{"id":60,"date":"2022-10-11T18:22:15","date_gmt":"2022-10-11T10:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/?p=60"},"modified":"2022-10-11T18:23:08","modified_gmt":"2022-10-11T10:23:08","slug":"ankunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/2022\/10\/11\/ankunft\/","title":{"rendered":"Ankunft"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 1rem\">Bereits ausgelaugt und ersch\u00f6pft vom Vorbereitungsseminar und dringend n\u00f6tigem Packen auf den letzten Dr\u00fccker, habe ich fast den gesamten Flug \u00fcber Russland Richtung Ulaanbaatar verschlafen. Aber einmal am neuen Dschingis Khan Flughafen angekommen, ist meine Energie auch langsam wieder zur\u00fcckgekehrt. Der Flughafen liegt au\u00dferhalb der Stadt und wurde erst letztes Jahr zu Ende gebaut. Die Passkontrolle verlief deutlich schneller und unproblematischer als erwartet. So stand auch schon bald unsere Gruppe von zehn Leuten gemeinsam bei der Gep\u00e4ckausgabe, was dann wiederum lange gedauert hat. Nachdem das gesamte Gep\u00e4ck endlich eingesammelt war, haben wir uns alle in kleine Gr\u00fcppchen aufgeteilt beziehungsweise teilweise g\u00e4nzlich allein auf die Suche nach unseren Ansprechpartnern gemacht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Drei andere Deutsche und ich, die allesamt verschiedenen Goethe-Pasch Schulen zugeteilt wurden, haben auch schon bald Beree gefunden. Sie arbeitet direkt f\u00fcrs Goethe-Institut in Ulaanbaatar und ist f\u00fcr uns zust\u00e4ndig. An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an sie f\u00fcr die Hilfe, die sie uns bei der Visumsbeantragung und allen anderen Vorbereitungen geleistet hat! Sie hat uns zu einem kleinen Bus gef\u00fchrt, denn sie f\u00fcr die Fahrt vom Flughafen in die Stadt gemietet hat und nachdem die Fahrer uns beim Gep\u00e4ckverstauen geholfen haben, ging es auch schon los.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wir haben die n\u00e4chste Stunde damit verbracht, durch die l\u00e4ndliche Gegend der Mongolei Richtung Metropole zu fahren. Und eins schonmal vorweg \u00fcber die Landschaft in der Mongolei: Sie ist endlos. Ihr haftet etwas Unwirkliches, schwer zu beschreibendes an. Das einzige, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe, was auch nur ansatzweise mit den Ausma\u00dfen der hiesigen Steppe vergleichbar ist, ist der Nationalpark Pali Aike im S\u00fcden Chiles. Auch dort verliert sich der Blick in der scheinbar nie endenden Natur in ihrer Ursprungsform. Aber selbst Chile kann nicht mit der immensen Gr\u00f6\u00dfe der Mongolei mithalten. Doch trotz ihrer gigantischen Gr\u00f6\u00dfe ist das Leben in der Mongolei an einem einzigen Ort zentriert: Ulaanbaatar, der k\u00e4ltesten Hauptstadt der Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Etwa die H\u00e4lfte der Bewohner des Landes leben in der Hauptstadt und von den l\u00e4ndlichen Gegenden in die Hauptstadt zu immigrieren ist nicht l\u00e4nger erlaubt, zumindest nicht offiziell. Urspr\u00fcnglich musste jeder, der vom Land in die Stadt ziehen wollte, eine ordentliche Summe Geld zahlen, welche die Exklusivit\u00e4t und damit das langsame Wachstum der Hauptstadt sicherte. Doch nach Beschwerden \u00fcber diese Praktik in Bezug auf Menschenrechte wurde die Geb\u00fchr abgeschafft und die Hauptstadt f\u00f6rmlich von Einwanderern \u00fcberschwemmt, was letztendlich dazu gef\u00fchrt hat, dass heutzutage niemand mehr hierher ziehen darf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Bald deutete der zunehmende Verkehr bereits auf die N\u00e4he zur Stadt hin und ehe man sich versah, fanden wir uns in einer Wolke aus Smog wieder. Die Hauptstadt ist eine einzigartige Mischung aus Moderne und teilweise fehlender Infrastruktur. Sie w\u00e4chst zu schnell. Bereitet sich uneingeschr\u00e4nkt immer weiter aus. Die inoffiziellen Jurtenviertel, welche an den R\u00e4ndern der Stadt als Ergebnis des Immigrationsverbots entstanden sind, sind der beste Beweis daf\u00fcr, dass Leben Einhalt zu gebieten nahezu unm\u00f6glich ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die B\u00fcrgersteige sind in manchen Gegenden der Stadt durchzogen von Rissen, w\u00e4hrend sich nicht einmal 15 Minuten weiter weg saubere, gr\u00fcne Parkanlagen erstrecken. Ultramoderne Hochh\u00e4user liegen grauen Betongerippen zuk\u00fcnftiger Geb\u00e4ude entgegen. Obwohl die Einwanderung nach Ulaanbaatar durch ihr offizielles Verbot verlangsamt wurde, hat die Stadt sich noch nicht an die Massen an Menschen angepasst, die in ihr leben.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/blog3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-61\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/blog3.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/blog3.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/blog3-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/ulaanbaatar\/files\/2022\/10\/blog3-624x832.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits ausgelaugt und ersch\u00f6pft vom Vorbereitungsseminar und dringend n\u00f6tigem Packen auf den letzten Dr\u00fccker, habe ich fast den gesamten Flug \u00fcber Russland Richtung Ulaanbaatar verschlafen. 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