem Blödsinn kaputtlachen würden. Emilias Wecker würde morgen nicht um 6:45 klingeln und ich würde morgen früh nicht krampfhaft versuchen, noch ein bisschen Schlaf zu kriegen. Denn morgen wache ich in meinem eigenen Bett daheim auf und zum Frühstück muss ich nicht erst durch die Kälte laufen, sondern wenn überhaupt unseren Hund streicheln, damit sie mich vorbei lässt. Bis dahin hatte ich wirklich gut verdrängt, dass heute vorerst Abschied genommen werden muss; dass morgen der erste der drei letzten Tage zuhause beginnt.
Und als wir dann zum Abschied in der Homezone uns bei den anderen bedankt haben, hatte ich doch schon etwas Pipi in den Augen.

Die anderen habe ich zum Zug gebracht, das Zimmer für das Nachbereitungsseminar steht eigentlich auch schon und ein Besuch in Athen ist auf jeden Fall geplant. Mit den zwei Freiwilligen in Sofia sowie der Freiwilligen in Varna werde ich wohl eh noch so einiges zu tun haben (Zwischenseminar, Besuch der Deutschen Botschaft, …) und meine Familie wird mich auf jeden Fall besuchen kommen (die Frage ist nur wann).

@ Homezone 15: danke für die 10 Tage, war mega schön mit euch! (Und viel Spaß schon mal beim Zwischenseminar … 🙁 )

@ Zimmer 212 und Jana: danke für einfach alles, Leude. Hab euch lieb.

Samstag geht es los nach Burgas und momentan ist es doch ein lachendes und ein weinendes Auge – auf der einen Seite waren diese zehn Tage motivierend und ich will, dass es endlich losgeht, andererseits freue ich mich auch auf zuhause und weiß, dass das Samstag sau schwer wird …

Ich melde mich irgendwann demnächst aus Burgas!

Lina

„Kannst du denn schon bulgarisch?“

Wie bereits erwähnt, gehen mehrere aus meinem Freundeskreis ebenfalls ins Ausland. Meine Freundin, die ein Au-Pair Jahr in den USA macht, musste sich mit der Sprache (logischer Weise) gar nicht mehr groß auseinandersetzen, die andere Freundin hatte bis zum Abitur Latein und geht nach Italien – und ich? Ich lerne erst einmal ein ganz anderes Alphabet.
Es ist doch faszinierend, wie sehr wir darauf konditioniert werden, dass nach A und B dann das C kommt und nicht, wie im Bulgarischen, das V bzw W. Und dass das bulgarische H nicht dem deutschen H, sondern unserem N entspricht, und ‚unser‘ B ihr V bzw W ist, macht das Lernen am Anfang auch nicht einfacher.

Zudem habe ich nur einen einzigen Sprachkurs gefunden, mit dem ich inhaltlich doch etwas auf dem Kriegsfuß stehe. Meinen Mitschülern, vor allem aus dem Deutsch LK oder dem Religionsunterricht, mag meine kritische Auseinandersetzung mit Arbeitsmaterialien bekannt vorkommen; war es da aber noch etwas, dass ich mir auch leisten konnte, so raubt es mir jetzt teilweise die Lust, diesen Sprachkurs überhaupt zu öffnen.
Denn anstatt die ersten Verben konjugieren zu können, würde es mir erst einmal reichen, mich vorstellen zu können. Deswegen war ich doch sehr erleichtert, als ich einige Google Recherchen später auf die Webseite von Lina gestoßen bin, welche mir dann bei genau solchen Dingen geholfen hat.

Zudem habe ich, in einem Anflug von Mut und dem Gedanke, dass ich mein Handy gut genug kenne, um so eine wahnwitzige Aktion durch zu ziehen, mein Handy auf bulgarisch gestellt. Verstehen tue ich dadurch nicht wirklich mehr, aber die Buchstaben kommen mir mittlerweile etwas vertrauter vor – und ich lese ständig Sachen vor und belehre meine Schwester damit, wie ‚Flugzeugmodus‘ oder ‚Taschenlampe‘ auf bulgarisch heißt.

Mit eine andere Freundin, welche russisch kann, habe ich mich schon mit der Schreibschrift beschäftigt – nach etwas Übung sieht es auf jeden Fall schon mal ganz passabel aus, finde ich.

Aber so wirklich bulgarisch sprechen kann ich noch nicht, aber ich hoffe, dass wird sich während meinem Jahr dort und gerade auch wegen dem Sprachkurs noch ein bisschen ändern, denn jetzt habe ich erst einmal andere Prioritäten: zwei Koffer packen (für das Vorbereitunsgsseminar und für Burgas), mich von den ersten Freunden verabschieden und die ersten letzten zwei Tage zuhause genießen, bevor das große Abenteuer losgeht!