{"id":68,"date":"2022-10-18T09:15:02","date_gmt":"2022-10-18T01:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/?p=68"},"modified":"2022-10-18T09:15:49","modified_gmt":"2022-10-18T01:15:49","slug":"neues-zuhause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/2022\/10\/18\/neues-zuhause\/","title":{"rendered":"Neues Zuhause"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400\">Ich teile mir eine Wohnung mit drei weiteren deutschen Freiwilligen. Sie ist zu gro\u00df, zu teuer, zu luxuri\u00f6s f\u00fcr nicht mehr als ein paar Studenten. Wobei wir ja eigentlich noch nicht einmal das sind, noch nicht zumindest. Und trotz des \u00dcberflusses liebe ich unsere Wohnung, denn sie liegt zentral und das bedeutet Sicherheit, einfachen Zugang zu allerlei Dingen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Um ehrlich zu sein, macht mir der Gedanke, mit anderen Leuten zusammenzuleben, ein Haus, eine K\u00fcche, ein Wohnzimmer zu teilen, Angst. Wobei Angst vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist, ist es doch eher ein allgegenw\u00e4rtiges Gef\u00fchl der Ungewissheit. Ich wei\u00df nicht was mich erwartet wenn ich jeden Tag nach Hause komme. Ich wei\u00df nicht, welche Seiten von Menschen sich noch zeigen werden, die bisher verborgen geblieben sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Es ist nicht das erste mal, dass ich mit anderen Leuten zusammenlebe. Immerhin habe ich die letzten zwei Jahre ein kleines Zimmer mit drei anderen Sch\u00fclerinnen geteilt. Jetzt teile ich eine ganze Wohnung, in der jeder sein eigenes Zimmer hat, mit drei Leuten. Es ist mehr Freiheit als ich jemals zuvor hatte, aber mehr Freiheit bedeutet mehr Risiko. Mehr zu verlieren. Denn dieses Mal gibt es kein Sicherheitsnetz, keinen einfachen Weg hinaus. Wenn unser Zusammenleben nicht funktioniert, bin ich auf mich allein gestellt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">G\u00e4nzlich auf mich allein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ich kann nicht einfach Zimmer oder Gastfamilie wechseln, wobei selbst das nie einfach war. Und dennoch, zwischen den Sorgen und \u00c4ngsten liegen Erinnerungen an fr\u00f6hliche Augenblicke verborgen. Eine geteilte Wohnung bedeutet Gemeinschaft, ein Gef\u00fchl von Familiarit\u00e4t, wenn man nach Hause kommt und das ist in der Ferne unendlich viel Wert.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_69\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/nh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69\" class=\"size-full wp-image-69\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/nh.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/nh.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/nh-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/nh-624x832.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-69\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick aus meinem Fenster bei Sonnenuntergang<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich teile mir eine Wohnung mit drei weiteren deutschen Freiwilligen. 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