{"id":388,"date":"2009-12-13T00:00:56","date_gmt":"2009-12-13T03:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/timon\/?p=388"},"modified":"2009-12-18T10:21:41","modified_gmt":"2009-12-18T13:21:41","slug":"wort-zum-sonntag-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/timon\/2009\/12\/13\/wort-zum-sonntag-iv\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag IV"},"content":{"rendered":"<p>Heute mal ganz ohne Musik, daf\u00fcr aber wieder ganz ernst. Ich sollte echt mal etwas mehr Leichtigkeit in diese Sonntagsworte bringen damit ich nicht den Eindruck erwecke, als sei ich jetzt gar erwachsen geworden \ud83d\ude00 Die \u00fcbertriebene Verwendung von Smileys ist da schon mal ganz gut \ud83d\ude1b<\/p>\n<p>Was ich sagen wollte und eigentlich auch schon in meinen vorangegangenen Sonntagsworten angeschnitten hatte:<\/p>\n<p>Wer dieses (und auch andere) Blog(s) liest, k\u00f6nnte recht schnell auf den Gedanken verfallen, dass hier immer alles supersonnig und toll und wahnsinnig geil und so ist. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen auf der Hand: Der Alltag, also die Arbeit, ist in den meisten F\u00e4llen eben genau das. Routine, wenig aufregend, nichts besonders berichtenswertes eben. Stattdessen schreibe ich (und auch Andere) nat\u00fcrlich viel \u00fcber das, was au\u00dfer der Reihe so passiert &#8211; Ausfl\u00fcge, Reisen, Urlaub, Partys, generelle Euphorie halt. Das ist ja an und f\u00fcr sich erst einmal nicht verkehrt, denn schlie\u00dflich ist es ganz einfach ziemlich abgefahren, hier so in Argentinien (oder wo auch immer) ein Jahr zu verbringen und nat\u00fcrlich wird dabei die Umgebung aufs Genaueste erkundet; genauer vielleicht, als so mancher sich jemals seine Heimatstadt angeguckt hat. Dabei gibt es selbstverst\u00e4ndlich viel zu entdecken und dementsprechend viel zu berichten. Wer entdeckt, der ist auch \u00f6fters als nicht begeistert oder zumindest interessiert an dem, was er\/sie entdeckt.<\/p>\n<p>Warum reite ich da so drauf herum?<\/p>\n<p>Weil es wichtig ist f\u00fcr euch, liebe Leser. Vielen von euch d\u00fcrften meine vorhergehenden Erl\u00e4uterungen keine gro\u00dfe Erleuchtung mehr gewesen sein. Klar, der Alltag verblasst halt berichterstattungstechnisch hinter den Aktivit\u00e4ten des Wochenendes und anderen Festivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Nur sollte man sich jetzt nicht der Illusion hingeben, in so einem FSJ laufe immer alles reibungslos, nur weil wir als Kollektiv so total begeistert von unseren Erlebnissen durch die Gegend bloggen. Denn \u00fcber schlechte Erfahrungen <em>wird einfach nicht so viel berichtet wie \u00fcber die positiven<\/em> &#8211; was logischerweise nicht automatisch bedeutet, dass sie kaum oder gar nicht vorkommen.<\/p>\n<p>Ich will hier gar nicht den Untergangspropheten markieren oder meinen Kollegen und Kolleginnen das gigantische Abenteuer eines FSJs schlecht reden, ganz im Gegenteil! Ich bin selber sehr begeisterungsf\u00e4hig f\u00fcr Argentinien, Argentinier, argentinisches Essen, die Landschaft, meine Rolle hier &#8211; kurzum: so ziemlich alles \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nein, was ich vor allem zuk\u00fcnftigen Generationen mit auf den Weg geben will ist, dass trotz der weitestgehend positiven Berichterstattung (auch bei mir!) beleibe nicht immer alles rund l\u00e4uft und man darauf gefasst sein sollte. Wer mit der Erwartung weggeht, die beste Zeit seines Lebens zu haben, kann bitterlich entt\u00e4uscht werden. Das vielfach nicht \u00fcber negative Erlebnisse berichtet wird, h\u00e4ngt mit mehreren Sachen zusammen:<\/p>\n<ul>\n<li>Oft h\u00e4ngt so ein Stimmungstief mit anderen Personen zusammen. Mal nervt das Kollegium, mal die anderen FSJler, mal die Kinder, aber ich f\u00fcr meinen Teil werde mich h\u00fcten, der Welt\u00f6ffentlichkeit mitzuteilen, dass Kollege XY im Moment ein totales Arschloch ist. Das w\u00e4re einfach schlechter Stil.<\/li>\n<li>Wenn es mir beschissen geht, heul ich mich bei meinen Freunden aus und nicht im Blog.<\/li>\n<li>Oft ist es auch zu pers\u00f6nlich, um es gro\u00df rauszuposaunen &#8211; ob Oma gestorben ist oder mein(e) Parter_in mich in meiner Abwesenheit betr\u00fcgt; explizit werde ich dazu nun einmal nichts ins Blog schreiben.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><strong>FAZIT<\/strong><strong>:<\/strong><\/h1>\n<p>Wie im normalen Leben halten sich &#8222;gute&#8220; und &#8222;schlechte&#8220; Erlebnisse oft die Wagschale. \u00dcber die wenigen sch\u00f6nen Sachen wird nur deutlich seltener berichtet, was nicht bedeutet, dass es sie nicht geben w\u00fcrde. Dar\u00fcber sollte man sich bewusst sein, denn wer in einem FSJ die bedingungslos sch\u00f6nste Zeit seines Lebens vermutet, wird h\u00e4ufig entt\u00e4uscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal ganz ohne Musik, daf\u00fcr aber wieder ganz ernst. 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