{"id":11,"date":"2010-09-30T18:48:39","date_gmt":"2010-09-30T16:48:39","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/thedragonshead\/?p=11"},"modified":"2010-10-12T15:31:45","modified_gmt":"2010-10-12T13:31:45","slug":"10-tage-shanghai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/thedragonshead\/2010\/09\/30\/10-tage-shanghai\/","title":{"rendered":"10 Tage Shanghai"},"content":{"rendered":"<p>Oke, am besten, ich fange ganz am Anfang an. Am Montag den 20.9. wurde ich vormittags von zwei Chinesen, die zu unserer Betreuung in der ersten Woche vom Goethe-Institut engagiert wurden, vom Flughafen abgeholt. Zwei andere der Goethe-Leute sind, wenn auch teilweise unfreiwillig, nicht wahr David, etwa zeitgleich mit mir angekommen. Auf unserer Taxifahrt zur Jugendherberge konnten wir dann schonmal den Shanghaier Verkehr in Action erleben, sprich, Verkehrsregeln sind dehnbar und auch Krankenwagen mit Sirenen muss nicht unbedingt Platz gemacht werden. Auch wenn das daran liegen soll, dass diese mal als eine Art Taxi verwendet wurden und mit der Sirene schneller vorankommen. Aha, denkt man sich dann erstmal.<\/p>\n<p>Auch wenn das Jugendherbergszimmer ziemlich eng und eher f\u00fcr 3 als f\u00fcr 5 Personen geeignet war, waren wir froh bis beeindruckt dar\u00fcber, was das GI in Shanghai uns in dieser Woche so geboten hat, denn vorauszusetzen war dieses praktisch zweite Vorbereitungsseminar nicht und wir wurden dementsprechend nicht direkt mit der Arbeit konfrontiert. In dieser Woche brauchten wir uns um nicht viel k\u00fcmmern, f\u00fcr das Mittagessen war meist gesorgt und es gab immer Programm, wie zum Beispiel einen Workshop zum Thema Deutsch als Fremdsprache spielerisch vermitteln. Die neun Tage am Werbellinsee waren zum kennenlernen und zum allgemeinen drumherum sehr gut, aber die konkrete Methodik wurden uns leider erst hier vor Ort einigerma\u00dfen vermittelt. Es war auch ein Sinologe da, der uns einiges \u00fcber China erz\u00e4hlen konnte. Au\u00dferdem haben wir die Stadt ein wenig erkundet. Gewundert hat mich dabei, dass das gro\u00dfe Shanghaier Museum kostenlos ist, daf\u00fcr aber die Parks Eintritt kosten und nur begrenzt offen haben. Vom Bund, der Altstadtuferpromenade, hat man einen tollen Ausblick auf die Skyline, besonders abends, wenn die Lichter an sind, lohnt sich das.<\/p>\n<p>Am darauffolgenden Montag platzte die &#8222;deutsche Blase&#8220; vorl\u00e4ufig und auch die letzten sind zu ihren Schulen gefahren. Ich wurde recht herzlich empfangen und im Vergleich ist meine kleine Wohnung im Schulwohnheim gut ausgestattet, es sind zwei R\u00e4ume, in den einen ist die K\u00fcche integriert und ein westliches Bad gibt es auch (jawoll, keine Loch-im-Boden-Toilette!). K\u00fchlschrank, Wasserkocher, Putzzeug, alles da, die Waschmaschine steht im Flur, nur die muss ich mir teilen. Kosten tut das alles auch nicht viel, Wasser und Internet sind gratis, auch bekomme ich 20 Tage im Monat umsonst Mittagessen von der Schule, nur den Strom muss ich noch bezahlen.\u00a0 Die Registrierung bei der \u00f6rtlichen Polizei, die man normalerweise als Ausl\u00e4nder vornehmen muss, wurde auch schon f\u00fcr mich von einem Lehrer \u00fcbernommen.\u00a0 Am Montagnachmittag wurde ich auch prompt zu einem EXPO-Besuch mit den Lehrern eingeladen. Leider sind die Wartezeiten vor einigen Pavillons auch unterhalb der Woche recht lang und so sind wir durch einige kleinere, wie den von der Ukraine, Tschechien oder der T\u00fcrkei gelaufen. Da wir Deutsche eh nochmal zusammen hingehen wollten hatte ich nicht das Bed\u00fcrfnis lange warten, um zum Beispiel in den deutschen Pavillon zu kommen, weil ich auch recht m\u00fcde war. Die Deutschlehrerinnen waren sowieso schonmal da und hatten schon einiges gesehen. Bl\u00f6d war, dass am Dienstag ersteinmal der Klempner kommen musste um die   Toilettensp\u00fclung und das Abflussrohr des Waschbeckens zu reparieren, aber das war auch kein Drama.