Besuch!
Ganz richtig, vor kurzem hatte ich Besuch aus Deutschland. Mein Bruder hat gerade Semesterferien und lies es sich deshalb nicht entgehen, bei mir in Sucre vorbeizukommen und zu sehen, wie hier so lebe und ein bisschen Bolivien kennen zu lernen. Er hatte sich dafür ein richtig gutes Datum ausgesucht, da zufälligerweise an diesem Wochenende ein großes Konzert der Masis stattfand und wir am Sonntag zusammen nach Tarabuco gefahren sind. Tarabuco ist ein Dorf, etwa eine Stunde von Sucre entfernt, das besonders bekannt ist für seine traditionsbewusste Bevölkerung und deren Webkünste. Diese Wochenende war in Tarabuca allerdings noch mehr los: Es wurde dort die “Pujllay” gefeiert, das ist ein karnevalsähnliches Fest, das zudem an einen Sieg gegen die Spanier vor etwa 200 Jahren erinnert. Dies bedeutet in diesem Fall zu Abwechslung mal keine Wasserbomben, sondern traditionelle Volkstänze, die von den einzelnen Comunidades (Gemeinden) Tarabucos aufgeführt werden.
Eine Woche später kamen dann meine Eltern zu Besuch. Nach 2 Tage in Sucre sind sie mit meinem Bruder nach Potosí und an den Salzsee von Uyuni gefahren und wir haben uns dann das Wochenende darauf wieder in La Paz getroffen.
Das war auch witzig, da war nämlich Ostern und gleichzeitig Kommunalwahlen am Ostersonntag. Das heißt: Generalsperre für alle motorisierten Transportmittel am Wahltag und Ausschankverbot schon ab Freitag Abend, um jegliche Unruhen zu vermeiden. Für eine Stadt wie La Paz ist das ganz schön krass mal einen Tag keine Autos zu haben. Dort geht es normalerweise verkehrsmäßig nämlich noch schlimmer zu als in Buenos Aires. Jetzt war die Stadt wie leer gefegt, nur ein paar vereinzelte Taxis durften noch mit Sondergenehmigung fahren. Dafür gab es gute Luft, eine wunderschöne, Smog-freie Aussicht und sogar Fahrradfahrer (das wäre ansonsten Selbstmord im Verkehr von La Paz).
Wir sehen: Die Anfahrt auf La Paz; La Paz nachts mit- und dann tagsüber ohne Autos…
Hier unten noch ne kleine Hilfe zu den Wahlen! Praktisch – neben dem Aufruf zum Wählen wird gleich noch schön groß ein Hinweis gegeben, was man bitte ankreuzen soll…..
Danach ging’s zusammen weiter an den Titicaca-See, mit einem super Touriführer der mir erzählen wollte er kenne den Deutschen Winter besser als ich, weil er letztens in Irland war und etwas gefroren hat, hihi… Als ich ihm erklärt habe das wir jedes Jahr Schnee haben und es auch ab und zu mal gut unter null geht meinte er nur was von “aber das war so kalt, dass es kein Wasser mehr gab…” Ahja. Wer es unbedingt besser wissen will, soll es eben besser wissen.
War ansonsten aber super der Ausflug, hier ein paar Bilder:
Dann sind wir weiter nach Peru gefahren….(Das Tor ist die Grenze am Titicacasee)
Ihr seht: In Peru fährt man viel Fahrrad; rechts die “Plaza de Armas”, Cusco
links: Saksaywaman, die Inkafestung Cuscos; rechts: das Rio-Urubamba Tal, dort geht’s mit dem Zug zur bedeutendsten aller Inkaruinen, dem Machu Picchu. Die Zuglinie im Tal ist die einzige Zugangsmöglichkeit, eine Straße gibt es nicht. Wir hatten das große Glück, dass der Zug eine Woche bevor wir in Cusco ankamen wieder geöffnet wurde, denn die Strecke war nach schweren Regenfällen, Hochwasser und vielen Erdrutschen Ende Januar so stark beschädigt worden, dass Machu Picchu komplett von der Außenwelt abgeschnitten war.
(Könnt ihr nachlesen unter: http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/lateinamerika/tid-17020/peru-unwetterdrama-an-den-inka-ruinen_aid_474830.html)
Erstaunlicherweise hatten es die Betreiber der Zuglinie jedoch geschafft, bis April den Teil der Strecke wieder instand zusetzten, der nicht umfahren werden kann. So waren wir unter den ersten Touristen, die Machu Picchu nach der Katastrophe wieder besuchen konnten. Hier sprechen die Bilder für sich…
Bis bald!
Stefan
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