{"id":14,"date":"2024-01-08T13:21:43","date_gmt":"2024-01-08T12:21:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/zuhauseindermetropole\/?p=14"},"modified":"2024-01-08T13:21:43","modified_gmt":"2024-01-08T12:21:43","slug":"wie-ist-sao-paulo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/zuhauseindermetropole\/2024\/01\/08\/wie-ist-sao-paulo\/","title":{"rendered":"Wie ist S\u00e3o Paulo?"},"content":{"rendered":"<p>,,Wie ist S\u00e3o Paulo?\u00b4\u00b4 Die Frage kriege ich ziemlich oft gestellt, sowohl von Leuten die noch nie da waren, als auch von Altbekannten der Weltmetropole. Die Frage erfordert eine l\u00e4ngere Antwort.<\/p>\n<p>Als ich im April erfuhr, dass es f\u00fcr mich nach S\u00e3o Paulo gehen w\u00fcrde, war ich aufgeregt und nerv\u00f6s zugleich. Aufgeregt, weil es eine einzigartige M\u00f6glichkeit war, f\u00fcr begrenzte Zeit in einer der gr\u00f6\u00dften St\u00e4dte der Welt zu leben und sie nicht nur als Touristin kennenzulernen. Nerv\u00f6s, weil ich wusste, dass ich wahrscheinlich nie von mir aus die Entscheidung getroffen h\u00e4tte, mich in einer solchen Stadt niederzulassen, egal wie lange. Klar, die Stadt hatte mich schon interessiert als Reiseziel f\u00fcr Brasilien, aber ich h\u00e4tte mir nicht in meinen k\u00fchnsten Tr\u00e4umen vorstellen k\u00f6nnen, irgendwann einmal dort zu leben.<\/p>\n<p>S\u00e3o Paulo ist eine Millionenstadt die st\u00e4ndig w\u00e4chst und einer der gr\u00f6\u00dften Ballungsr\u00e4ume weltweit aufweisen kann. Sie ist auch Brasiliens bev\u00f6lkerungsreichste Stadt und die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats S\u00e3o Paulo. Au\u00dferdem ist sie die gr\u00f6\u00dfte Stadt S\u00fcdamerikas und scheinbar (laut Internetrecherchen) die bev\u00f6lkerungsreichste der gesamten S\u00fcdhalbkugel &#8211; einfach krass.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch an das Gef\u00fchl als ich, nach einem ungef\u00e4hr 18-st\u00fcndigen Flug an einem Freitag im Uber sa\u00df und auf dem Weg zu meiner WG war. Die Fahrt dauerte anderthalb Stunden, was daran lag, dass um etwa 06:30 Uhr morgens, die Stra\u00dfen, welche in die Stadt f\u00fchren, schon voll waren. Als ich auf der R\u00fcckbank des Autos sa\u00df und mich ein etwas schlechtes Gewissen plagte, weil ich mich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht mit dem Fahrer unterhalten konnte, schaute ich abwechselnd auf mein Handy und aus dem Fenster. Auf mein Handy, weil ich wissen wollte, ob mein Vermieter wie verabredet beim Haus sein und mich einlassen w\u00fcrde. Dabei nahm ich in Kauf bei der n\u00e4chsten Handyabrechnung aus Deutschland wegen Datenroaming mindestens das Doppelte zahlen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Als ich so auf der R\u00fcckbank des Autos sa\u00df und die Stadt an mich vorbeiziehen lie\u00df, f\u00fchlte ich mich ehrlich gesagt etwas verloren. Die Stadt schien so gro\u00df und \u00fcberw\u00e4ltigend und ich hatte absolut keine Ahnung, wie mein Leben hier aussehen w\u00fcrde. Dazu kam, dass ich jetzt wieder auf einem anderen Kontinent als viele meiner Familienmitglieder*innen und Freund*innen war und sie jetzt bis Februar nur auf einem kleinen Bildschirm sehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dieser Aufenthalt ist nicht nur mein erster in Brasilien, sondern auch mein erster in S\u00fcdamerika. Ich muss ehrlich sagen, dass mir einige Bedenken zum