{"id":43,"date":"2016-11-28T22:29:04","date_gmt":"2016-11-28T21:29:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/?p=43"},"modified":"2016-11-28T22:29:04","modified_gmt":"2016-11-28T21:29:04","slug":"wie-es-ist-schon-die-haelfte-rum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/2016\/11\/28\/wie-es-ist-schon-die-haelfte-rum\/","title":{"rendered":"Wie, es ist schon die H\u00e4lfte rum???"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-46\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836-300x200.jpg\" alt=\"dsc02836\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836-768x511.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836-2x1.jpg 2w, https:\/\/kulturweit.blog\/uschilodz\/files\/2016\/11\/DSC02836-750x499.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Czesz mal wieder Ihr lieben \ud83d\ude42<\/p>\n<p>WOW! Mehr f&auml;llt mir gerade nicht ein, um meine Stimmung nach der ersten H&auml;lfte Lodz und nach dem unglaublichen Zwischenseminar zu beschreiben. Es klingt klischeehaft, aber die Zeit ist wie im Flug vergangen.<\/p>\n<p>Ich habe eine wunderbare WG gefunden, habe mich so langsam in der Schule eingelebt und meine Aufgaben hier gefunden und konnte am Wochenende schon oft reisen und noch andere Seiten von Polen sehen, nicht nur Lodz (Obwohl das nat&uuml;rlich die beste Seite des Landes ist ;)) Habe weitere Punkte meiner Bucketlist abhaken k&ouml;nnen und sehr sehr viele neue Eindr&uuml;cke und Erfahrungen sammeln d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>Aber der Anlass zu diesem Eintrag sind die letzten 10 Tage:<\/p>\n<p>Bevor es f&uuml;r die Freiwilligen aus Polen, Russland und Tschechien zum obligatorischen Zwischenseminar ging, haben wir &#8222;Polen&#8220; uns im nicht weit vom Seminarort entfernten Breslau, das eigentlich ungef&auml;hr Wroclow hei&szlig;t, getroffen. Diese lustige Truppe aus neun Leuten hat daf&uuml;r gesorgt, dass diese ohnehin wundersch&ouml;ne Stadt auch wegen der vielen lustigen Momente in Erinnerung bleiben wird. Die Altstadt Breslaus (haha), die ungef&auml;hr so sch&ouml;n sein soll wie Krakau, wo ich immernoch nicht war, hat wahnsinnig bunte H&auml;userfassaden zu bieten und hat so viele Br&uuml;cken, dass sie sogar &#8222;Venedig Polens&#8220; genannt wird. Au&szlig;erdem stehen oder h&auml;ngen, sitzen oder verstecken sich &uuml;berall kleine Bronze-Zwerge, heute insgesamt ca. 400, die an die verr&uuml;ckten Verh&auml;ltnissse der Stadt in den 80er Jahren erinnern, in welcher sich die B&uuml;rger als Protest gegen das kommunistische Regime unter anderem zahlreich als Zwerge verkleideten. Breslau ist aber heute auch eine beliebte Studentenstadt und hat daher auch eine vielzahl an Bars, unter anderem eine Shotbar mit einer eigenen Absinthbar! Perfekt \ud83d\ude09 Besonders sch&ouml;n war nat&uuml;rlich der Weihnachtsmarkt am alten Rathaus, auf dem wir jeden Tag waren, mit meinem neuen Lieblingsessen: Schoko-D&ouml;ner!^^<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach diesem tollen Wochenende in Breslau ging es f&uuml;r uns am Dienstag zum Zwischenseminar in einem kleinen Dorf bei Jelenia Gora an der Deutsch-Polnisch-Tschechischen Grenze in Niederschlesien. Nach einer kurzen Busfahrt vom Bahnhof zu unserem Seminarhaus mitten im Gebirge, trat ich den ersten Schritt hinein und konnte meinen Augen nicht trauen: Ich stand mitten in der wohl perfektesten Bergh&uuml;tte, die ich je gesehen habe, die wirklich wie frisch von Pinterest in die Realit&auml;t kopiert aussah! &Uuml;berall Holz und bunte Farben an den Lehmw&auml;nden und auf den nat&uuml;rlichen Stoffen, ein brennender Ofen im Wohnzimmer, zwei Katzen und zwei Hunde, die auf Decken entspannten, und riesige B&uuml;cheregale mit davorstehenden Schaukelst&uuml;hlen, die einen quasi dazu zwangen entspannt am Feuer mit Blick in die Natur zu lesen oder einfach nachzudenken. Es war unglaublich. Dank Corinna und Hannah kann ich euch hoffentlich bald eine riesige Menge an Fotos davon zeigen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur das Haus, sondern auch die Landschaft war malerisch, was wir zum Gl&uuml;ck bei einer Tageswanderung erleben durften, bei welcher wir f&uuml;r eine paar Stunden in Tschechien waren.