{"id":66,"date":"2011-03-07T22:56:23","date_gmt":"2011-03-07T20:56:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/?p=66"},"modified":"2011-03-08T16:55:45","modified_gmt":"2011-03-08T14:55:45","slug":"up-up-and-away","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/2011\/03\/07\/up-up-and-away\/","title":{"rendered":"Up up and away&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl, morgens in dem Wissen aufzuwachen, in einer fremden Stadt in einem weit entfernten Land auf einem unbekannten Kontinent zu sein. Ich wei\u00df es zwar, aber glauben kann ich das bei weitem nicht.<br \/>\nDa hilft keine monatelange Vorbereitung, kein Seminar und auch keine lange Anreise wenn man pl\u00f6tzlich in einem Taxi sitzt, das auf der falschen Stra\u00dfenseite f\u00e4hrt, um eine Wohnung an einem Ort zu finden, an dem man sich nicht einmal h\u00e4tte ertr\u00e4umen k\u00f6nnen, einmal Urlaub zu machen. Alles ist noch sehr irreal, was auf der einen Seite ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl ist, auf der anderen Seite aber nicht wirklich dabei hilft, alleine Dinge zu organisieren, mit welchen man selbst in seinem gewohnten Umfeld kaum Erfahrung hat.<\/p>\n<p>Es ist mittlerweile der vierte Tag in Port Elizabeth, der Stadt in der ich die n\u00e4chsten 12 Monate verbringen werde, doch noch immer sitze ich auf gepackten Koffern. Das Backpackers k\u00f6nnte zwar kaum besser liegen so nah am Strand, aber mittlerweile m\u00f6chte ich einfach erst mal meine ganzen Sachen auspacken in meinem eigenen Zimmer.<br \/>\nDie letzten Tage verbrachten Christina (die zweite Freiwillige an meiner Schule) und ich also haupts\u00e4chlich damit, Wohnungen abzuklappern, die wir im Internet gefunden hatten. Dabei trafen wir zwar meistens auf sehr nette und offene Leute und potentielle Mitbewohner, doch trotzdem passte es bisher nicht wirklich, obwohl in den meisten F\u00e4llen eine Zusage von unserer Seite ausreichen w\u00fcrde (also kein Vergleich mit einer Wohnungssuche bei uns).<br \/>\nChristina hat inzwischen eine Zusage und kann wohl ab Mittwoch einziehen, aber ich komme noch auf keinen gr\u00fcnen Zweig. Fast alle bisher gesehenen Wohnungen waren in Summerstrand, einem ruhigen Stadtteil im S\u00fcden der Stadt, dessen Name auch wirklich h\u00e4lt was er verspricht. Da die Uni der Stadt nicht weit entfernt ist, wohnen hier auch die meisten Studenten, was f\u00fcr mich nat\u00fcrlich ein weiterer Pluspunkt ist, obwohl meine Schule im Zentrum der Stadt ein wenig entfernt liegt.<br \/>\nViel mehr \u00fcber die Stadt kann ich im Moment auch noch nicht erz\u00e4hlen, da sich mein Radius bisher auf Summerstrand beschr\u00e4nkt, in dessen Nachbarstadtteil auch das Backpackers liegt. Der Strand jedenfalls ist klein aber sehr sch\u00f6n und beliebt bei Surfern. Und gleich am ersten Tag kam ich in den Genuss, bei einem kurzen Spaziergang zwischen zwei Wohnungsbesichtigungen Delfine zu sehen, die direkt zwischen den Surfern herumsprangen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/files\/2011\/03\/DSCN0004-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72\" class=\"size-medium  wp-image-72\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/files\/2011\/03\/DSCN0004-klein-300x225.jpg\" alt=\"Blick vom Backpackers\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/files\/2011\/03\/DSCN0004-klein-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/files\/2011\/03\/DSCN0004-klein-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/wakay\/files\/2011\/03\/DSCN0004-klein.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-72\" class=\"wp-caption-text\">Blick von der Lodge<\/p><\/div>\n<p>Jedoch bekam ich auch die negativen Auswirkungen des kurzen Abstechers zum Strand zu sp\u00fcren, als ich am Abend trotz des bedeckten Himmels einen dicken Sonnenbrand davontrug und dadurch inzwischen problemlos von den Einheimischen unterschieden werden kann, w\u00e4hrend ich bis dahin wohl kaum auffiel. Ein Hoch auf das Ozonloch! Am n\u00e4chsten Tag im Supermarkt durfte ich dann feststellen, dass ein kleines Fl\u00e4schchen Sonnencreme ab (!) 