Über den Wolken.

 

Bergabwärts an Tag 1.

Auch wenn dieser kleine Ausflug ins Grüne schon einige Zeit zurückliegt, möchte ich euch einige Worte dazu und vor allem so einige wunderbare Fotos nicht vorbehalten. Ich habe das Wandern schon in Deutschland für mich entdeckt und komme gerade in Bolivien in den Genuss von vielen kaum besuchten Wanderrouten. Für diese Wanderung hat es mich allerdings etwas weiter weggezogen, nach Perú, genauer gesagt in die Nähe von Cusco, gemäß dem Inka-Glauben der Nabel der Welt.

Choquequirao hieß unser Ziel und wurde uns vorher als eine weniger überlaufene Version des Machu Picchus beschrieben, die ihrer bekannteren Schwester allerdings in Schönheit an nichts nachstehe. Nichts wie hin, dachten wir uns also! Die Ruinen von Choquequirao sind bisher nur durch einen zweitägigen Fußmarsch zu erreichen (zumindest, wenn man sich so viele Verschnaufpausen gönnt wie unsere Reisegruppe). Dies soll sich allerdings bald ändern: Es bestehen Pläne, die Ausgrabungsstätte durch ein téléferico (Seilbahn) von der anderen Seite einer bisher nur zu Fuß überbrückbaren Schlucht zugänglich zu machen. Dieses Vorhaben wird sicherlich auch den Besucher*innenandrang exponentiell ansteigen lassen.

Auf dem Weg nach oben eröffnen sich immer wieder Aussichten dieser Art.

Auf unserem Weg nach Choquequirao begegneten wir nie mehr als derselben Handvoll anderer Wanderer*innen, insgesamt vielleicht 20 Personen in vier Tagen. Gestartet hatten wir alle in einem kleinen Dorf namens Cachora, welches durch eine Busfahrt von Cusco aus und eine anschließende Taxi-Fahrt erreicht werden kann. Von dort aus stiegen wir den ersten Tag über erstmal ordentlich ab, bis zu einem eine Schlucht durchfließenden Fluss, der nur an einer bestimmten Stelle über eine Brücke überquert werden kann. Anschließend hieß es sich noch einmal verzweifelt aufbäumend drei weitere Stunden den auf der anderen Seite des Flusses liegenden Hang hinaufkraxeln – die 2500m machten sich durchaus bemerkbar.

Nach einer erholsamen Nacht auf einem am Hang gelegenen Campingplatz inklusive uns Stärke zurückbringenden Nudeltellern legten wir am folgenden Tag den Rest der Strecke bis zum Nahe den Ruinen gelegenen Campingplatz zurück. Am nächsten Morgen besichtigten wir in aller Herrgottsfrühe und zunächst noch komplett allein die wirklich spektakulär auf einer Bergzunge gelegene Ausgrabungsstätte.

Morgens um sieben in den Ruinen: Erstmal ein Käffchen.

Vale la pena. – Die Mühe wert.

Choquequirao wurde wahrscheinlich „in den letzten Tagen“ des Inka-Reichs erbaut und wird wegen seiner schwer zugänglichen Lage oft als letzter Zufluchtsort der Inka auf der Flucht von der spanischen „conquistadores“, Ende des 16. Jahrhunderts, gehandelt. Bei Besuch außerhalb der Regenzeit sollen sich auch wirklich wunderbare Aussichten auf die umliegenden Bergketten bieten – die durften wir leider nicht genießen, aber auch die tief um Berggipfel hängenden Regenwolken boten einen wirklich beeindruckenden Anblick, erzeugten eine verwunschene Stimmung.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir dann wiederum mit dem Rückweg zu unserem Ausgangspunkt, von wo wir dann am Abend des vierten Tages unsere Reise zurück nach Cusco und von dort aus Richtung Grenze nach Bolivien antraten. Diese Wanderung hat mich definitiv mit Lust auf mehr hinterlassen – demnächst geht es für mich in einen Nationalpark an der bolivianisch-chilenischen Grenze, Sajama, in welchem sich der höchste Berg Boliviens befindet. Davon zu gegebenem Zeitpunkt mehr!

Trotz müder Beine und völlig zerstochen gute Stimmung am Morgen des letzten Tages.

Unsere Belohnung bei erneuter Ankunft in Cachora: Zum ersten Mal waren die schneebedeckten Gipfel des nahen Salkantays zu sehen!

Ein Gedanke zu „Über den Wolken.

  1. Björn Spegel

    Hey Anna, bin gerade zufällig über deinen Blog gestolpert (über Facebook). Wow, das sind echt beeindruckende Bilder. Toll, dass du die Zeit in Peru zum Wandern genutzt hast. Die Gegend ist landschaftlich echt traumhaft. Hoffe, du hast weiterhin eine angenehme Zeit an der Schule, lass gerne von dir hören! Viele Grüße, Björn

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