DSD statt LSD

4. April 2012
von Sebastian Burkard

Während der Prüfung: Eine DSD-1-Kandidatin liest sich die Aussagen von vier Jugendlichen zum Thema "Leben in der Stadt oder im Dorf" durch und schreibt anschließend einen Aufsatz dazuEnde März kam der Tag, dem 16 Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule entgegenfieberten: Der Prüfungstag zum DSD. Was es mit diesem DSD auf sich hat und warum Schüler alles dafür geben, um das DSD zu bekommen, erzähle ich in meinem heutigen Bericht.

DSD steht für Deutsches Sprachdiplom. Es ist also vergleichbar mit dem französischen DELF oder dem englischen TOEFL. Das Zertifikat, welches Kenntnisse über die deutsche Sprache bescheinigt, hat aber nichts mit LSD zu tun, auch wenn es so klingt – nein, eher mit Leseverstehen, Hörverstehen, Schriftlicher und Mündlicher Kommunikation. Drei der insgesamt vier Prüfungsteile wurden in einer knapp vierstündigen Prüfung Ende März abgewickelt.

Wichtig zu erwähnen ist auch noch, dass es sich bei der Prüfung um eine DSD-1 Prüfung handelte. Es gibt nämlich auch noch eine DSD-2 Prüfung. Unterschied der Prüfungen ist der Schwierigkeitsgrad und demnach auch die Zertifizierung. Bei der DSD-1 Prüfung werden die Schülerinnen und Schüler auf das Niveau A2 oder B1 gemäß dem Europäischen Referenzrahmen getestet, beim DSD-2 geht es dann schon um B2 bzw. C1. Je nachdem, wie gut man in den einzelnen Teilkompetenzen Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen ist, wird man eben auf ein Niveau eingestuft.

In ganz Europa gilt dieser Rahmen und bestätigt von C1 (perfekt) bis A1 (gut für einfache Konversation) verschiedene Leistungsebenen. Ende März war es dann für insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler unserer Schule soweit. In der Mongolei haben knapp 40 Schüler an diesem Tag die DSD-Prüfung geschrieben. Viele schreiben sie deshalb, weil sie eines Tages in Deutschland studieren möchten und das DSD-Zertifikat hierfür den Weg nach Deutschland ebnet.

So sieht eine Form der Prüfungsaufgaben im Kompetenzbereich Hörverstehen aus - die gehörte Szene muss einem Bild zugeordent werdenSeit September haben sich die Schüler intensiv auf die Prüfungen vorbereitet. Auch ich durfte die Vorbereitung eines Kompetenzbereichs übernehmen. Ich habe die Schüler auf das Hörverstehen vorbereitet und mit verschiedenen Beispielaufgaben den Schülern gezeigt, dass es beim Hören vor allem darauf ankommt, konzentriert zu bleiben. Der Prüfungsteil Hörverstehen besteht aus fünf Teilen. Die ersten vier Teile hören die Schüler zweimal, den letzten jedoch nur einmal. Insgesamt dauert dieser Prüfungsteil knapp 50 Minuten. Es geht darum, Bilder den gehörten Szenen zuzuordnen, Fragen zu beantworten, Überschriften für einen Hörtext zu finden oder anzukreuzen, ob Aussagen richtig oder falsch sind. Schwierig wird es meiner Meinung nach dann, wenn man die Wörter „Cappuccino“ und „Espresso“ hört und in den Antwortmöglichkeiten nur von „Kaffesorten“ die Rede ist. Für uns Europäer ist das klar, aber Mongolen (allgemein gesagt: alle Nicht-Europäer) wissen das vielleicht nicht unbedingt. Es wird in der Prüfung eben mit viel Synonymen gearbeitet und ich hoffe, dass ich die Prüflinge ausreichend auf diesen Kompetenzbereich vorbereiten konnte. Wir werden es sehen, wenn die Ergebnisse kommen.

Mitte April kommt dann der letzte Prüfungsteil: die mündliche Kommunikation. Dabei werden sich die Schüler zunächst einem knapp sieben Minuten umfassenden Prüfungsgespräch stellen, in dem ihnen Fragen zu Familie und Hobbys gestellt werden und anschließend werden sie eine Präsentation zu ihrem Lieblingsspiel oder Lieblingssportler usw. vorstellen.

Gerade bereiten wir – die drei Freiwilligen und Bundesprogrammlehrkräfte an den drei DSD-Schulen – die Schülerinnen und Schüler auf ihre mündliche Prüfung vor.

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