100Rand, also etwa 10\u20ac zu haben ist. Da mir bisher kein S\u00fcdafrikaner dieses Ph\u00e4nomen erkl\u00e4ren konnte, vermute ich ab sofort eine Verschw\u00f6rung der schwarzen Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nWeitere Besonderheiten des S\u00fcdafrikanischen Alltags werde ich nach und nach in den n\u00e4chsten Blogeintr\u00e4gen zum Besten geben.<br \/>\nHeute stand dann mein erster Tag in der Schule an, einer privaten Grundschule im Zentrum, an der Deutsch sowohl als Mutter- als auch als Fremdsprache unterrichtet wird. Das Schulgeb\u00e4ude ist ein sehr sch\u00f6nes, ehemaliges Herrenhaus, das von au\u00dfen recht klein wirkt, aber dennoch so verwinkelt ist, dass es genug Platz f\u00fcr etwa 400 Kinder bietet. Man kann es sich in etwa wie Hogwards in klein vorstellen, das meinte selbst der freundliche Schulleiter als er uns herumf\u00fchrte, nur die schwebenden Kerzen im Speisesaal w\u00fcrden fehlen. Allgemein macht der neue Kollegenkreis einen \u00fcberaus netten und offenen Eindruck, man duzt sich und unterh\u00e4lt sich gerne, wenn Zeit ist, \u00fcber die verschiedensten Themen.<br \/>\nWir wurden sehr herzlich empfangen und einige Lehrer scheinen uns schon freudig erwartet zu haben (\u201eihr m\u00fcsst Christina und Kay sein\u2026\u201c). Besonders der Headmaster of Sports scheint sich \u00fcber unsere Unterst\u00fctzung zu freuen und ist anscheinend besonders froh, mit mir endlich jemanden an seiner Seite zu haben, der den Fu\u00dfball genauso liebt wie er selbst. Eigentlich etwas ungew\u00f6hnlich f\u00fcr einen wei\u00dfen S\u00fcdafrikaner, da sonst Rugby und Cricket die beliebtesten Sportarten der wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung sind, aber deswegen war die Freude beim \u00fcberzeugten Liverpool-Fan wahrscheinlich auch umso gr\u00f6\u00dfer. Da Fu\u00dfball aber leider zu den Winter-Sportarten z\u00e4hlt, und somit nur halbj\u00e4hrig angeboten wird, muss ich mich erst mal mit Schwimmen begn\u00fcgen, nachdem ich zugeben musste, keinen blassen Schimmer von Cricket zu haben.<br \/>\nNach der F\u00fchrung und dem Besuch in verschiedenen Klassen begannen wir auch gleich mit der Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe von kleinen Gruppen, meist der deutschen Kinder, was schon einmal gro\u00dfen Spa\u00df machte, da die meisten mit viel Freude und Interesse bei der Sache sind. Neben Deutsch durfte ich mich dann auch in meiner Spezialdisziplin, der Mathematik, beweisen (wer mich kennt lacht an dieser Stelle), was wohl auch ein fester Bestandteil meiner Hausaufgabenbetreuung werden wird. Neben der positiven Einstellung der Kinder zum Lernen fiel sofort die Disziplin und ihr au\u00dferordentlich gutes Benehmen auf, was man als Deutscher von Kindern in diesem Alter kaum gewohnt ist. So blieb ich in einigen Momenten dann doch etwas verdutzt stehen, als mich jedes einzelne Kind im vorbeigehen begr\u00fc\u00dfte, mir einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnschte oder einfach durch gutes Benehmen gl\u00e4nzte (\u201eGood Morning Sir\u201c \u201eAfter you, Sir\u201c).<br \/>\nIm gro\u00dfen und ganzen herrscht ein sehr angenehmes Klima an der Schule, weshalb ich mich auch sehr auf die Arbeit dort freue.<br \/>\nDoch um mich voll auf die Schule konzentrieren zu k\u00f6nnen, hoffe ich nun erstmal, so schnell wie m\u00f6glich eine Wohnung zu finden. Sobald das passier ist, kann ich hier auch mehr von meiner Arbeit, dem Alltag und dem Leben in S\u00fcdafrika berichten. Bis dahin!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl, morgens in dem Wissen aufzuwachen, in einer fremden Stadt in einem weit entfernten Land auf einem unbekannten Kontinent zu sein. Ich wei\u00df es zwar, aber glauben kann ich das bei weitem nicht. 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