{"id":294,"date":"2018-08-23T20:33:41","date_gmt":"2018-08-23T18:33:41","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/tallinnland\/?p=294"},"modified":"2023-08-28T00:21:41","modified_gmt":"2023-08-27T22:21:41","slug":"was-machst-du-da-eigentlich-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/tallinnland\/2018\/08\/23\/was-machst-du-da-eigentlich-so\/","title":{"rendered":"Was machst du da eigentlich so?"},"content":{"rendered":"<p>Oft wurde ich gefragt: &#8220; Was machst du (da) eigentlich in der Schule?&#8220; oder &#8220; Wie sieht deine Arbeit aus?&#8220; Nun denn heute werde ich das Geheimnis l\u00fcften. Vorweg m\u00f6chte ich mich einmal ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, dass sie mir so viel erm\u00f6glicht haben. Ich durfte mich sowohl im als auch au\u00dferhalb des Unterrichts ausprobieren.<\/p>\n<p>Ehrlich gesagt russ ich zugeben, dass ich nicht &#8222;den typischen Montag&#8220; oder &#8222;den geregelten Dienstag&#8220; hatte, ganz im Gegenteil &#8211; ich hatte den gr\u00f6\u00dften Teil der Zeit nicht mal einen Stundenplan. Klar, gerade frisch aus der Schule, war ich das erstmal gar nicht so richtig gewohnt, aber ich habe schon zu Anfang recht schnell gemerkt, dass mir ein Stundenplan einfach nicht viel bringt. Ich wurde immer von den verschiedensten Deutschlehrern gefragt, ob ich nicht mitkommen m\u00f6chte, Unterrichtsideen h\u00e4tte oder mit ihnen zusammen ein kleines Projekt machen m\u00f6chte. Gerade die estnischen Deutschlehrer waren auch immer recht dankbar, wenn ich dabei war und ihnen bei der Erkl\u00e4rung von weniger gebr\u00e4uchlichen Alltagsw\u00f6rtern, wie z.B. bei der Frage: &#8222;Was sind Welpen?&#8220;, und anderen Kleinigkeiten helfen konnte. Auch in meinen &#8222;Freistunden&#8220; wurde ich oftmals gefragt, ob ich denn nicht helfen k\u00f6nnte oder ob ich diesen oder jenen Satz verstehe oder auch, wie man das besser formulieren k\u00f6nnte.<br \/>\nAm Anfang haben mir unter anderem Hospitationen geholfen Lehrer, Sch\u00fcler und Klassen kennenzulernen und mich zurechtzufinden in dem anfangs recht verwirrenden Schulhaus. An die H-Form des Hauses galt es sich n\u00e4mlich erstmal zu gew\u00f6hnen.<br \/>\nAuch hatte ich mehrmals im letzten Jahr die M\u00f6glichkeit einen Lehrer zu vertreten. Meist bekam ich Aufgaben, was ich mit den Sch\u00fclern machen sollte. Ab und an, wurde mir allerdings auch einfach das Thema erz\u00e4hlt und dann wurde es mir \u00fcberlassen, ob ich mit den Sch\u00fclern einen Film dazu ansehe, Lernspiele, wie Tabu, Domino etc. spiele oder mir Arbeitsbl\u00e4tter erstelle bzw. suche und diese zusammen mit den Kindern l\u00f6se. Dabei war das meist noch der einfachere Teil. Schwieriger wurde es dann als Vertretung, wenn die estnischen Sprachf\u00e4higkeiten fehlten, man aber beispielsweise vor einem Haufen Zweit- oder Drittkl\u00e4ssler steht, die seit 1 bzw. 2 Jahren Deutsch lernen und einen wie ein Auto anstarren. Was macht man in dieser Situation? &#8211; richtig man wechselt notfalls die Sprache. Estland sei Dank, k\u00f6nnen hier auch die Kleinsten schon Englisch. Hie\u00df also, sobald ich mit Deutsch und Estnisch nicht mehr weiterkam wechselte ich in die englische Sprache. Besonders freut man sich dann immer \u00fcber die kleinen Fortschritte, z.B. wenn ein Sch\u00fcler dann laut: &#8222;Ahhhhh&#8220; ruft und dann sofort auf Estnisch anf\u00e4ngt den anderen das eben Gesagte zu erkl\u00e4ren. Irgendwie funktioniert es dann doch immer&#8230;<br \/>\nZu meinen Aufgaben z\u00e4hlte aber auch beispielsweise das mit Auf- und Abbauen bei Veranstaltungen oder die Mithilfe bei der Klassenarbeits-\/ Klausurenaufsicht.<br \/>\nAber ich war, wie oben schon erw\u00e4hnt, nicht nur im Unterricht t\u00e4tig, sondern auch au\u00dferhalb. So begleitete ich die Lehrer u.a. auf Klassenausfl\u00fcge nach Helsinki und Lahemaa oder auf den Tag der Deutschen Sprache in Rapla. Auch habe ich bei der Vorbereitung der Sch\u00fcler auf das Landesfinale des Debattierwettbewerbs &#8222;Jugend debattiert International&#8220;, kurz &#8222;JdI&#8220; geholfen, sowie auch bei den Vorbereitungen auf das &#8222;Lesef\u00fcchse&#8220;-Finale geholfen und auch in diesem mitgewirkt. Bei dem Projekt Lesef\u00fcchse lesen die Sch\u00fcler deutschsprachige Jugendb\u00fccher, \u00fcber deren Inhalte es dann zu diskutieren und das beste Buch unter den vorhandenen auszuw\u00e4hlen gilt. Neben der Lesefuchs- und JdI-Vorbereitungen galt es aber auch f\u00fcr den Kindergesangswettbewerb &#8222;Lautstark&#8220; (f\u00fcr Kinder bis zur 6. Klasse) sowohl die Performance als auch den Text eines deutschen Liedes mit den Kindern der dritten und vierten Klasse einzustudieren und dann letztendlich auch performen.<br \/>\nGerade gegen Ende des Schuljahres kamen auch viele G\u00e4ste und Delegationen ins Deutsche Gymnasium Tallinn. So hatten wir u.a. das ZDF, als auch verschiedenste Landtagsdelegierte und Schulvertreter in der Schule, welche es herumzuf\u00fchren und auch in den Unterricht zu f\u00fchren galt. Au\u00dferdem gab es auch noch einige Wettbewerbe, z.B. ein Vorlesewettbewerb, bei dem ich jurieren durfte.<br \/>\nAll diese Dinge gestalteten meine Arbeit im Endeffekt dann doch viel abwechslungsreicher und interessanter als ich ehrlich gesagt am Anfang des Jahres dachte.<\/p>\n<p>Vielen Dank nochmal an alle, die dieses wundervolle Jahr f\u00fcr mich erm\u00f6glicht und mich immer unterst\u00fctzt haben. Vielen Dank, dass auch ihr mir bei den gr\u00f6\u00dferen, sowie auch kleineren Fragen des (Schul-)Lebens immer beiseite standet!<\/p>\n<p>Bis bald,<\/p>\n<p>Anna<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft wurde ich gefragt: &#8220; Was machst du (da) eigentlich in der Schule?&#8220; oder &#8220; Wie sieht deine Arbeit aus?&#8220; Nun denn heute werde ich das Geheimnis l\u00fcften. Vorweg m\u00f6chte ich mich einmal ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, dass sie mir so viel erm\u00f6glicht haben. 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