{"id":242,"date":"2011-10-31T17:05:47","date_gmt":"2011-10-31T16:05:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/?p=242"},"modified":"2011-11-01T15:27:42","modified_gmt":"2011-11-01T14:27:42","slug":"nansha-und-chinesisches-halloween","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/2011\/10\/31\/nansha-und-chinesisches-halloween\/","title":{"rendered":"Nansha und chinesisches Halloween"},"content":{"rendered":"<p>Mittlerweile hat es sich im Gro\u00dfen und Ganzen &#8222;ausgesightseeingt&#8220;. Das Wichtigste, Bekannteste und Besonderste hat man alles gesehen und es kehrt Normalit\u00e4t in diese neue Stadt f\u00fcr mich ein. Nat\u00fcrlich gibt es noch so viel zu entdecken. Aber ich finde gerade die kleinen, unscheinbaren und unverhofften Entdeckungen machen sehr viel Freude, weil man auch viel mehr Zeit hat diese zu\u00a0erkunden und zu genie\u00dfen und nicht von einer Attraktion zur n\u00e4chsten rennt.\u00a0Au\u00dferdem will ich nicht gleich am Anfang alles schon gesehen haben, da ich mir ein paar Sachen gerne f\u00fcr sp\u00e4ter aufbewahren m\u00f6chte &#8211; immerhin bin ich noch fast ein ganzes Jahr hier.<\/p>\n<p>Dennoch, vorletztes Wochende ging es in die Au\u00dfenbezirke von Guangzhou, in den Bezirk Nansha. Dort wohnt und arbeitet n\u00e4mlich Clara. Es war schon seit l\u00e4ngerem geplant sie zu besuchen, aber es hat sich erst jetzt richtig ergeben. Sie wohnt n\u00e4mlich sehr weit au\u00dferhalb, wenn man bedenkt, dass sie immer noch in der &#8222;Stadt&#8220; Guangzhou wohnt. Die Stadt Guangzhou, muss man n\u00e4mlich wissen, ist mehr als 1,5 mal so gro\u00df wie das komplette Saarland. In China ist alles etwas gr\u00f6\u00dfer: &#8222;Landkreise&#8220; sind so gro\u00df wie Bundesl\u00e4nder, Provinzen so gro\u00df wie ganze L\u00e4nder und St\u00e4dte eben so gro\u00df wie mehrere Landkreise (deutsche) zusammen\u00a0bzw. kleine Bundesl\u00e4nder.<br \/>\nZusammen mit Franzi wollte ich also Claras Reich mal kennenlernen und herauskriegen, ob es denn wirklich so weit entfernt und abgelegen ist, wie sie es uns immer erz\u00e4hlt hat. Immerhin hat\u00a0sie Metroanschluss, so waren wir nur gute 1,5h vom Stadtzentrum aus unterwegs. Aber allein die Fahrt, der Abstand zwischen den Stationen und die sich immer weiter leerende Bahn zeigte wirklich, wie weit weg wir vom Zentrum aus schon waren. Irgendwann sind wir aber doch angekommen und warteten auf Clara. Die meldete sich telefonisch und meinte das Taxi, dass sie gerufen hat sei nicht gekommen. Sie m\u00fcsse also laufen und es dauere noch ein bisschen. In der Tat, es war weit und breit nur ein Taxi zu sehen, n\u00e4mlich das, das direkt vor uns am Ausgang des Bahnhofs stand. Im Zentrum von GZ w\u00e4re es undenkbar ein Taxi zu bestellen, es fahren \u00fcberall haufenweise welche rum und man bekommt (zu mindest tags\u00fcber und wenn es nicht regnet) innerhalb weniger Sekunden ein Taxi. Die achtspurigen Stra\u00dfen waren kaum\u00a0bis gar nicht befahren, die Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln funktionierten aber alle schon. Auch da, wo noch keine Stra\u00dfe war. Es wird viel gebaut: Stra\u00dfen,\u00a0Wohnungen und der Hafen wird erweitert, wenn ich es den Plakaten richtig entnommen habe. Man r\u00fcstet sich wohl f\u00fcr das vorausgesagte Wachstum in den n\u00e4chsten Jahren.<br \/>\nLetztendlich haben wir ihre Schule erreicht. Dabei musste ich feststellen, dass sie, bis auf den Fakt, dass sie sehr modern und neu aussieht, sich von meiner Schule nicht besonders unterscheidet: Das Verwaltungsgeb\u00e4ude liegt ziemlich zentral, drumherum befinden sich die Unterrichtsgeb\u00e4ude und am Rand die Wohnheime, wo auch ein Mauer das ganze Gel\u00e4nde abgrenzt. Einen kleinen Unterschied gab es dennoch: Es gibt auch ein Lehrerwohnheim. Dort ist es wirklich n\u00f6tig, da die Lehrer sonst ewig zu und von der Arbeit br\u00e4uchten. Meine Schule hat nur Sch\u00fclerwohnheime (mit ein paar Zimmern f\u00fcr uns Ausl\u00e4nder), da die Schule relativ zentral liegt und die Lehrer alle zu Hause wohnen.<br \/>\nZum Mittagessen zeigte uns Clara das kleine D\u00f6rfchen gegen\u00fcber ihrer Schule. Kaum zu glauben, dass man so eine Siedlung unmittelbar vor den Toren einer neugebauten Fremdsprachenschule findet. Es schien wirklich, als ob die Zeit stehen geblieben w\u00e4re. Die Alten sa\u00dfen auf dem Dorfplatz und spielten im Schatten der B\u00e4ume Mahjiang &#8211; ein chinesisches Brettspiel &#8211; oder schauten zu. Das Essen selbst war auch mal wieder ein Highlight. Es stehen ein paar nennen wir es &#8222;Tische&#8220; vor dem was man K\u00fcche, bzw. Gark\u00fcche oder was auch immer nennen soll, auf beiden Seiten der staubigen Stra\u00dfe, wo hin und wieder ein Motoroller durchheizt. Eine Speisekarte gibt es nicht, es liegen die rohen Zutaten auf einem Holztisch in kleinen Schalen, um die auch ein paar Fliegen herumschwirren. Dann stellt man sich sein eigenes Gericht zusammen und es wird gekocht. In der Zwischenzeit geht man zum Nachbarladen und kauft sich etwas zu trinken. Nach einer Weile kommt man wieder, setzt sich an einen Tisch und bekommt bald sein Essen. Dazu gibt es\u00a0wie immer\u00a0Fotos. Nat\u00fcrlich hat Clara das alles gemanaget, sie kannte sich damit ja\u00a0schon gut aus.