Ab und zu versucht der Regen zwar die Stadt abzukühlen, aber so wirklich gelingen, will es ihm leider nicht. Marlies, meine belgische Mitbewohnerin, fünf niederländische Freunde und ich haben uns deshalb auf den Weg zum Lagodheki-Nationalpark gemacht.
Drei Tage wandern, endlich mal abschalten und frische Bergluft atmen. Wir sind so hoch gestiegen, dass man es eher Wolken atmen nennen sollte. Es war wunderbar. Wunderbar anstrengend. Ich habe noch nie so viele Müsliriegel innerhalb von drei Tagen gegessen.
Am ersten Tag haben wir 12 km und 1600 Höhenmeter hinter uns gebracht. Es war so steil, dass ich wegen meines Muskelkaters in den Beinen nicht schlafen konnte. Na gut, auch die Mäuse in der Hütte haben dazu beigetragen. Der zweite Tag war mindestens genau so anstrengend – auch wenn es diesmal nur noch 700 Höhenmeter zurückzulegen galt. Dafür waren es aber insgesamt 26 km. Die Grenzbeamten ließen uns nach einer halbstündigen Passkontrolle dann auch endlich passieren und wir konnten uns den Weg durch die im Sekundentakt kommenden und gehenden Nebelschwaden bahnen. Der Bergsee an der russichen Grenze war die Strapazen jedoch allemal wert.
Nach den 700 Höhenmetern, die es am selben Tag wieder nach unten zur Hütte gin, und weiteren 1600 Höhenmetern im Regen am darauffolgenden Tag kamen wir verstochen, von Dornen verkratzt und dreckig vom Matsch auf den gewöhnten 500 an. Mit Knieschmerzen und schweißgebadet fuhren wir – komfortabel wie immer – mit der Marschrutka zurück in die Hauptstadt. Irgendwie waren wir gar nicht müde, sondern eher stolz und beflügelt von unserer Aktion.















