Freitag
Endlich war es dann gekommen, dass Wochenende, an dem das Fußballturnier stattfinden sollte. Ich war den ganzen Vormittag relativ nervös, schließlich weiß man vorher ja nie, wie letztendlich alles funktioniert.
Martin und ich fuhren mit unseren Helfern (Alex, Archil, Sashka aus der 11. Klasse) ein bisschen früher in die Halle, in der das Turnier stattfinden sollte und bereiteten alles vor. Die Schülerinnen und Schüler sollten etwas später mit Marshrutkas in die Halle transportiert werden.
Die Halle als Austragungsort auszuwählen, stellte sich schnell als richtige Idee heraus, es regnete das ganze Wochenende.
Nachdem wir die Technik (Mikrofon und Lautsprecher) ausprobiert hatten, warteten wir auf die Schüler. Ich hoffte wirklich, dass alle kommen würden. Als dann die ersten Schüler kamen, fiel mir schonmal ein Stein vom Herzen. Es kamen auch fast alle, die kommen sollten – aber eben nur fast. Das bedeutete, dass Alex und ich unseren ganzen Turnierplan – während das Turnier lief – nochmal überarbeiten mussten. Letztendlich funktionierte aber auch das. Martin, Sashka und Archil übernahmen währenddessen die Moderation.
Am Freitag fanden acht Spiele mit je 11 Minuten Spielzeit statt. Auf dem Feld standen fünf Feldspieler, davon immer mindestens drei Mädchen. Außerdem durften nur die Mädchen Tore schießen. Zu Beginn war ich noch nicht sicher, ob wirklich Tore fallen würden, weil fast alle Mädchen noch nie Fußball gespielt hatten (außer im Sportunterricht).
Doch auch diese Befürchtung bewahrheitete sich nicht. Nach und nach kam das Turnier immer besser in Schwung. Es fielen in den acht Spielen insgesamt neun Tore und es kristallisierten sich schnell Favoriten heraus. Es waren viele Schüler, Eltern und Ehrengäste gekommen, um die acht teilnehmenden Mannschaften u.a. mit Plakaten zu unterstützen. Eine der Mannschaften kam von der 2. Öffentlichen Schule Batumi, was die Stimmung noch zusätzlich anheizte.
Nach ungefähr zwei Stunden war der erste Turniertag vorüber.
Samstag
Am Samstag stand der zweite Turniertag an. Der zweite Tag begann schon vormittags um 09.30 Uhr. Spontan kamen heute noch zwei zusätzliche Mannschaften von der 2. Öffentlichen Schule und wir konnten die Mannschaft, die am Freitag nicht erschienen war, durch eine Provisorische ersetzen. Diese Mannschaft spielte jedoch außer Konkurrenz, weil zwei Spielerinnen von Dinamo Batumi mitspielten.
Am Samstag fanden neun Spiele und zwei Finals statt, insgesamt dauerte das Tunier 3,5 Stunden. Auch heute waren wieder viele Fans und, wie auch am Freitag, ein paar Ehrengäste in der Halle.
Nachdem die Vorrunde beendet war, fand zuerst das kleine Finale der 6. und 7. Klassen statt. Es spielte eine 7. Klasse der EURO 2000 gegen die 7. Klasse der 2. Öffentlichen Schule.

Die Mannschaft der 2. Öffentlichen Schule
Es war ein sehr spannendes Spiel, in dem die EURO 2000 zunächst in Führung ging, die 2. Öffentliche Schule aber kurz vor Schluss noch den Ausgleich erzielen konnte. Die Entscheidung musste schließlich im Elfmeterschießen fallen, bei dem die EURO 2000 knapp mit 3:1 siegte. Abschließend gab es noch den sogenannten „Supercup“, bei dem der Sieger der 8./ 9. Klasse gegen den Sieger der 6./ 7. Klasse spielte.
Dieses Spiel gewann die 8. Klasse der EURO 2000 knapp mit 2:1. Anschließend fand noch die Siegerehrung statt. Jede Mannschaft bekam eine Urkunde und einen Ball, den die Deutsche Botschaft Tiflis gestiftet hatte, für die Sieger gab es noch einen Pokal und Angela Schmidt, die Fachberaterin/ Koordinatorin der ZfA für Georgien hatte auch noch ein paar Preise dabei. Außerdem wurden noch Nia (EURO 2000) und Dea (2. Öffentliche Schule), die zwei besten Torschützinnen des Turniers mit jeweils fünf Toren, geehrt.
Und dann war das Turnier auch schon vorbei.
Insgesamt haben übrigens über 70 Schülerinnen und Schüler teilgenommen
Mir hat das Turnier auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und auch das Feedback der Schüler war zum größten Teil positiv. Natürlich hätte man noch einiges verbessern können, aber dafür, dass das Turnier zum ersten Mal stattgefunden hat, lief es doch erstaunlich gut.
Ich war auch ein bisschen erstaunt, dass so viele Eltern zugesehen haben. In Georgien ist das Frauenbild doch noch eher traditionell und vielen Mädchen wird von den Eltern verboten, in einer Mannschaft Fußball zu spielen. Ein paar Schülerinnen haben mir auch nach dem Turnier gesagt, dass sie gerne in einer Mannschaft spielen würden, aber die Eltern es verbieten, weil Fußball kein Sport für Mädchen ist. Aber wenn die Deutsche ein Turnier veranstaltet, wird eine Ausnahme gemacht…. immerhin ist es ein Anfang
Gerade deswegen bin ich sehr stolz auf jeden einzelnen, der mitgebracht hat, egal ob Mädchen oder Junge. Es war für alle eine neue Erfahrung und gerade für die Jungs eine Herausforderung, weil sie mal nicht im Mittelpunkt standen.
Im Nachhinein haben mir auch viele Leute gesagt, dass sie nicht gedacht hätten, dass so ein Turnier in Georgien möglich ist. Vielleicht wird das Turnier in den nächsten noch öfter veranstaltet, mich würde es sehr freuen

Die andere Mannschaft der 7. Klasse der EURO 2000
und die Schülerinnen und Schüler hatten auf jeden Fall Spaß.

Torschützenkönigin Nia