<\/p>\n<p>Die Seminarleiterinnen haben uns aber nicht nur eine inspirierende Umgebung geschaffen, sondern haben &#8211; ans Vorbereitungsseminar ankn&uuml;pfend &#8211; viele neue Denkanst&ouml;&szlig;e geliefert und auch kleine Einf&uuml;hrungen in Unterrichtsmethoden, Projektmanagement und Pr&auml;senz-Tr&auml;ning gegeben. Nach einer kurzen Frage hat Nicole uns sogar spontan eine super liebe und hilfreiche kleine Berufsberatung gegeben. Doch wir hatten auch Zeit einmal nur &uuml;ber die schon entstandenen Eindr&uuml;cke zu reflektieren und ein bischen aus dem Schulalltag auszutreten. Meine Erwartungen an dieses Seminar wurden 100% erf&uuml;llt und sogar &uuml;bertroffen, Danke \ud83d\ude42 !<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am beeindruckendsten fand ich jedoch die Geschichte des Seminarhauses &#8222;Parada&#8220;, welche uns das Eigent&uuml;mer-Ehepaar so anschaulich erz&auml;hlt hat und die ich unbedingt mit euch teilen m&ouml;chte:<\/p>\n<p>Der Ort, in dem das Haus jetzt steht, geh&ouml;rte fr&uuml;her zu Preu&szlig;en und war damit vor dem Zweiten Weltkrieg in deutscher Hand. Nach diesem wurden allerdings die dort ans&auml;ssigen Deutschen in kurzer Zeit ins heutige Deutschland nach Bremen vertrieben. Der heutige Eigent&uuml;mer wuchs in der Umgebung auf und erlebte die darauffolgende Zeit, dass niemand dort &uuml;ber diese Ereignisse sprach. Als er das Haus kaufte, was zu der Zeit noch eine Ruine war, fand er auf dem Dachboden haufenweise alte B&uuml;cher und andere Gegenst&auml;nde, der alten Besitzer, welche allesamt auf Deutsch waren, und wusste nicht recht, warum diese dort waren. Entgegen der damaligen Propaganda, dass alle Deutschen und Tschechen zu f&uuml;rchten seien, suchte er mit seiner Frau den Kontakt zu den fr&uuml;heren Bewohnern. Nach einiger Zeit fand er sie und traf sich mit ihnen, um sich auszutauschen. Dieses Erlebnis mit den Deutschen und die Tatsache, dass die benachbarten Tschechen mit den Polen an der Grenze, trotz der Kontrollen, den Kontakt suchten und man sich bei nicht ganz legalen Treffen immer mehr kennenlernte, inspirierte die beiden das Haus als &#8222;Haus der drei Kulturen&#8220; wiederaufzubauen und daf&uuml;r zu nutzen, die eigentlichen Nachbarn, welche durch &auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde zu Feinden gemacht werden sollten, wieder anzun&auml;hern. Anfang der 90er Jahre starteten sie ihr Projekt und nach ca. 15 Jahren Bauzeit (es dauerte lang, da sie schon damals auf Nachhaltigkeit und nat&uuml;rliche Materialien setzten, was ich zus&auml;tzlich bewundernswert finde) stand dann dieses traumhafte und &auml;u&szlig;erlich wie &#8222;innerlich&#8220; inspirierende Haus, was mich innerhalb dieser kurzen Zeit doch stark beeindruckte und dazu motivierte, wenn auch in einem vielleicht kleinen Rahmen, etwas Gutes in dieser Welt zu schaffen.<\/p>\n<p>Manchmal sind es nur ein Haus und zwei wunderbare Menschen, die eine Idee hatten, welche einen Ort f&uuml;r ein bischen Verst&auml;ndigung und Freundlichkeit in der Welt schafften. Danke &#8222;Parada&#8220; f&uuml;r diesen sch&ouml;nen Gedanken und diese Motivation f&uuml;r ein eigenes Projekt! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ohje, das war jetzt aber viel Text! Beim n&auml;chsten Mal gibts Fotos, versprochen! ^^<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe liebe Gr&uuml;&szlig;e aus dem inzwischen schneewei&szlig;en Lodz \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Czesz mal wieder Ihr lieben \ud83d\ude42 WOW! Mehr f&auml;llt mir gerade nicht ein, um meine Stimmung nach der ersten H&auml;lfte Lodz und nach dem unglaublichen Zwischenseminar zu beschreiben. Es klingt klischeehaft, aber die Zeit ist wie im Flug vergangen. 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