Leben wie die Nomaden

Drei Wochen der Sommerferien lebte ich bei Nomaden in der Wüste Gobi.

Rings herum erstreckt sich die karge Landschaft: Sand und Kies, dazwischen Wüstengras, soweit das Auge reicht, dreihundertsechzig Grad.

Von der Oma bis zum Neugeborenen schliefen wir zu vierzehnt in einer Jurte, dicht an dicht, auf dünnen Decken. Geweckt durch die Kamele und Schafe, die jeden Morgen zu den Jurten kamen um gemolken zu werden, wurde auch unser restlicher Tag vom Rhythmus der Tiere bestimmt. Das Essen bestand aus Milch, Butter, Quark, Fleisch und diversen weitern Milchprodukten, die mit etwas Reis oder Boortsog (frettiertem Brot) gegessen wurden. Getrunken wurde Milch: Am Morgen als Tee und über den Tag als Airag. Nach drei Tagen ohne Wasser, es gab schlicht kein Trinkwasser in der Umgebung, hatte ich solche Bauchschmerzen von der Milch, dass mein Gastvater die 2 Stunden ins nächste Dorf fuhr, um Wasser zu kaufen.
Eine weiter neue Erfahrung war die Tatsache, dass es keinerlei sanitäre Anlagen gab. Je nach Angelegenheit entfernte man sich angemessen und genoss die Aussicht.
Es war wirklich beeindruckend zu erleben, in welchem Einklang mit der Natur, Ganbataar und seine Familie lebt.

Auf die Frage, ob Ganbataar (schon über sechzig) nicht auch gern ein richtiges Bett hätte, sagte er: „Wer viel hat, hat viel Gepäck!“
Und dies hat nicht nur für einen Nomaden Gültigkeit, der mehrmals im Jahr umzieht, sondern sollte auch uns stark konsumierende Stadtkinder zum nachdenken anregen.
Wann wird die Lust zur Last?

Aber jetzt erst mal viel Spaß beim Film.

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