Das Haus am See – Okola die Zweite

Queridos amigos, liebe Freunde,

nachdem nun lange nichts mehr von mir zu hören war, soll mal wieder ein bisschen aufgeholt werden:

Der letzte Monat war von vielen Reisen geprägt. Da könnte man als ahnungsloser Leser fragen: Woher hat der Junge die ganzen Ferien? Gute Frage, gute Antwort: Mein indirekter Arbeitgeber, die Partnerschulinitiative PASCH, rief im vergangenen Monat zwei mal zu Dienstreisen auf – die mich noch einmal nach Sucre, die kolonial-malerische Hauptstadt Boliviens sowie nach Santa Cruz de la Sierra führten (die immer etwas separatistische Stadt im warmen Osten Boliviens).

Die erste Reise hatte ein Einführungstreffen für die neuen Freiwilliginnen zum Zweck. Dort (in Sucre) waren wir zu acht und hatten Fortbildungen zum Thema Wortschatzarbeit, Landeskunde, Natur und Umwelt, Unterrichtsplanung uvm. Es war eine wirklich nette Zeit, vor allem weil auch die beiden neuen Freiwilligen an meiner Schule, Fee und Miriam, mitkommen durften obwohl sie nicht von kulturweit sind.

Die zweite Dienstreise nach Santa Cruz hatte hauptsächlich Vernetzungsgründe. So waren alle deutschunterrichtenden Institutionen in Bolivien vertreten und von fast jeder Schule, an der Deutsch unterrichtet wird, war ein Lehrer da. Dort kam auch unser Chef, Gerhard Salbeck, aus Lima und wir hatten eine intensive aber auch entspannte Zeit (natürlich vor allem temperaturbedingt). So gab es einen Phonetikworkshop und eine Tagung des neugegründeten bolivianischen Deutschlehrerverbands – bei durchgehend über 30°C.

Nun will ich aber nicht zu viel überspringen: Seit zwei Wochen sitze ich schon wieder im kalten La Paz und habe nun, bevor nächtste Woche die Deutschabschlussprüfungen des dritten Trimesters anstehen, ein wenig Zeit gefunden, hier mal wieder etwas zu schreiben.

 

Vor circa einem Monat war ich nämlich noch einmal in Okola zu Gast. Diesmal kam neben den drei Hilaris auch Corinna mit sowie meine beiden deutschen Freunde Johannes und Selina, Theologiestudierende in La Paz, mit noch Familienbesuch. Das Haus am See war also pickepacke-voll. Wir hatten eine wirklich entspannte Zeit mit dem obligatorischen Im-See-Baden, eine Strandwanderung machen und Kartenspielen. Vor allem letzteres wurde ins Extrem getrieben: Den einen Abend gab es Doppelkopfrunden bis nachts um drei. Dazu kam noch ein weiteres Highlite: Klippenspringen. Mit Samuel und Johannes hatte ich einen Heidenspass, mich von einer Halbinsel im Titicaca aus ins tiefeblaue Wasser fallen zu lassen.

Hier noch ein paar Fotos (nachdem ich ja wieder hochladen kann):

Bis bald mit einer Lösung und einem Bericht der Besteigung des 6088 Meter hohen Huayna Potosí!

Euer Fernando