{"id":173,"date":"2011-03-25T10:15:35","date_gmt":"2011-03-25T02:15:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/?p=173"},"modified":"2011-03-25T10:52:25","modified_gmt":"2011-03-25T02:52:25","slug":"die-pflicht-des-freiwilligen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/2011\/03\/25\/die-pflicht-des-freiwilligen\/","title":{"rendered":"Die Pflicht des Freiwilligen"},"content":{"rendered":"<h1>Die Pflicht des Freiwilligen<\/h1>\n<h2>Unser Auftrag verlangt nicht wenig von uns. Es ist eine Verpflichtung, das eigene Leben f\u00fcr ein Jahr, oder ein halbes, ganz in den Dienst interkultureller Verst\u00e4ndigung zu stellen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir bereit sein, bis zum \u00e4u\u00dfersten zu gehen: Ins Fernsehen.<\/h2>\n<p>Wenn mich ein Freund um einen Gefallen bittet, dann muss ich ihm Folge leisten, schlie\u00dflich kann ich der n\u00e4chste sein, der bitten muss. Und ich werde auch meine anderen Freunde um Gefallen bitten, um den Gefallen des einen\u00a0 zu erf\u00fcllen! So dachte wohl mein Musiklehrer, als er mich f\u00fcr eine Sendung im Regionalfernsehn namens: &#8222;Ausl\u00e4nder haben Talent&#8220; rekrutierte. Es ging um Talent in den chinesischen K\u00fcnsten. Das ich solches nicht besa\u00df spielte weniger eine Rolle, vielmehr, dass ich Ausl\u00e4nder sei und Zeit f\u00fcr ein paar Drehs hatte. Um Ausreden verlegen, die markigen Worte (meine eigenen?) vom Vorbereitungsseminar im Kopf stimmte ich zu. Es war nicht das erste Mal, dass ich um eine \u00f6ffentliche Stellungnahme als Ausl\u00e4nder gebeten worden war. Es war immer hektisch, schlecht vorbereitet und peinlich gewesen. Aber hinterher hat man immer ein gutes Gef\u00fchl. &#8222;F\u00fcr die Sache!&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_181\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/files\/2011\/03\/SL371726.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-181\" class=\"size-medium wp-image-181\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/files\/2011\/03\/SL371726-300x224.jpg\" alt=\"&quot;....diese Tage kehren nie wieder...&quot;\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/files\/2011\/03\/SL371726-300x224.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/taicang\/files\/2011\/03\/SL371726.jpg 615w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-181\" class=\"wp-caption-text\">&quot;Freunde gehn ein Leben lang zusammen...&quot;<\/p><\/div>\n<p>Da meine Erhu-F\u00e4higkeiten zu beschr\u00e4nkt waren, sollte ich ein chinesisches Lied singen. Meine Wahl fiel auf Pengyou(\u670b\u53cb &#8222;Freund&#8220; von \u5468\u534e\u5065 ZhouHuaJian), das Lied mit dem ich angefangen habe Chinesisch zu lernen. Es ist wunderbar gef\u00fchlvoll und ich wollte es schon lange mal richtig lernen. Erfolgreich verhinderte ich, dass ich schon am selben Abend vorsingen musste und verschob den Dreh auf den n\u00e4chsten Nachmittag. Ich hatte also noch einen Tag zum \u00fcben. Man stellte mich noch allen beteiligten Akteuren vor, Direktor, Kamerateam, Leiter der Kulturabteilung Taicang und die Programmdirektorinnen (beides Frauen). Es kristallisierte sich heraus, dass ich zur Abrundung des Programms noch Kongfu vorf\u00fchren, Erhu spielen und Kalligraphie schreiben sollte. Talent spielte wieder eine untergeordnete Rolle. Es wurde mir angeraten vorher zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Die Last der Verantwortung bereitete mir einige Kopfschmerzen, aber die Drehs verliefen sehr glatt. Wie immer ist der Druck vorher viel gr\u00f6\u00dfer, als w\u00e4hrend der Tat. Ich rate von daher allen in \u00e4hnlichen Lagen: Teilnehmen und an Erfahrungen (auch unangenehmen) reicher werden. So besuchte ich das kleine Taicang Musikmuseum, einen begnadeten Meister der Klassischen K\u00fcnste (Kalligraphie, Malerei, Poesie, Geschichte, Guzheng (ein Zupfinstrument) und durfte zwei Tage den Schauspieler mimen. Besonderes Vergn\u00fcgen bereitete mir der spontane Einfall des Fernsehteams, den Unterricht in meiner ungezogensten Klasse zu filmen, die daraufhin muksm\u00e4uschenstill bei meinem Spontanunterricht mitmachte. Die Sch\u00fcler, die daraufhin an einem &#8222;zwanglosen Gespr\u00e4ch auf dem Gang sowie Basketballspiel&#8220; teilnehmen mussten, taten mir allerdings etwas leid.<\/p>\n<p>Neben der Erkenntnis \u00fcber meine neuen &#8222;Talente&#8220; konnte ich also als &#8222;Deutscher&#8220; an einem \u00f6ffentlichen Programm teilnehmen, Vorurteile aufr\u00e4umen oder best\u00e4tigen und auch sonst meine Arbeit tun. Was tut man nicht alles. &#8222;F\u00fcr Taicang, f\u00fcr \u300akulturweit\u300b, f\u00fcr den Weltfrieden!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pflicht des Freiwilligen Unser Auftrag verlangt nicht wenig von uns. Es ist eine Verpflichtung, das eigene Leben f\u00fcr ein Jahr, oder ein halbes, ganz in den Dienst interkultureller Verst\u00e4ndigung zu stellen. 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