{"id":420,"date":"2013-03-10T03:50:10","date_gmt":"2013-03-10T02:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/?p=420"},"modified":"2013-03-10T03:52:27","modified_gmt":"2013-03-10T02:52:27","slug":"420","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/2013\/03\/10\/420\/","title":{"rendered":"Svenja und das Internet &#8211; die unendliche Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man es auch Deutschland gewohnt ist, zumindest zu Hause immer funktionierendes Internet zu haben, dann f\u00e4llt es einem schon schwer sich daran zu gew\u00f6hnen, dass es hier nun mal nicht der Fall ist. Zu Hause bezahle ich jedoch nicht daf\u00fcr, dass ich das Internet benutzen kann und wenn es dann einmal nicht funktioniert, dann bin ich auch nicht die einzige, die das st\u00f6rt. Hier ist es leider etwas anders, aber beginnen wir von vorne.<\/p>\n<p>Da wir keinen Router zu Hause haben, hatte meine Gastfamilie eine Software auf ihren Computer geladen, mit dem man das Internet teilen kann. Das hei\u00dft, es funktioniert nur, wenn ihr Computer angeschaltet ist. Sie darum zu bitten, ihn anzumachen, ist ja meistens nicht das Problem, aber sie warnen mich nicht vor, wenn sie ihn ausschalten und so wurden schon einige Skypegespr\u00e4che mitten im Satz unterbrochen. Ebenso kompliziert ist es, wenn meine Skypetermine mit denen des schamanischen Rituals kollidieren, denn \u00fcber die Technik kommen die b\u00f6sen Geister in die Wohnung, deshalb h\u00e4ngt auch immer ein Handtuch \u00fcber dem Fernsehen. Da w\u00fcrd ich mir als Geist auch denken, ah ein Handtuch, nee lass mal, da schnei ich heute nicht vorbei.<\/p>\n<p>Aber diese besagte Software hat vor einigen Tagen ihren Geist aufgegeben, und keiner, auch nicht meine Gastmutter, die Informatiklehrerin (!) ist, konnte das Problem beheben. Ich sa\u00df nun also in meinem Zimmer, abgeschieden von der Au\u00dfenwelt und war eigentlich nicht sauer, weil es mal kein Internet gibt, sondern weil es einfach niemandem zu interessieren schien. F\u00fcr die Familie gab es ja kein Problem, also keinen Handlungsbedarf. Auch auf meine Nachfrage, warum es denn nicht funktioniere usw kam keinen Antwort, au\u00dfer \u201eI don&#8217;t know\u201c. Hmmm&#8230; aber es musste ja irgendwie eine L\u00f6sung her.<\/p>\n<p>Ich lief also in die Stadt, um mir einen mobilen Internetstick zu besorgen. Der war zwar nicht ganz billig, 100\u20ac f\u00fcr 5 Monate Internet, aber da ich ja auch weniger Miete bezahlen m\u00fcsste, w\u00e4re das in Ordnung gewesen. Im Laden noch installierten wir alles, es funktionierte perfekt. Als ich dann zu Hause war, war tote Hose und kein Erreichen des world-wide-web in Sicht. Lediglich am K\u00fcchenfenster hatte ich schwachen Empfang, der ab f\u00fcrs Skype schon niemals ausgereicht h\u00e4tte. Ich brachte den Stick also wieder zur\u00fcck und ging am Freitagabend, der hier eigentlich ein Feiertag war, in die Schule um dort das Internet zu benutzen. Au\u00dfer mir und dem Hausmeister war niemand da, aber er kannte mich ja und lie\u00df mich deshalb rein. Kurz nach acht verlie\u00df ich die stockfinstere Schule und lief nach Hause. Auf dem Weg fiel mir ein, ich k\u00f6nnte ja selbst einen Router kaufen und meine Gastmutter fragen, ob sie ihn installieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Gesagt getan und so sa\u00dfen wir dann gestern Abend 3 Stunden vor dem Computer und ich beobachtete, wie sie sich wirklich v\u00f6llig ahnungslos durch die englischen Systemeinstellungen ihre Computers klickte. Sie lie\u00df sich aber auch garnicht von mir helfen, obwohl ich ja verstand was dort stand, und so hatten wir nach 3 Stunden und 10 Neustarts immer noch kein Internet, also sie schon, ich nicht. Der Frust, den ich neben diesem Computer entwickelte stieg schon fast ins unermessliche und fand dann seinen H\u00f6hpunkte, als ich nach 10 Minuten wieder auf den Bildschirm schaute und sah, dass sie es auch aufgegeben hatte und sich mit etwas v\u00f6llig anderem besch\u00e4ftigte, ohne einen Ton zu sagen. Ich packte also den Router wieder ein und sagte ihr, dass ich ihn einfach wieder zur\u00fcck bringen werde.<\/p>\n<p>Gerade als ich alles eingepackt und mich mit meinem Schicksal abgefunden hatte, rief mich mein Gastbruder und verk\u00fcndete, dass die Software, die ja zu Beginn nicht mehr funktioniert hatte und der Ausl\u00f6ser f\u00fcr das ganze Problem gewesen war, wieder funktionieren w\u00fcrde. Wer wei\u00df, wie lange diesmal&#8230;<\/p>\n<p>Tatsache ist jedoch, je l\u00e4nger man kein Internet hat, desto kreativer nutzt man seine Zeit und so entstand letzte Woche unser Modelabel \u201eShine Echlel Design\u201c. Genauere Details folgen noch, aber hier schon mal ein Bild des ersten Hemdes, dass ich gen\u00e4ht habe. Heute werden wir Stoff kaufen gehen auf dem Markt und dann wird jeder Internetausfall zu einem gro\u00dfen Schritt f\u00fcr die Modewelt!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/files\/2013\/03\/Selfmade-Indianerhemd.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-422\" alt=\"Selfmade Indianerhemd\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/files\/2013\/03\/Selfmade-Indianerhemd-300x220.png\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/files\/2013\/03\/Selfmade-Indianerhemd-300x220.png 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjamongolei\/files\/2013\/03\/Selfmade-Indianerhemd.png 729w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man es auch Deutschland gewohnt ist, zumindest zu Hause immer funktionierendes Internet zu haben, dann f\u00e4llt es einem schon schwer sich daran zu gew\u00f6hnen, dass es hier nun mal nicht der Fall ist. 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