{"id":506,"date":"2014-03-24T23:39:25","date_gmt":"2014-03-24T22:39:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/?p=506"},"modified":"2014-03-24T23:47:21","modified_gmt":"2014-03-24T22:47:21","slug":"liebe-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2014\/03\/24\/liebe-ukraine\/","title":{"rendered":"Betreff: Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Bei allen Gedanken, die ich mir \u00fcber die Krim-Krise bisher machte, galt jeder achte Gedanke einer ganz anderen Region &#8211; dem Baltikum. Wie als k\u00f6nnten die Geschehnisse auf Krim im Besonderen auf Lettland \u00fcberschwappen, konnte ich dem Bed\u00fcrfnis eines regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollblickes, ob alles noch bei alter Ordnung sei, nicht widerstehen. Und durchaus gibt es einige Parallelen zwischen der Ukraine und Lettland. In Lettland sind etwa ein Drittel der Bev\u00f6lkerung Russen. In der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes, Daugavpils, sind es sogar besonders viele. Und nicht selten kam mir zu Ohr, dass man sich in dieser Region w\u00fcnscht, die russische Grenze w\u00fcrde sich um ein St\u00fcck versetzen lassen(Weiteres dazu siehe Link zu Artikel des telegraph.co.uk).<\/p>\n<p>Ja, es gibt diese Parallelen, wie wahrscheinlich zu fast (mit Ausnahme von Nordkorea vielleicht) jedem anderen Staat diese Welt, in dem es Minderheiten gibt, auch. Und doch war Lettland das Land, in dem ich bewusst erfahren durfte, wie es aussieht, wenn ein Staat sich von einer Population prim\u00e4r zweier &#8222;Nationalit\u00e4ten&#8220; geteilt wird. Ich durfte erfahren, wie bereichernd die Coexistenz verschiedener ethischer Herk\u00fcnfte ist, wie Frieden in einem Land aussieht, in dem Lettisch als einzige Amtssprache stets als Errungenschaft bewahrt wird, die eigentlich aus Liebe zur eigenen Sprache und nicht aus Hass zum Russischen entwachsen ist.<\/p>\n<p>Ich habe wahrscheinlich genauso oft in kyrillischen Buchstaben der russischen Sprachen &#8222;Ich liebe Lettland&#8220; gelesen, wie auf Lettisch, ebenso wie die Worte &#8222;Ich bin aus Lettland&#8220;. Und das Sch\u00f6ne ist, auch wenn es die Menschen manchmal nicht sehen, haben sie allein damit schon sehr sehr viel gemeinsam. Wie wohl in vielen ehemaligen Sowjet-Staaten wird auch in Lettland alles, was Russisch ist manchmal ein bisschen mehr abgelehnt, als man es vielleicht selbst will, allein schon weil \u00fcberall dort, wo das Russische noch ist, einem stets noch aufgezeigt wird, wie das Sowjetische die eigene Sprache, die eigene Nationalit\u00e4t, die eigene Kultur geschafft hat zu verdr\u00e4ngen und es scheinbar noch immer schafft. Und doch habe ich in Lettland, trotz vieler Probleme, zum ersten Mal hautnah kennen lernen d\u00fcrfen, dass\u00a0 Spaltung, die von Hass getrieben ist, im Grunde auf zwei Dingen beruht: der Wunsch auf ein gutes Leben und die Angst die eigene Sprache(+)-&gt;Kultur(+)-&gt;Identit\u00e4t zu verlieren. Dass die Menschen n\u00e4mlich bei den Menschen, mit denen sie lachen, weinen und trinken k\u00f6nnen, nicht auf die Staatszugeh\u00f6rigkeit im Pass achten.<br \/>\nDaher w\u00fcnsche ich mir, dass wir aufh\u00f6ren, davon zu reden, wie wir Grenzen verschieben k\u00f6nnen, wenn wir eigentlich zu allererst dar\u00fcber reden sollten, warum diese Menschen leiden und f\u00fcrchten und wie sie Perspektive sehen und ihre Kultur lieben k\u00f6nnen ohne dabei andere unterdr\u00fccken zu m\u00fcssen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Link zu einem Artikel \u00fcber Daugavpils im Kontext der Krim-Krise: http:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/worldnews\/europe\/latvia\/10700150\/Latvian-bar-bans-patrons-from-ordering-in-Russian.html?fb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei allen Gedanken, die ich mir \u00fcber die Krim-Krise bisher machte, galt jeder achte Gedanke einer ganz anderen Region &#8211; dem Baltikum. 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