Thema Sicherheit im Hinterkopf rumgeschwirrt sind. Das Sicherheitsthema spielte auch eine Rolle w\u00e4hrend des Vorbereitungsseminars, wo wir uns in der Brasilien-Homezone manchmal dar\u00fcber unterhielten. Als mein Vermieter (der selbst Brasilianer ist) mir w\u00e4hrend meiner Fahrt vom Flughafen auch noch schrieb, ich soll mein Handy nicht benutzen, wenn das Auto im Stau oder an einer roten Ampel steht, war ich schon etwas neugierig. Wenn schon ein Brasilianer das sagt, dann muss da was dran sein&#8230; Und so ist es leider oft wenn man hier auf neue Leute trifft: man bekommt gut gemeinte Ratschl\u00e4ge und Vorsichtsma\u00dfnahmen mit auf den Weg. Selbst jetzt noch h\u00f6re ich ab und zu sanfte Ermahnungen zu diesem und jenem.<\/p>\n<p>Obwohl ich nat\u00fcrlich nicht will, dass ich mich in S\u00e3o Paulo zu \u00fcbervorsichtig bewege und viel zu besch\u00e4ftigt damit bin, auf meine Wertsachen zu achten, um die Stadt richtig aufzunehmen, ist es schon gut das Thema Sicherheit nicht allzu fahrl\u00e4ssig zu behandeln. S\u00e3o Paulo als Gro\u00dfstadt ist nat\u00fcrlich etwas anderes als eine kleine Stadt irgendwo im Landesinneren. Viele fragen mich, ob ich mich sicher f\u00fchle hier, und ich muss sagen, bis jetzt hatte ich noch keine Probleme. Klar, hundertprozentig sicher f\u00fchle ich mich nicht, schon alleine deswegen, weil doch viele Brasilianer einen st\u00e4ndig zur Vorsicht mahnen, aber ich war bis jetzt kein einziges Mal in einer Situation wo ich mich offensichtlich unsicher gef\u00fchlt habe. Ich halte die grunds\u00e4tzlichsten Ma\u00dfnahmen ein, benutze selten mein Handy auf offener Stra\u00dfe, gehe (wenn m\u00f6glich) mit einer kleinen Umh\u00e4ngetasche aus dem Haus, und setze meinen Rucksack in einer vollgepackten U-Bahn verkehrt (vorne statt hinten) auf, und ich finde das reicht. Sicherheit ist nat\u00fcrlich ein extrem subjektives Gef\u00fchl und vielleicht brauchen manche mehr, manche weniger um sich sicher zu f\u00fchlen, aber ich finde, wenn man sich dar\u00fcber einen allzu gro\u00dfen Kopf macht, verpasst man viel von der Sch\u00f6nheit der Metropole.<\/p>\n<p>S\u00e3o Paulo ist riesig, abwechslungsreich und nie langweilig. Wenn ich die Frage ganz am Anfang dieses Blogbeitrags beantworte, fange ich immer damit an, zu sagen, dass ich mich am Anfang etwas verloren gef\u00fchlt habe, und \u00fcberw\u00e4ltigt war von der gro\u00dfen Stadt und der vielen M\u00f6glichkeiten, von denen ich aber nicht wusste (und es zum Teil immer noch nicht tue), wie ich sie wahrnehmen soll. Nachdem ich das gesagt habe, setze ich hinzu, dass ich mich mittlerweile aber schon recht gut eingelebt habe, was absolut stimmt: denn obwohl es noch so viel gibt was ich noch nicht \u00fcber die Stadt wei\u00df, wei\u00df ich schon jetzt, dass es eine super tolle Erfahrung gewesen sein wird, hier sechs Monate meines Lebens verbracht zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>At\u00e9 breve!<\/p>\n<p>Shama \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>,,Wie ist S\u00e3o Paulo?\u00b4\u00b4 Die Frage kriege ich ziemlich oft gestellt, sowohl von Leuten die noch nie da waren, als auch von Altbekannten der Weltmetropole. Die Frage erfordert eine l\u00e4ngere Antwort. Als ich im April erfuhr, dass es f\u00fcr mich nach S\u00e3o Paulo gehen w\u00fcrde, war ich aufgeregt und nerv\u00f6s zugleich. 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