<br \/>\nAm Abend sind wir dann wieder nach Downtown GZ gefahren und haben es uns am Perlfluss ein wenig gem\u00fctlich gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diesen Samstag war ich auf einer chinesischen Halloween-Party. Ich wei\u00df nicht an was ihr\u00a0bei dem Wort Party denkt, aber sicher etwas mit verkleiden, gruselige Stimmung und Disco. Nun ja, davon bin ich auch ausgegangen&#8230;<br \/>\nVerkleidet waren die meisten auch. Manche etwas seltsam, was meiner Meinung nach nicht wirklich zusammengepasst hat aber gut. Es stellte sich jedoch heraus, dass es keine &#8222;Party&#8220; nach meinem Verst\u00e4ndnis (Musik und tanzen) war, sondern es wurden Spiele gespielt. Meistens musste man in einer kurzen Zeit seine Teamkollegen finden. Alle Teilnehmer hatten eine kleine T\u00fcte bekommen, in der verschiedene Utensilien vorhanden waren, etwa Sticker, Bonbons und eine K\u00fcrbis-Lampe. Die Dinge hatten verschiedene Symbole\u00a0oder Zahlen. In jedem Spiel mussten sich dann die neuen Gruppen finden. Zum Beispiel zuerst alle, die eine 0 auf dem K\u00fcrbis haben, dann alle, die eine 7 in der Teilnehmernummer haben usw. Da\u00a0Coca Cola das Ganze mitfinanziert hat, gab es in jeder\u00a0Ecke eine K\u00fchltruhe voll mit Coke Zero, die man sich gratis nehmen konnte.<br \/>\nAlles in allem war es auf jeden Fall witzig zu sehen, wie eine andere Nation Halloween feiert und was f\u00fcr sie Party hei\u00dft. Dennoch glaube ich nicht, dass mein Humor und Empfinden f\u00fcr &#8222;lustig&#8220; nicht ganz den chinesischen Geschmack trifft, bzw. andersherum.<\/p>\n<p>In der Schule gab es keine besonderen Vorkommnisse. Ab heute wird lediglich die Winter-Schuluniform getragen. Das hei\u00dft schwarzes Jacket, wei\u00dfes Hemd, schwarze Weste und und schwarze Hose. Die M\u00e4dchen tragen Fliege, die M\u00e4nner Krawatte. Da ich das vorher nicht wusste war ich heute morgen ein wenig geschockt als ich wie immer\u00a0ganz normal gekleidet auf den Schulhof komme und die Sch\u00fcler bei\u00a0ihrer Morgengymnastik im Anzug sehe. Ich dachte im ersten Moment es w\u00e4re heute\u00a0ein wichtiger Tag oder Anlass und ich war der einzige, dem man nichts gesagt hatte. Aber zum Gl\u00fcck wurde ich schnell aufgekl\u00e4rt und alles war wieder im Lot. Trotzdem komisch, wenn man Deutschunterricht in einer Ball-Atmosph\u00e4re gibt. A propos besonderer Anlass, demn\u00e4chst haben wir wirklich einen. Am Sonntag den 27. November feiert die Schule ihr 30-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Die Lehrer meiner Abteilung, inklusive mir, werden dazu eine Auff\u00fchrung machen. Was genau wei\u00df ich auch nicht, ich wurde heute dazu herzlich von Franky, einem Lehrer, eingeladen. Es geht also rund hier.<br \/>\nIch hoffe zu Hause ist es nicht allzu kalt und ihr m\u00fcsst nicht frieren. Bei mir k\u00fchlt es\u00a0jetzt\u00a0langsam ab, es sind tags\u00fcber nur noch maximal 25\u00b0C, abends k\u00f6nnte ich schon ab und zu mal einen Pulli gebrauchen. So kann es von mir aus gerne eine Weile bleiben.\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-242 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4330.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4330-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4329.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4329-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4328.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4328-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4327.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4327-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4326.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4326-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4332.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4332-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4331.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4331-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4333.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/yalishanda\/files\/2011\/10\/IMG_4333-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile hat es sich im Gro\u00dfen und Ganzen &#8222;ausgesightseeingt&#8220;. 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