El último: Erdrutsch in La Paz. – Wenn der Boden unter den Füßen nachgibt.

 

In den letzten Tagen hat vor allem dieses Thema die Medien in Bolivien beherrscht: In der Zone San Jorge/Kantutani des bolivianischen Regierungssitz La Paz kam es vor kurzem zum sechsten schwerwiegenden Erdrutsch in den letzten zwanzig Jahren. Dabei verloren mehr als 100 Familien ihre Häuser und somit einen Großteil ihrer Existenz.

Dieses Ereignis lässt sich in den Kontext vieler sich am Rande der Illegalität bewegenden Bauaktivitäten in einer der größten Städte Boliviens einordnen. Wie alle Großstädte erlebt La Paz aktuell starken Zuzug, der Wohnraum, aufgrund der Kessellage der Stadt begrenzt, wird knapper und knapper. Neue Wohnviertel entstehen entlang der Hänge, auf instabilem Grund ziehen sich neu errichtete Häuser die Hügel hinauf. Bauverbote werden von der Stadt kaum umgesetzt, obwohl die risikobelasteten Zonen bekannt sind.

Grund dafür ist unter anderem, dass in La Paz ein florierendes Geschäft mit gefälschten Baugenehmigungen betrieben wird. So versuchen die Bewohner*innen, den Bau ihres Eigenheims in Zonen, die eigentlich nicht bebaut werden dürften, zu legitimieren. Dem gegenüber erscheint die städtische Regierung bisher machtlos.

Die Konsequenzen lassen sich nur zu eindeutig feststellen: Fast einhundert Familien verloren das Dach über ihrem Kopf und damit auch fast alle ihrer Habseligkeiten. Sie wurden in einer Art Notlager untergebracht. Die Regierung versucht momentan, neue Unterkünfte für die betroffenen Familien zu beschaffen. Heute konnten die ersten Opfer der Katastrophe ihre neuen Wohnungen beziehen.

Expert*innen sind der Meinung, dass der richtige Weg, um ein erneutes Ereignis dieser Art zu vermeiden, bessere Kommunikation der sehr wohl vorhandenen Informationen über die Gefährdungslage sein sollte. Somit sollen die Familien, die in solchen risikobelasteten Gebieten ihre Häuser errichtet haben, ermutigt werden, diese aus eigene Stücken zu verlassen und in andere, sicherere Zonen umzuziehen. Hoffentlich wird sich so eine weitere Katastrophe vermeiden lassen.

Hier ein bissiger Kommentar aus den sozialen Netzwerken: Die Casa del Pueblo, der unter Evo neu errichtete Präsidentenpalast, in Kontrast zur vorläufigen Unterbringung der betroffenen Familien.

Hier noch der Link zu einem, Artikel einer Tageszeitung aus La Paz, Teil dessen ist eine Karte, die die Zonen mit hohem Risiko für Erdrutsche illustriert – damit ihr euch das besser vorstellen könnt! (https://www.paginasiete.bo/sociedad/2019/5/14/cuales-son-las-36-zonas-de-alto-riesgo-en-la-paz-217994.html?fbclid=IwAR3G6mljKL8UWYJ3hdUGxSr1ELuWe2vd4CYCKudyyFQgKxoJX67yf9tQgdY)

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