<\/p>\n<p>Das Essen schmeckt mir bisher sehr gut, chinesische Nudelgerichte sind voll mein Geschmack und auch sonst vermisse ich westliches Essen bis jetzt eigentlich garnicht. Ich habe auch bisher auch nur einmal Messer und Gabel benutzt, n\u00e4mlich als ich mit den Lehrern auf der EXPO in einem Irish Pub essen war.<\/p>\n<p>Die eigentliche Arbeit l\u00e4uft eher schleppend an. Alle, nicht nur ich, auch die Deutschlehrinnen (m\u00e4nnliche Deutschlehrer gibt es nicht) m\u00fcssen sich ersteinmal zurechtfinden. Es wurde mit meiner Ankunft eine Deutsch-AG eingef\u00fchrt und in der kann ich praktisch tun was ich m\u00f6chte. Da habe ich am Dienstag eine Pr\u00e4sentation mit vielen Bildern \u00fcber Hilden gehalten um mich vorzustellen. Viel verstanden haben die aber trotzdem nicht, glaube ich. Beim n\u00e4chsten Mal mache ich mit denen dann ein paar Deutschlernspiele, mal schauen. Den Deutschunterricht selbst planen und halten nach wie vor die Lehrer selber, ich bin da wohl eher f\u00fcr Sprech\u00fcbungen zust\u00e4ndig, kann aber auch selbst Vorschl\u00e4ge einbringen. Ganz klar ist das aber noch alles nicht, bisher war ich auch erst einmal richtig dabei. Irgendwie haben die Lehrer auch keine komplette Vorstellung von der ganzen Sache habe ich das Gef\u00fchl. Aber alle sind sehr nett und helfen mir wo sie k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Weil der Fokus der Schule auf Fremdsprachen liegt, es werden Englisch, Deutsch, Franz\u00f6sisch, Russisch, Koreanisch und Spanisch unterrichtet, gibt es auch viele ausl\u00e4ndische Lehrer, die dann ihre Muttersprache unterrichten. Bisher habe ich allerdings erst eine Deutsche und eine Amerikanerin kennengelernt, selbst die drei die auf meinem Flur leben habe ich bisher noch nie gesehen. Die Deutsche hilft mir aber einen Sprachkurs zu finden und die Amerikanerin hat mir auch schon Hilfe angeboten, falls ich welche ben\u00f6tige.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler wirken einigerma\u00dfen neugierig und aufgeregt, aber auch sch\u00fcchtern. Ich hab nur Angst, dass ich, wenn ich welchen begegne, sie nicht wiedererkenne, weil ich sie bisher maximal zweimal gesehen habe.<\/p>\n<p>Heute war ich zum ersten Mal einkaufen. Im Supermarkt gibts lebende Fische, Kr\u00f6ten, Krebse und schlangenartige Tiere, ich glaube das sind auch Fische, zu kaufen. Ihr k\u00f6nnt euch sicher vorstellen, was mit denen passiert.<\/p>\n<p>Alleine zu wohnen ist neu und gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Man muss sich um alles k\u00fcmmern, kann aber irgendwie tun was man will. Theoretisch kann ich zwar nachhause kommen wann ich will, weil am Tor immer eine Wache steht, aber das wird wohl nicht gerne gesehen.<\/p>\n<p>Das mit der Sprache ist auch so eine Sache, ich kenne ungef\u00e4hr 5-6 Zeichen, kann also au\u00dfer &#8222;Shanghai&#8220;, &#8222;China&#8220; und &#8222;Menschen&#8220; nichts lesen. Sprechen geht besser, aber erstens beherrsche ich nur ein paar S\u00e4tze und zweitens ist mein Akzent bestimmt nicht soo leicht zu verstehen :D. Immerhin versteht der eine oder andere Chinese Englisch und bald mache ich ja auch den Sprachkurs.<\/p>\n<p>Morgen ist der Nationalfeiertag der Chinesen, am 1. Oktober wurde n\u00e4mlich die Volksrepublik ausgerufen, also haben die gleich mal alle eine ganze Woche frei. Hoffentlich hat nicht alles zu, sonst muss ich n\u00e4mlich verhungern.<\/p>\n<p>Irgendwann lade ich auch noch ein paar Bilder hoch.<\/p>\n<p>So, das wars ersteinmal von mir. Der Blog sieht noch ein bisschen gammelig aus, aber das \u00e4ndert sich bald. Ich hoffe ihr fandet das einigerma\u00dfen spannend und w\u00fcnsche euch noch ein sch\u00f6nes Wochenende, wo auch immer ihr jetzt seid \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oke, am besten, ich fange ganz am Anfang an. Am Montag den 20.9. wurde ich vormittags von zwei Chinesen, die zu unserer Betreuung in der ersten Woche vom Goethe-Institut engagiert wurden, vom Flughafen abgeholt. Zwei andere der Goethe-Leute sind, wenn auch teilweise unfreiwillig, nicht wahr David, etwa zeitgleich mit mir angekommen. 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