Busójárás – Mohácsre megyünk

Sziasztok!

Auch in Ungarn wird der Winter mit dem alljährlich stattfindenden Busójárás (man spricht es: Buschojarasch) in Mohács verabschiedet. Mohács ist eine 18.000-Einwohner-Stadt im Süden Ungarns. Von Pécs aus dauert es eine Stunde mit dem Bus, bis man dort ankommt.

Der Legende nach hatten die ins Moorgebiet von Mohács gezogenen Kroaten genug von der osmanischen Besetzung. Mit beängstigenden Masken und lauten Rasseln bewaffnet fuhren sie nachts über die Donau, und verscheuchten die Türken aus ihrer Stadt. Eine weniger bekannte Legende besagt, dass die Masken und Rasseln dazu dienen sollten, den Winter zu vertreiben. Letzteres wird heute noch jedes Jahr in den letzten sechs Tagen vor Beginn der Fastenzeit zelebriert.

In diesem Jahr fand das Buschofest vom 28.02. bis zum 05.03. statt. Wir haben uns am Dienstag, am letzten Tag des Festes, nach der Arbeit auf den Weg gemacht, um uns das lustige Treiben anzuschauen. Das Wetter war richtig toll und es waren überraschend viele Menschen auf Mohács sonst so leeren Straßen. Auf der Hauptstraße und dem Széchenyi tér (dem Hauptplatz) waren neben hunderten von Leuten etliche Busós mit ihren Masken und Schafspelzen und Frauen in Trachten. Auffällig an der Verkleidung der Frauen sind die Maske und der Schleicher über Nase und Mund. So ist es eigentlich fast unmöglich zu erkennen, wer sich da verkleidet hat. Das Buschofest, das 2009 auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO gesetzt wurde, ist übrigens ein Fest für Groß und Klein – sowohl für die Zuschauer als auch für die Mohácser, die sich verkleiden. Zwischen den doch sehr großen Busós konnte man auch immer wieder kleine Busós und kleine Mädchen in Trachten sehen. Die Kleinen waren letztendlich aber nicht so süß und unschuldig, wie sie aussahen, denn auch wir wurden mehrere Male mit Mehl beworfen.

Der Höhepunkt des Tages und des Festes fand am Abend gegen 18 Uhr statt. Ein schwarzer Sarg, der den Winter symbolisiert, wurde auf einen großen Scheiterhaufen getragen, welcher dann angezündet wurde. In dem riesigen Feuer ist nicht nur der Winter verbrannt, wie mir eine Einheimische danach erklärte, sondern alles Alte, damit Platz für das Neue geschaffen wird. Auch bei Paula und mir stellte sich ein  sentimentales Gefühl ein, als wir das riesige Feuer betrachteten.
Insgesamt war es viel schöner und interessanter, als anfangs gedacht. Hier sind ein paar Bilder, damit Ihr auch einen Eindruck bekommen könnt:

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